Aktien Schweiz Eröffnung: Leicht im Plus - Credit Suisse deutlich fester

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag im frühen Handel nach einem leicht negativen Auftakt in die Gewinnzone gefunden. Insgesamt suchten die Börsen noch eine klare Richtung, heisst es am Markt. Im Fokus steht weiterhin die Sitzung der US-Notenbank vom Vorabend: Das Fed hatte den Leitzins wie erwartet nicht verändert, aber auch keine klaren Hinweise auf den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Die Türe für eine US-Zinserhöhung im September bleibe offen, hiess es.
28.07.2016 10:15

Die Notenbanken bleiben derweil im Blickpunkt der Investoren: Nun richtet sich der Blick bereits auf den Zinsentscheid der Bank of Japan am Freitag. Auf Konjunkturseite dürften zudem im Tagesverlauf noch Konjunkturzahlen aus der EU auf Interesse stossen. Gleichzeitig setzt sich die Unternehmens-Berichtssaison fort, wobei die Grossbank Credit Suisse mit ihren Quartalszahlen für eine positive Überraschung sorgt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr um 0,35% im Plus auf 8'250,19 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,45% auf 1'228,00 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 8'938,38 Zähler. Bei den 30 Blue Chips stehen 25 im Plus und fünf im Minus.

Credit Suisse (+2,2%) sind die klar stärksten Bluechip-Werte. Die Grossbank hat die Anleger vorbörslich mit einem deutlichen Gewinn überrascht, waren die Beobachter im Vorfeld doch fast durchgehend von einem negativen Quartalsergebnis ausgegangen waren. Auch die Nettoneugeldentwicklung wird in ersten Analystenreaktionen gelobt, zudem seien auf der Kostenseite grössere Fortschritte gelungen. In den letzten Tagen war allerdings bereits auf eine positive Überraschung spekuliert worden.

Leicht im Plus tendieren derweil die Titel der Konkurrentin UBS (+0,3%). Die grösste Schweizer Bank wird ihr Ergebnis am (morgigen) Freitag vorlegen, wobei Analysten für das zweite Quartal im Vorjahresvergleich einen Gewinnrückgang erwarten. Klar zulegen können auch die Aktien verschiedener konjunktursensitiver Werte wie Adecco (+0,8% oder die Luxusgütertitel Swatch und Richemont (je +0,9%).

Am anderen Ende der SMI/SLI-Kursliste notieren Clariant (-1,9%). Der Baselbieter Chemiekonzern hat mit seinen vorbörslich vorgelegten Zahlen zum ersten Semester die Konsenserwartungen nicht ganz erfüllt. Der Ausblick für 2016 wurde bestätigt, allerdings mit einem Verweis auf das schwieriger werdende wirtschaftliche Umfeld. Die Kursrückgänge werden am Markt vor allem mit Gewinnmitnahmen erklärt. Die Clariant-Titel hatten in den letzten Tagen klar angezogen.

Uneinheitlich zeigen sich die Versicherungstitel. So notieren Swiss Re (+0,2) vor der Zahlenvorlage vom Freitag leicht fester. Die Analysten der Commerzbank haben ihre Abdeckung für die Titel des Rückversicherers wieder aufgenommen und stufen diese mit "Reduce" ein. Dagegen versehen sie die Zurich-Aktien (-0,2%) mit dem Rating "Hold", die Experten hoffen für den Einzelversicherer auf Verbesserungen auf Gewinnebene.

Gestützt werden die Indizes von den Pharma-Schwergewichten Novartis (+0,6%) und Roche (+0,4%). Die japanische Roche-Tochter Chugai hat in der Nacht auf Donnerstag positive Studiendaten für ein Hämophilie-Medikament vorgelegt. Dagegen geben die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,1%) leicht ab: Positive Zahlen des französischen Konkurrenten Danone zum ersten Halbjahr bieten keine Unterstützung.

Am breiten Markt springen Logitech (+8,1%) nach Zahlenvorlage für das erste Quartal 2016/17 nach oben. Der Hersteller von Computer-Peripheriegeräten hat die Erwartungen der Analysten auf allen Stufen übertroffen. Zahlen vorgelegt hat auch der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (Titel +2,3%) wie auch die Basler Kantonalbank (+1,0%) und die kleine Privatbank Banque Profil de Gestion (ungehandelt).

Das Industrieunternehmen Dätwyler (-1,5%) stösst derweilen auf Hindernisse bei der geplanten Übernahme der britischen Premier Farnell: Das US-Unternehmen Avnet hat nun eine höhere Gegenofferte vorgelegt.

tp/uh

(AWP)