Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Abgaben - Markt weiter auf Richtungssuche

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Montag zwar mit minim festeren Kursen eröffnet, ist dann aber schnell leicht in die negative Zone gefallen. Nach dem starken Freitag, welcher das Wochenminus dennoch nicht verhindern konnte, befinden sich die Aktien damit weiter auf Richtungssuche. Einerseits stützen die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA vom Freitag und die Ankündigung von Donald Trump zur Deregulierung des Finanzsektors die Kurse. Andererseits herrscht am Markt weiterhin eine gewisse Zurückhaltung und Verunsicherung im Zusammenhang mit der Politik der neuen US-Administration vor.
06.02.2017 10:15

An der Leitbörse in den USA seien seit Mitte Dezember kaum mehr Kursfortschritte auszumachen, heisst es in diesem Zusammenhang in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Offensichtlich hielten sich die Investoren doch seit einigen Wochen mehrheitlich zurück. Die Bank führt dies vor allem auf die wenig berechenbare US-Politik zurück. Allen voran die Ungewissheit über die Handelspolitik scheine den wirtschaftsfreundlichen Versprechen von Deregulierung, Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen entgegenzuwirken, heisst es. Ein offener Handelskonflikt mit einem grossen Handelspartner der USA würde die Finanzmärkte wohl stark belasten.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,17% tiefer bei 8'336,81 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,19% auf 1'327,74 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,07% auf 9'126,03 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln werden 21 tiefer und 8 höher gehandelt, einer (Sika) notiert unverändert.

Grösste Verlierer unter den Blue Chips sind in der Eröffnungsphase Sonova (-1,6%). Die Titel des Hörgeräteherstellers werden von einer Rückstufung durch die UBS auf 'Sell' von 'Neutral' zurückgebunden. Eine Umfrage unter Audiologen habe gezeigt, dass die Produkte von Sonova bezüglich verschiedener Qualitätskriterien schwächer abschneiden würden als diejenigen des Konkurrenten William Demant, schreibt die der Bank in ihrer Neueinschätzung des Titels.

Dahinter geben Julius Bär (-0,9%), Dufry (-0,6%) und Kühne+Nagel (-0,5%) leicht überdurchschnittlich nach. Für Julius Bär hat zwar Kepler Cheuvreux das Kursziel leicht erhöht, gleichzeitig aber die Einstufung 'Reduce' bestätigt. Zwar habe die Privatbank bei der Vorlage der Zahlen in der vergangenen Woche teilweise leicht positiv überrascht, hiess es dazu, die Unsicherheiten dürften aber weiterhin bestehen bleiben.

Auch die Aktien der Grossbanken sind nach positivem Start ins Minus zurückgefallen: CS büssen 0,5% ein und UBS 0,4%. Der Rückenwind durch die Ankündigung von Deregulierungen im Finanzsektor in den USA hat damit nicht lange angehalten. Nach dem starken Freitag komme es zu ersten Gewinnmitnahmen, heisst es.

Von der UBS haben sich zudem übers Wochenende gleich zwei Topmanager gegenüber der Presse geäussert. CEO Sergio Ermotti warb dabei für eine Zusammenlegung von "Backoffice"-Funktionen der Schweizer Banken, um Kosten zu sparen. Und der neue UBS-Schweiz Chef Martin Blessing kündigte für die Schweiz eine in den kommenden Jahren sinkende Zahl von Stellen an, ohne dass es jedoch zu einem grossen Abbau kommen soll.

Auf der Gewinnerseite stehen Aryzta (+1,5%) zuoberst. Die Papiere des Backwaren-Herstellers setzten damit ihren Erholungskurs vom Freitag - dies nach dem Absturz in der Woche davor - mit einem Plus von knapp 7% fort. Leichte Gewinn von je 0,2% verzeichnen Galenica, LafargeHolcim und Actelion.

Im breiten Markt klettern DKSH nach guten Jahreszahlen um 5,9% deutlich nach oben. Der Handelskonzern hat die Erwartungen des Marktes übertroffen. Auch die Dividende fiel höher aus als erwartet.

Gut gesucht sind auch BFW (+2,2%). Die Immobiliengesellschaft hat mit ersten Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr ein Rekordergebnis präsentiert und gleichzeitig die Nachfolgeregelung für den aus der Geschäftsleitung zurücktretenden Gründer und CEO Beat Frischknecht bekanntgegeben.

cf/uh/ra

(AWP)