Aktien Schweiz Eröffnung: Kursverluste vor Yellen-Rede - Pharmawerte belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag vor der mit Spannung erwarteten Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen mit tieferen Notierungen in den Handel gestartet. Die Zurückhaltung der Anleger sei gross, was die Kurse belaste, so ein Händler. Etwas Druck dürften auch die Vorgaben aus den USA und Japan ausüben: Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Vorabend nach Europaschluss noch leicht an Terrain eingebüsst und an der Börse in Tokio gaben die Dividendenpapiere mit Blick auf enttäuschende Inflationsdaten kräftig nach.
26.08.2016 10:15

Die andauernde Zinsdebatte in den USA sei seit Tagen das beherrschende Thema an den internationalen Finanzmärkten, so der Händler weiter. Die Anleger erhoffen sich von Janet Yellen neue Hinweise darauf, wann die US-Notenbank Fed die Zinsen weiter anheben wird. Marktbeobachter warnen allerdings vor zu hohen Erwartungen, denn spektakuläre Aussagen wären eine Überraschung. Konjunkturseitig stehen in den USA noch ein Update zur BIP-Entwicklung im zweiten Quartal sowie Angaben zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan auf dem Programm.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,39% tiefer bei 8'109,84 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,34% auf 1'227,64 und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt um 0,37% auf 8'826,18 Stellen nach. Von den 30 Blue Chips notieren 26 im Minus und nur vier im Plus.

Unternehmensnews sind im Blue Chips-Segment äusserst dünn gesät und so halten sich die Kursbewegungen im SMI/SLI in Grenzen. Wie bereits am Vortag üben die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,7%) und Roche (-0,6%) den grössten Druck auf den Gesamtmarkt aus. Weniger deutlich geben Nestlé (-0,2%) und die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (je -0,3%) nach.

Mit die grössten Abgaben sind bei konjunktursensitiven Aktien wie Adecco (-0,8%) oder LafargeHolcim (-0,6%) zu sehen. Auch die Papiere des Hörgeräte-Herstellers Sonova (-0,6%) büssen klar ein.

Die Aktien der Swatch Group (-0,6% auf 256,70 CHF) weiten die Kursabgaben der vergangenen Tage ebenfalls aus. Bereits am Dienstag hatten erneut schwache Daten zu den Schweizer Uhrenexporten die Stimmung im Luxusgütersektor verschlechtert, ehe am Tag darauf eine Verkaufsempfehlung von Société Générale weiteren Druck auf die Swatch-Papiere ausübte. Damit rutschen die Swatch-Papiere weiter in Richtung des Anfang August erreichten Mehrjahrestiefst bei 246,20 CHF ab. Branchennachbar Richemont verliert zum Berichtszeitpunkt 0,5%.

Die wenigen Gewinner bei den Blue Chips werden von Aryzta (+0,2%) angeführt. Am Vortag liessen wieder aufkommende Befürchtungen über zunehmende Restrukturierungskosten und neue Goodwill-Abschreibungen die Aktien von Aryzta um 2% zurückfallen. Im Handel war auch von einem enttäuschenden organischen Wachstum sowie anhaltenden Brexit-Sorgen die Rede. Auch Swisscom (+0,2%) zeigen sich freundliche.

Am breiten Markt haben erneut eine Reihe von Unternehmen mit Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Grosse Einbussen von 13% verzeichnen die Titel des Halbleiter-Herstellers u-blox. Abgesehen von der besser als erwarteten Margenentwicklung lagen die Ergebniss unter den Analystenprognosen und so würden die Anleger nach den kräftigen Kursfortschritten seit Februar nun im grossen Stil Gewinne mitnehmen, heisst es.

Die Aktien des Biochemie-Unternehmens Bachem steigen hingegen 2,4%, nachdem der Umsatz im Halbjahr auf Rekordniveau gesteigert und die operative Marge deutlich verbessert worden ist. Auch Alpiq gelang es, die um Sondereffekte bereinigten Ergebnisse zu verbessern und die Aktie gewinnt 1,7%. Noch sucht die Gruppe aber nach Investoren für die zum Verkauf stehende Beteiligung an ihrem Wasserkraftportfolio. Derweil schreibt die Industriegruppe Adval Tech (Aktie: +0,3%) nach einem Verlust im Vorjahr wieder "schwarze Zahlen".

Schaffner (-1,2%) hat zudem mitgeteilt, dass die Konzernrechnung von IFRS auf Swiss GAAP FER umgestellt wird. Burckhardt Compression (-4,5%) will derweil 100 Stellen streichen, wie bereits am Vorabend bekannt wurde. Und bei Valartis (+5,1%) begrüssen die Anleger die von den Behörden aus Liechtenstein und Hongkong erteilte Zustimmung zum geplanten Verkauf der Liechtensteiner Valartis-Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group.

mk/uh

(AWP)