Aktien Schweiz Eröffnung: Klares Minus vor ereignisreichem Wochenende

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist den letzten Handelstag der Woche vor einem ereignisreichen Wochenende klar schwächer gestartet. Der SMI folgt damit auch dem insgesamt eher schwachen Trend der Überseebörsen. Bereits am Vortag ging es beim Schweizer Leitindex deutlich runter, und das Wochenminus beläuft sich derzeit auf gut -2%. Am Sonntag entscheiden die Italiener über ein Verfassungsreferendum und damit letztlich auch über die Zukunft von Regierungschef Matteo Renzi. Eine Regierungskrise könnte der ohnehin schwer angeschlagenen italienischen Wirtschaft weiter schaden - mit Folgen für die gesamte europäische Währungsunion, heisst es am Markt.
02.12.2016 10:11

Zudem ist am Wochenende in Österreich eine Präsidentschaftswahl mit Signalwirkung. Die Vorsicht der Anleger sei angesichts der Überraschungen bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen durchaus nachvollziehbar, heisst es weiter. Zuvor steht am Freitagnachmittag auch noch der US-Arbeitsmarktbericht für November im Fokus. Jüngste Konjunkturzahlen würden andeuten, dass die US-Zinsen durchaus allmählich erhöht werden könnten, so ein Marktbeobachter. Die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im März - nach einer Anhebung im Dezember - sei in den vergangenen Tagen gestiegen, bleibe jedoch weiterhin unter 25%. In der neuen Woche am Donnerstag steht noch der nächste Zinsentscheid der EZB an.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.30 Uhr 0,79% auf 7'717,45 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,73% auf 1'234,73 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,76% auf 8'463,45 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen alle ausser Givaudan im Minus.

Am Tabellenende stehen im frühen Handel die schwergewichtigen Roche (-1,5%), und auch Novartis (-1,2%) belasten den SMI massiv. Defensive Sektoren, die üblicherweise weniger stark von konjunkturellen Schwankungen abhängig sind, standen bereits am Vortag europaweit auf den Verkaufslisten.

Nestlé (-0,3%) können sich dagegen besser halten. Am Morgen bestätigte Goldman Sachs für die Aktien des Lebensmittekonzerns die Kaufempfehlung - wie auch für Aryzta (-0,6%). Während für Nestlé das Kursziel gesenkt wurde, wurde es dagegen für die Aktie des Backwarenkonzerns erhöht. Unter dem Strich sehen die Analysten für den Konsumgütersektor allerdings weiterhin Risiken.

Unter Druck stehen auch die Bankentitel UBS (-1,2%), CS (-1,2%) und Julius Bär (-0,9%). Dabei bestätigt für UBS Vontobel die Kaufempfehlung: Verglichen mit anderen europäischen Grossbanken sei die UBS gut positioniert, heisst es. Sollte sich allerdings das Ertragsumfeld nicht bessern, seien neue Kostenmassnahmen entscheidend.

Auch für Credit Suisse trudeln zahlreiche Analysen im Vorfeld des am Mittwoch anstehenden Investorentags ein. Das Management hatte bereits ein Update des Kostenplans und weiteres angekündigt, sodass die Erwartungen an den Anlass am Markt bereits seit der Zahlenvorlage zum dritten Quartal relativ hoch sind.

Deutlich unter Druck sind darüber hinaus LafargeHolcim (-1,2%), Clariant (-1,2%), Schindler PS (-1,1%).

Einzig zulegen können hingegen Givaudan (+0,3%). Und weniger belastet sind neben Nestlé zudem noch Swiss Re (-0,1%), die sich am Tag des Investorentags ebenfalls etwas dem negativen Trend entziehen. Der Rückversicherer hält an seinen für den laufenden Zyklus gesetzten Zielen fest und will weiteres Kapital an Aktionäre zurückführen. Es handle sich um hilfreiche Ankündigungen - vor allem gut für ein bessere Verständnis, wird am Markt kommentiert.

Am breiten Markt sind Barry Callebaut (-2,3%) von einer Rating-Herabstufung auf "Sell" von Goldman Sachs belastet. Die Aktien des Schokoladeherstellers würden mittlerweile mit einem Bewertungsaufschlag von 25% im Sektorvergleich gehandelt - und das, obwohl die Cash-Generierung deutlich stärker schwanke als bei der Konkurrenz, heisst es.

Auch Meyer Burger (-2,0%) geben ebenfalls klar ab - am Tag der ausserordentlichen GV über die geplante Kapitalerhöhung. Die Kapitalerhöhung kommt zustande, wenn der Bruttoerlös der Kapitalerhöhung mindestens 160 Mio CHF beträgt. Zwei inländische institutionelle Investoren haben sich bereits verpflichtet, einen Teil der nicht platzierten Aktien zu übernehmen.

ys/cp

(AWP)