Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Erholung - Pharma-Schwergewichte etwas fester

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch im frühen Handel leicht fester, nachdem der Leitindex SMI am Vortag stark abgesackt war. Für das moderate Plus sorgt nicht zuletzt eine Kurserholung der Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche, die am Dienstag mit starken Abgaben die hiesigen Indizes nach unten gezogen hatten. An den US-Märkten erreichten derweil die Indizes am Dienstagabend erneut neue Allzeithochs.
23.11.2016 10:14

Für die gute Stimmung der US-Anleger sorgt weiterhin die Hoffnung auf Konjunkturanreize durch Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Im Handelsverlauf dürfen am Mittwoch eine ganze Reihe von Konjunkturdaten für Impulse sorgen, darunter Einkaufsmanagerindizes aus der EU und den USA sowie Daten zur US-Konsumentenstimmung und zu den Auftragseingängen der US-Industrie. Am Schweizer Markt ist es derweil ruhig, Nachrichten gibt es vor allem von Unternehmen aus dem breiten Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 9.30 Uhr 0,25% auf 7'761,02 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,12% auf 1'232,69 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,26% auf 8'513,46 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus, sieben im Minus und einer (Swiss Re) unverändert.

Bei den schwergewichtigen Pharmawerten zeigen Novartis (+0,7%) eine klarere Erholung als die Konkurrenztitel von Roche (+0,1%). Am Dienstag hatten beide Titel um gut 3% im Minus geschlossen, womit sie sich wieder ihren kurz vor der US-Präsidentschaftswahl erreichten Jahrestiefstwerten angenähert hatten. Auch Actelion (+1,1%) erholen sich deutlich. Gestützt werden die Indizes zudem von festeren Kursen des Börsen-Schwergewichts Nestlé (+0,5%).

Klare Aufschläge zeigen erneut mehrere zyklische Werte, darunter Kühne+Nagel (+1,2%) und Adecco (+1,0%). Das Aktienresearch der britischen HSBC bezeichnet die Titel des Stellenvermittlers in einer Studie als günstig bewertet und nimmt sie auf seine "Europe Super Ten"-Liste auf. Auch Schindler (+0,6%) und SGS (+0,5%) notieren fester.

Dagegen gehören die Uhrenwerte Richemont (-0,4%) und Swatch (-0,5%) erneut zu den Verlierern. Bereits am Dienstag hatten die Titel nach enttäuschenden Schweizer Uhrenexportdaten für den Oktober klare Verluste erlitten.

Bei den Bankenwerten können Julius Bär (+0,3%) zulegen. Laut Händlern hat das Research von Citigroup die Kaufempfehlung für die Titel des Vermögensverwalters bei höherem Kursziel bestätigt. Die Grossbankentitel UBS (-0,6%) und CS (-0,8%) geben dagegen nach. Die CS wird am Dienstag in einem Artikel im "Wall Street Journal" vom Dienstag wegen dem nächstes Jahr vorgesehenen Teilverkauf der gewinnträchtigen Schweizer CS-Einheit über einen IPO kritisiert, der als "Verkauf des Familiensilbers" bezeichnet wird.

Am breiten Markt fallen Swissquote (-9,6%) mit einem Kursrutsch auf. Der Online-Broker hat die Handelsunlust seiner Kunden zu spüren bekommen und muss nun seine Ertragsprognosen für das Geschäftsjahr 2016 deutlich herunterkorrigieren. Neuigkeiten gibt es bezüglich des Stoxx-Europe-600-Index: Im Rahmen der regelmässigen Überprüfungen werden ab dem 19. Dezember die Aktien der Cembra Money Bank (+0,9%) neu in den Index aufgenommen, dagegen fallen die GAM-Titel (-1,0%) heraus.

Positiv aufgenommen werden am Markt Nachrichten von einem Investorentag der Industriegruppe Comet (Aktien +2,2%). Die Freiburger Gruppe bestätigt ihre Guidance für das laufende Jahr und rechnet mit einem Ergebnis am oberen Ende der Prognose. Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann (+0,1%) hat eine Partnerschaft mit Maxon Motor zur Produktion von Dentalimplantat-Komponenten in Deutschland bekanntgegeben.

Der seit Mitte November an der SIX kotierte Motorradhersteller KTM Industries (+1,6%) hat weitere Anteile einer bis 2018 laufenden Anleihe zurückgekauft, er will so die "Kapitalstruktur optimieren" und Zinskosten sparen.

tp/rw

(AWP)