Aktien Schweiz Eröffnung: Knappes Plus - Novartis bremsen

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt tendiert eine Mehrheit der Titel am Montagmorgen leicht nach oben. Damit zeichnet sich nach den Verlusten vom Freitag und der insgesamt schwachen Vorwoche zumindest ein Stabilisierungsversuch ab. Gebremst wird der Gesamtmarkt allerdings von der zumindest verhaltenen Entwicklung von Roche und den Verlusten von Novartis, welche beide mit Studiendaten anlässlich des jährlichen Onkologiekongresses in Chicago aufwarten. Im Gegensatz dazu erhalten Swisscom von der Ablehnung der Service Public-Initiative Rückenwind.
06.06.2016 10:15

Die Vorlagen aus den USA sind insgesamt leicht positiv. Zwar haben die Aktien in New York am Freitag tiefer geschlossen; sie haben sich nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht im Handelsverlauf aber zum grössten Teil von den anfänglichen Verlusten wieder erholt und klar über dem Stand zum Schluss der europäischen Börsen geschlossen. Der am letzten Freitag publizierte Arbeitsmarktbericht verberge keinen Silberstreifen, er sei schlicht und einfach schlecht, heisst es dazu in Marktkreisen. Nachdem mit diesem Konjunkturdaten nach Ansicht der Marktakteure eine Zinserhöhung durch die amerikanischen Notenbank für den Juni nun erledigt scheint, kommt heute Abend einer weiteren Rede der Fed-Chefin Janet Yellen erhöhte Bedeutung zu.

Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet um 09.30 Uhr ein Plus von 0,26% und steht bei 8'169,84 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,31% auf 1'236,16 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) +0,26% auf 8'841,92 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 20 im Plus, 8 im Minus sowie Galenica und Adecco unverändert.

Im Fokus stehen zum Wochenbeginn Roche (+0,3%) und Novartis (-0,3%), welche damit uneinheitlich tendieren. Beide Unternehmen haben anlässlich des noch bis Dienstag dauernden Onkologiekongresses Asco in den USA neue Studiendaten publiziert, dabei aber nicht begeistert. So hat Roche über positive Daten zum Immun-Therapeutikum Tecentriq (Atezolizumab) bei der Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs sowie bei der Behandlung von Blasenkrebs und über weitere Daten berichtet. Die Zürcher Kantonalbank stuft beide Studienergebnisse zu Tecentriq als kursneutral ein, HSBC hat in einer ersten Reaktion das Rating "Hold" für Roche bestätigt.

Novartis wiederum hat mit seinem Mittel Tasigna in zwei klinischen Studien die primären Endpunkte nur teilweise erreicht. Die ZKB wertet die Nachrichten zu Tasigna ebenfalls als kursneutral.

Uneinheitlich zeigen sich auch die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+0,6%) und Credit Suisse (-0,9%), letztere markieren damit das Schlusslicht unter den Bluechips. Die beiden Banken müssen gemäss einer Studie der Kreditspezialisten von Creditsights ihre Eigenkapitaldecke bis Ende 2019 massiv stärken, und zwar jeweils um über 30 Mrd CHF. Für die Aktien der Credit Suisse hat zudem Goldman Sachs das Kursziel etwas zurückgenommen, dabei aber die Einstufung "Buy" bekräftigt.

Die grössten Gewinne verzeichnen aktuell Swisscom (+2,1%), was in Börsenkreisen klar auf die Ablehnung der Service Public-Initiative zurückgeführt wird. Diese wollte bei staatsnahem Betrieben "einen guten Kundendienst" priorisieren - vor der Gewinnmaximierung. Die Bank Vontobel hat in der Folge das Rating "Hold" für Swisscom bestätigt.

Gesucht sind zudem nebst LafargeHolcim (+0,9%) auch die Papiere der beiden Luxusgüterunternehmen Richemont (+1,0%) und Swatch (+0,8%). Swatch hat mit der chinesischen Geely-Gruppe einen Vertrag zur Nutzung seiner neuartigen Batterien in Autos und Motorrädern unterzeichnet, wie CEO Nick Hayek in einem Interview mit der Wochenendpresse bekanntgab.

Nestlé unterstützen den Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,5%. Der Nahrungsmittelkonzern hat im amerikanischen Bundesstaat Oregon eine Niederlage einstecken müssen. Dort haben die Wähler an der Urne gemäss Medienberichten erstmals eine Flaschenwasser-Abfüllanlage gestoppt.

Im breiten Markt klettern Meyer Burger nach einem neuen Auftrag um 4,6% nach oben. Stark zeigen sich auch Cosmo (+4,1%) nach der Präsentation guter Studiendaten zum Mittel Rifamycin bei der Behandlung von infektiöser Darmerkrankung.

cf/ra

(AWP)