Aktien Schweiz Eröffnung: Klare Abschläge - Schwache Pharmawerte belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit klaren Abschlägen in den Handelstag gestartet. Die Vorgaben aus Übersee sind schwach - so haben die US-Märkte am Vorabend klar im Minus geschlossen und auch der japanische Aktienmarkt hat nachgegeben. Weiterhin warten die Anleger auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole und vor allem auf die am Freitag dort erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen. Diese soll weitere vor allem Hinweise zu den weiteren Zinserhöhungen in den USA liefern.
25.08.2016 10:22

Auch geopolitische Unsicherheiten wie die Militäroffensive der Türkei in Syrien und der Raketentest Nordkoreas verunsicherten die Anleger, meinte ein Händler. Auf der Konjunkturseite stehen im weiteren Verlauf noch der ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland und am Nachmittag US-Zahlen an, darunter der Auftragseingang langlebiger Güter sowie die wöchentlichen Arbeitslosendaten.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,95% tiefer bei 8'121,60 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,89% auf 1'227,70 und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt 0,87% auf 8'838,18 Stellen nach. Von den 30 Blue Chips notieren 29 im Minus und nur gerade Syngenta leicht im Plus.

Besonders stark belastet werden die Indizes durch starke Abgaben der Pharmawerte Roche (-1,7%), Novartis sowie Actelion (je -1,4%). Am Markt wird auf Aussagen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verwiesen, die sich am Vorabend einmal mehr sehr kritisch über die Preispolitik eines Biotech-Unternehmens geäussert hatte. Novartis hat am Morgen positive Studienergebnisse für sein MS-Medikament Siponimod vermeldet. Bei dem Medikament handelt es sich um die Weiterentwicklung des umsatzträchtigen Novartis-Medikaments Gilenya.

Auch Lonza (-1,7%), Dufry (-1,6%), Galenica (-1,5%) oder LafargeHolcim (-1,4%) müssen starke Kursverluste hinnehmen. Givaudan (-0,9%) führt derweil am Berichtstag einen Analystentag durch. Etwas weniger stark als der Gesamtmarkt geben die Uhrenwerte Swatch (-0,7) und Richemont (0,8%) ab, die allerdigns am Vortag deutliche Abschläge hatten hinnehmen müssen.

Schwach zeigen sich zudem auch die Versicherungswerte wie Zurich (-1,2%), Swiss Life (-1,1%) oder Swiss Re (-0,9%). Bei den am Vortag noch starken Bankentiteln geben UBS nun 0,9% ab, während CS (-0,4%) und Julius Bär (-0,3%) etwas moderatere Verluste erleiden.

Derweil haben zahlreiche Unternehmen am breiten Markt ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Sehr positiv aufgenommen werden vorbörslich die Ergebnisse der Swisscom-Konkurrentin Sunrise (+6,2%); diese hat die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und EBITDA leicht übertroffen, beim Gewinn allerdings verfehlt. Der CEO zeigte sich dank dem Momentum bei den Kundenzahlen für das zweite Halbjahr zuversichtlich.

Weniger verdient hat das Immobilienunternehmen Swiss Prime Site (SPS) (+0,5%), was die Analysten allerdings so erwartet hatten. Dagegen kann die Immobiliengesellschaft Intershop (-0,5%) den Gewinn im Halbjahr leicht erhöhen. Positiv aufgenommen werden die Zahlen des Spezialkunststoffherstellers Gurit (+0,3%), der mit einer klaren Gewinnsteigerung die Erwartungen der Analysten übertroffen hat.

Gewinne gibt es für den seit April kotierte Vakuumventil-Hersteller VAT (+1,1%). Dieser hat den Wachstumskurs im ersten Semester fortgesetzt, und das Dividendenziel für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Die Industriegruppe Von Roll (ungehandelt) musste für das erste Semester dagegen einen Rückgang von Umsatz und Auftragseingang vermelden, hat immerhin den Verlust etwas reduzieren können.

Dagegen hat das Verlagshaus Tamedia (-2,3%) im ersten Semester unter rückläufigen Print-Werbeerlösen gelitten und musste rückläufige Umsatz und Gewinnzahlen vermelden. Halbjahreszahlen haben zudem das Liechtensteiner Bankhaus LLB (-0,4%), Perrot Duval (-0,1%) und Pax Anlage (-1,1) vorgelegt. Zudem hat die Verbindungstechnikerin Huber+Suhner (+1,7%) ein Partnerschaftsabkommen mit der kanadischen Bombardier Transportation abgeschlossen.

tp/uh

(AWP)