Aktien Schweiz Eröffnung: Klares Plus - ABB im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag kaum verändert eröffnet, aber im Laufe der ersten halben Handelsstunde zugelegt. Die US-Märkte hatten am Vorabend etwas über dem Stand zum Börsenschluss in Europa geschlossen, und in Japan schloss der Nikkei klar fester. Die chinesischen Börsen sind indes wegen eines Feiertags die ganze Woche geschlossen.
04.10.2016 10:15

Die Sorgen um den Zustand europäischer Banken blieben Thema bei den Investoren, heisst es am Markt. Die Euphorie auf eine schnelle Einigung mit den US-Behörden in Streitfällen über dubiose Hypothekengeschäfte sei allerdings etwas verflogen, sagen Börsianer. Am Dienstag können sich europäische Banken dennoch weiter erholen. Die Blicke der Anleger würden sich nun bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag richten, vor dessen Veröffentlichung sich die Anleger oftmals eher zurückhielten, heisst es zudem am Markt. Hierzulande ist am Dienstag der Kapitalmarkttag von ABB das Top-Ereignis.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,57% auf 8'212,76 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,74% auf 1'252,67 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,50% auf 8'963,38 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel stehen bis auf drei alle im Plus.

ABB (+0,8% auf 22,16 CHF) legen am Tag des Capital Markets Day im frühen Handel klar zu. Der Industriekonzern will - trotz der Forderungen von Grossaktionären nach einer Abspaltung - an der Sparte Stromnetze festhalten. Ausserdem wurde eine Verschärfung des Sparprogramms im Konzernbereich sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 3 Mrd USD angekündigt. Der ABB-Investor Cevian, der rund 6% an ABB hält, sieht das anders und zeigte sich prompt enttäuscht: Die Performanz des Unternehmens sei über Jahre hinweg durch die Konglomeratsstruktur behindert worden.

An der Spitze der SMI-Tabelle stehen UBS und Credit Suisse (je +1,9%), und auch Julius Bär (+1,5%) legen kräftig zu. Die Bankenwerte erholen sich weiter, nachdem am Freitagnachmittag ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz im Hypothekenstreit die Sorgen geschmälert hatten. Deutsche Bank gingen letztendlich mit einem Plus von mehr als 6% aus dem Handel. Auch zum Start der neuen Woche - am Montag war in Deutschland Feiertag - schieben sich die Titel im frühen Handel an die Dax-Spitze und legen deutlich zu.

Mit Blick auf die UBS schreibt zudem Vontobel am Dienstag, dass die Bank in Bezug auf Restukturierung, Entschuldung und Kapitalaufbau in der besseren Position ist als viele grosse europäische Branchennachbarn, und bestätigt die Kaufempfehlung. Sollte das Umfeld sich allerdings nicht verbessern, wäre mehr Fortschritt bei den Kosten vonnöten.

Auch für Credit Suisse erwartet Vontobel, dass die Verluste durch die Abwicklung nicht mehr strategischer Einheiten 2016 ihren Höhepunkt erreichen und anschliessend nach und nach sinken. Die Strategic Resolution Unit bleibe aber eine Belastung. Am für den 7. Dezember angekündigten Investorentag hofft der zuständige Analyst mehr Details zur Abwicklung zu erfahren sowie zu Global Markets, dem geplanten IPO der Schweizer Einheit sowie zu finanziellen Zielen.

Fester sind zudem noch Aryzta (+1,9%) sowie Adecco (+1,6%) und SGS(+1,4%) - letztere beiden jeweils nach kleinen Übernahmen. Der Personalvermittler übernimmt in den USA das im Bereich von juristischen Dienstleistungen tätige Unternehmen D4, das einen Umsatz von rund 30 Mio USD macht. Der Warenprüfkonzern kauft Axys Analytical Services mit Sitz in Sidney in der Provinz British Columbia. Für 2016 wird ein Umsatz von bis zu 12 Mio CAD erwartet.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,7%) und Novartis (+0,2%) tendieren fester, während Roche unverändert steht. Ansonsten sind Lonza (-0,1%) noch leicht tiefer und Actelion notiert ebenfalls auf dem Schlusskurs vom Vortag.

Am breiten Markt sind DKSH (+1,0%) nach einem Auftrag in Hongkong von Procter & Gamble gesucht.

Temenos (-1,6%) geben dagegen ab. Die Titel des Bankensoftwareanbieters legten am Vortag um 10% zu und erreichten neuen Allzeithochs - nach der Ankündigung eines neuen Auftrags von einer "grösseren europäischen Bank". Nachbörslich wurde am Montag dann offengelegt, dass es sich um die Bank of Ireland handelt.

Etwas unter dem Marktdurchschnitt zeigen sich zudem Panalpina (-0,2%), die laut Händlern offenbar von einer Rating-Herabsetzung durch RBC belastet werden.

ys/cp

(AWP)