Aktien Schweiz Eröffnung: Knappes Minus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag wenig verändert mit negativem Grundton gestartet. Richtungsweisende Impulse von den Überseebörsen gibt es nicht. An der Wall Street wurde zum Wochenbeginn feiertagsbedingt nicht gehandelt und in Asien zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Hierzulande fallen die Titel der beiden Uhrenhersteller Swatch und Richemont nach erneut rückläufigen Uhrenexporten mit grösseren Abgaben auf.
21.02.2017 10:15

Nachdem der Schweizer Aktienmarkt zu Wochenbeginn auf breiter Front vorgerückt war und ein 12-Monatshoch markierte, wird die Luft nach oben dünner. Zugleich steigen die politischen Risiken im Vorfeld der Wahlen in Frankreich und Deutschland, wie ein Händler anmerkte. Derweil überraschte der Einkaufsmanagerindex in Deutschland positiv. In der zweiten Tageshälfte geben dann auch wieder die Leitbörsen in den USA den hiesigen Investoren eine Orientierungshilfe. Zudem stehen Daten zur Stimmung in der US-Industrie auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.30 Uhr 0,10% nach auf 8'506,13 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,21% auf 1'351,08 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 9'321,08. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Minus, elf im Plus und Adecco unverändert.

Die prozentual grössten Einbussen verzeichnen die Aktie des Uhrenkonzerns Swatch mit -1,4%, und auch die Aktien des Branchennachbarn Richemont (-0,6%) gehören mit zu den grösseren Verlierern. Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat Januar 2017 erneut ziemlich deutlich zurückgegangen. Damit setzt sich der schwache Trend aus dem vergangenen Jahr fort.

Aryzta (-0,9%) knüpfen an den schwachen Wochenstart an. Am Montag war der Titel des schweizerisch-irischen Backwarenherstellers der grösste Verlierer unter den Blue Chips. Die Aktie war in der Vorwoche allerdings nach einem Köpferollen im Management um über 10% nach oben geschossen.

Ausgeprägtere Abgaben sind auch in den Industriewerten LafargeHolcim (-0,9%) zu sehen, die am Vortag allerdings auch relativ stark zugelegt hatten.

Eine schwache Stimmung herrscht auch im Finanzsegment, wo UBS mit -0,9% am deutlichsten zurückfallen. Aber auch Julius Bär (-0,7%) und Swiss Re (-0,4%) stechen etwas heraus. Der Rückversicherer wird am Donnerstag das Geschäftsergebnis 2016 veröffentlichen.

Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (-0,2%) und Roche (-0,1%) zeigen sich unauffällig. Roche hat für das Medikament Alecensa zur Behandlung von Lungenkrebs eine bedingte EU-Zulassung erhalten. Am Markt werden die Nachrichten als eher kursneutral gewertet.

Das dritte Schwergewicht Nestlé legt hingegen 0,5% und gehört zusammen mit Galenica und Bâloise (je +0,5%) zu den auffälligeren Gewinnern. Die Aktie des Nahrungsmittelherstellers zeigte sich die vergangenen Tage relativ volatil, was mit der mittlerweile zurückgezogenen Offerte von Branchennachbar Kraft Heinz für Unilever zusammenhing. Bâloise profitieren derweil von einem positiven Analystenkommentar. Berenberg hat im Rahmen einer Sektorstudie die Abdeckung für Bâloise mit der Einstufung "Buy" aufgenommen. Bâloise stehe vor guten Gewinn- und Dividendenfortschritten, heisst es dazu.

Leichte Gewinne verzeichnen noch Kühne+Nagel (+0,4%) und Givaudan (+0,3%)

Am breiten Markt stechen die Aktien von Walter Meier mit Aufschlägen von 6,8% heraus. Das Klimatechnikunternehmen gab zusammen mit dem Geschäftsergebnis den Zusammenschluss mit der Innerschweizer Tobler Haustechnik AG bekannt, womit sich die Umsatzgrösse von Walter Meier mehr als verdoppelt. Wegen der Transaktion kommt es zu einer Kapitalerhöhung, zudem zahlt Walter Meier knapp 118 Mio CHF an die Tobler-Besitzerin Wolseley. Zahlen legten auch die Bank Linth (Aktie +0,3%) und die Thurgauer Kantonalbank (-0,4%) vor.

Burckhardt Compression (-2,9%) weiten die zum Wochenbeginn erlittenen Verluste von über 8% aus. Investoren hatten verschreckt auf die Nachricht reagiert, dass am Standort Winterthur aufgrund der schwachen Nachfrage nach Kompressoren die Kurzarbeit ausgeweitet wird.

cp/cf

(AWP)