Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Erholung - Richemont nach Zahlen schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leicht höheren Kursen in die Sitzung vom Mittwoch gestartet, allerdings mit einer Tendenz nach unten in der ersten halben Stunde. Händler sprechen von einer leichten technischen Korrektur nach drei schwachen Börsentagen. Es muss sich denn auch zeigen, ob der Markt die Gewinne überhaupt verteidigen kann. Bereits am Vortag hatte der hiesige Markt nämlich deutlich höher eröffnet, war dann aber am Nachmittag aufgrund der Abgaben an den US-Märkten in den negativen Bereich gerutscht.
14.09.2016 10:11

Die Börsenstimmung hängt laut Händlern weiterhin von der Zinsdiskussion in den USA ab. Je nachdem, was die einzelnen Mitglieder der US-Notenbank Fed sagen, reagieren die Aktienmärkte verschnupft oder erfreut. Da die US-Notenbanker derzeit aber widersprüchliche Signale aussendeten, könne die Stimmung sehr schnell kehren, heisst es. Bis zur nächsten Sitzung am 21. September gibt es nunmehr allerdings keine weiteren Äusserungen von Fed-Mitgliedern.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 9.30 Uhr 0,34% auf 8'202,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, avanciert um 0,15% auf 1'244,08 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,26% auf 8'908,22 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln notieren zur Berichtszeit 22 im Plus und die restlichen acht im Minus.

Entgegen dem allgemeinen Trend büssen die Aktien der Luxusgüter- und Uhrenkonzerne Richemont (-3,6%) und Swatch (-2,2%) deutlich an Terrain ein. Der Genfer Konzern hat vorbörslich ein sogenanntes Trading Statement zum Geschäftsgang der Monate April bis August veröffentlicht und dabei umsatzmässig deutlich unter den Erwartungen abgeschnitten. Selbst im als widerstandsfähig geltenden Schmuckgeschäft müsse Richemont einen prozentual zweistelligen Umsatzrückgang hinnehmen, heisst es in ersten Kommentaren. Die beiden Titel hatten am Vortag zu den wenigen Gewinnern gehört.

Deutlich im Plus stehen hingegen die Aktien von Nestlé (+0,9% auf 77,90 CHF). Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihr Rating für die Papiere des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers auf 'Buy' von zuvor 'Sell' und das Kursziel auf 90 CHF erhöht. Die US-Analysten glauben, dass das neue Management das Vertrauen der Anleger stärken werde, indem die Margen gesteigert würden und das Portfolio des Unternehmens neu sortiert werde.

Positive News vermeldet derweil Roche (+0,3%). Die jüngsten Daten zum Medikament Ocrevus würden die bisherigen Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Mittels gegen Multiple Sklerose unterstützen, liess der Basler Pharmakonzern verlauten. Der Konkurrent Novartis (+0,5%) legt gar noch etwas mehr zu. Der ganze Gewinn des SMI geht entsprechend auf die drei Schwergewichte zurück, ohne sie wäre der Index im Minus.

Weiter im Aufwind sind auch ABB (+1,1%). Die Titel hatten bereits am Vortag Gewinne verbucht, nachdem der schwedische Grossaktionär Cevian die Forderung nach einer Abspaltung der Sparte Power Grids bekräftigt hatte. Der Schweizer Technologiekonzern will bekanntlich am 4. Oktober darüber informieren, ob er dieser Forderung Folge leisten will oder nicht.

Grösste Gewinner bei den 30 Blue Chips sind derweil nachrichtenlos Galenica und Aryzta (je +1,2%) die allerdings im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Titeln gehören. Gesucht sind ausserdem weitere Zykliker wie SGS, Sika oder Kühne+Nagel (je +0,9%).

Deutliche Verluste neben den bereits erwähnten gibt es ausserdem für die beiden Grossbanken CS (-0,9%) und UBS (-0,6%) sowie erneut für Adecco (-0,4%).

Im breiten Markt ragen vor allem DKSH (+4,3% auf 71,90 CHF) hervor. Hier hat die Credit Suisse ihre Anlageeinstufung auf 'Outperform' von 'Underperform' erhöht und gleichzeitig das Kursziel massiv auf 83 von 55 CHF angehoben. Die vorlaufenden Indikatoren in den Kernendmärkten des Unternehmens hätten sich verbessert, hiess es dazu als Begründung.

Nach guten Halbjahreszahlen legen ausserdem Lastminute (+4,3%) ebenfalls deutlich zu. Gesucht sind ausserdem Lifewatch und Newron (je +2,7%), sowie Flughafen Zürich (+1,6%). Letzter hat für den August erneut ein höheres Passagier-Aufkommen vermeldet. Investis (-0,7%) büssen nach Halbjahreszahlen leicht an Terrain ein.

uh/ys

(AWP)