Aktien Schweiz Eröffnung: Kursrutsch geht weiter - SMI kurzzeitig unter 7'700

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt geht der Kursrutsch der vergangenen Tage am Dienstag unvermindert weiter. Neben der alles überlagernden Brexit-Angst dürften auch fallende Ölpreise sowie die übliche Nervosität vor der US-Leitzinsentscheidung am Mittwoch die ohnehin bereits stark ausgeprägte Risikoscheu der Anleger intensivieren, hiess es. Auch die jüngste Frankenstärke wird im Handel als belastender Faktor genannt. Damit ist der Leitindex SMI bereits den fünften Tag in Folge im Rückzug.
14.06.2016 10:15

Von den wichtigsten Aktienmärkten aus Übersee kommt keine Unterstützung. So schloss der Dow Jones Industrial knapp 130 Punkte unter dem Stand, den er bei Handelsende in Europa hatte. Auch an der Börse in Tokio ging es weiter abwärts. Die Kursverluste gehen einher mit einer stark anziehenden Volatilität. So schiesst der hiesige VSMI weiter in die Höhe und notiert auf einem Niveau wie zuletzt im Februar, als die Finanzmärkte ebenfalls im Krisenmodus waren.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.30 Uhr 0,98% auf 7'706,47 Punkte. Im frühen Handel hatte der Kurs bis auf 7'686 nachgegeben. Damit rückte das Jahrestief vom Februar bei 7'425 Punkten in den Blick. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 1,00% auf 1'161,79 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,01% auf 8'350,52 Punkte. Alle 30 Blue Chips stehen im roten Bereich.

Den schwächsten Start haben Credit Suisse mit -2,1% erwischt. In der Vorwoche waren die Titel mit einen Kursrücksetzer von mehr als 7% die grössten Verlierer bei den SMI-Werten. Auch mit Blick auf die bisherige Jahresentwicklung ist die Aktie mit -45% das Schlusslicht. Die seit etwa zehn Jahren investierte US-Fondsgesellschaft Harris Associates hat indes ihren Anteil auf über 5% ausgebaut. Dies allerdings vor der jüngsten Kursschwäche. Auch UBS und Julius Bär (je -1,3%) werden von den Anlegern gemieden.

Die Vortagesverlierer LafargeHolcim (-2,0%) sind weiter im Sinkflug. Ebenso andere Zykliker wie Richemont (-1,7%), Swatch (-1,6%), SGS (-1,5%) und Adecco (-1,5%).

Eine erhebliche Belastung sind Novartis mit Abgaben von 1,5% nach Produktnews. Das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya der Basler kann in seltenen Fällen progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) auslösen. Das bei MS-Patienten gefürchtete Virus, das das Gehirn zerstören kann, war bislang von offizieller Seite nicht in Zusammenhang mit Gilenya gebracht worden.

Im Blick sind auch Nestlé (-1,1%), nachdem die Konkurrentin Danone ihre Prognosen aufgrund einer aufkommenden Dynamik im wichtigen chinesischen Markt konkretisiert hat.

Sonova schneiden mit -0,3% am besten ab. Am Nachmittag führt der Hörgerätehersteller die Generalversammlung durch.

Am breiten Markt sind die GAM-Aktien (-16%) nach einer happigen Gewinnwarnung unter die Räder geraten. Die Vermögensverwalterin stellt für das erste Halbjahr einen Rückgang des operativen Gewinns um ungefähr 50% in Aussicht. In Analystenkreisen werden die Aussagen zur Gewinnentwicklung mehrheitlich überrascht aufgenommen und negativ ausgelegt.

Im Blick sind auch die Aktien des Innerschweizer Industriekonzerns Dätwyler (-5,1%) nach einer Grossübernahme. Mit der Akquisition der britischen Premier Farnell wird der Umsatz auf 2,5 Mrd CHF mehr als verdoppelt. Dätwyler bietet 165 Pence in bar für jede Aktie, womit das Unternehmen auf 1,09 Mrd CHF bewertet wird. Ein hoher Preis, heisst es bei der Bank Vontobel. Die strategische Logik der Transaktion wird aber begrüsst.

Zu den wenigen Gewinnern gehören die Titel der VP Bank (+1,5%) nach Angaben zur Geschäftsentwicklung. Sie rechnet für das erste Halbjahr 2016 unter Ausklammerung des im Vorjahr verbuchten positiven Einmaleffekts durch die Integration der Centrum Bank mit einer deutlichen Steigerung des operativen Konzerngewinns.

cp/ys

(AWP)