Aktien Schweiz Eröffnung: Leicht fester - Lonza auf Rekordhoch

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch leicht fester in den Handelstag gestartet. Nach dem Rücksetzer vom Vortag fehlen allerdings vorerst klare Impulse. Die US-Märkte hatten am Vorabend ein weiteres Rekordhoch markiert, zum Schluss aber nur leicht fester geschlossen. Die Vorgaben der asiatischen Märkte fallen derweil gemischt aus. Derweil scheinen sich die "Brexit"-Sorgen weiter zu verflüchtigen: Zunehmend werde dieser als lokales und weniger als globales Problem angesehen, kommentiert ein Marktteilnehmer.
20.07.2016 10:15

Nachdem sich die Märkte etwas beruhigt hätten, rücke nun langsam auch wieder ein möglicher US-Zinsschritt im Herbst ins Bewusstsein der Investoren, so ein weiterer Kommentator. Vorläufig richten sich die Augen der Anleger allerdings auf die laufende Halbjahres-Berichtssaison im In- und Ausland. Hierzulande geben vor allem die über den Erwartungen ausgefallenen Semesterzahlen des Lifescience-Konzerns Lonza zu reden.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr um 0,24% im Plus auf 8'130,60 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,21% auf 1'202,90 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 8'818,06 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 19 im Plus, zehn im Minus und einer (Geberit) unverändert.

Einen starken Anstieg verzeichnen die Lonza-Aktien (+5,4%), die damit auch neue Höchststände markieren. Das Unternehmen hat mit seinen Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten durchs Band deutlich übertroffen. Aufgrund des "besten ersten Halbjahres der Unternehmensgeschichte" erhöht der Konzern nun seine Prognose für das Wachstum und für den Kern-EBIT im Gesamtjahr, letzterer soll nun zweistellig zunehmen.

Kursgewinne verzeichnen auch Kühne+Nagel (+0,6%). Nach der Zahlenvorlage vom Vortag erhöhen die ZKB-Analysten ihr Anlagerating für die Titel des Logistikkonzerns auf "Übergewichten". Der zuständige Experte revidiert seine Gewinnschätzungen nach oben und lobt sowohl die Marktanteilsgewinne der Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld wie die gute Dividendenrendite des Titels.

Gestützt werden die Indizes von festeren Novartis (+0,6%). In Nachbetrachtungen zu den am Dienstag vorgelegten Semesterzahlen hat eine Reihe von Analystenhäusern die Kursziele nach oben korrigiert - bei allerdings bestätigten Anlageratings. Freundich zeigen sich auch die Pharmatitel von Roche (+0,4%) sowie Actelion (+0,7%) - beide Unternehmen werden am Donnerstag ihre Halbjahresergebnisse vorlegen. Leicht im Plus notieren derweil die schwergewichtigen Nestlé (+0,2%).

Erneut im Minus sind SGS (-0,7%), die sich damit seit der Zahlenvorlage vom Montag den dritten Tag in Folge rückläufig entwickeln. Die Analysten von Goldman Sachs sowie von Barclays senken ihre Gewinnprognosen und ihre Kursziel. Auch die Experten der Royal Bank of Canada (RBC) nehmen ihr Rating auf "Sector Perform" von zuvor "Outperform" zurück.

Auch Givaudan (-0,8%) geben nach den Verlusten des Vortags weiter nach. Im Nachgang zu den am Montag publizierten Semesterzahlen hat die Bank Berenberg die Handelsempfehlung "Hold" bei leicht tieferem Kursziel bestätigt. Zwar überzeuge das Geschäftsmodell des Aromen- und Riechstoffherstellers, allerdings sehen die Experten derzeit keinen Treiber für die Titel.

Am breiten Markt können Panalpina (+1,0%) zulegen, obwohl der Logistikkonzern mit einem klaren Gewinnrückgang für das zweite Quartal die Markterwartungen wegen einer Rückstellung für Restrukturierungen im schwierigen Öl- und Gasmarkt nicht erfüllt hat. Ohne die Restrukturierungskosten wäre der Gewinn allerdings leicht über den Erwartungen ausgefallen, kommentieren etwa die ZKB-Experten.

Fester zeigen sich Georg Fischer (+1,8%). Der Industriekonzern hat im Halbjahr bei einer weiteren Umsatzsteigerung die Gewinnzahlen klar verbessert und damit die Analystenprognosen insgesamt erreicht. Die Analysten werten das Ergebnis als "solide".

tp/rw

(AWP)