Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne - Actelion erneut sehr gesucht

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag im frühen Geschäft nach einer knapp negativen Eröffnung mittlerweile etwas höher. Das Geschäft verläuft indes ähnlich richtungslos wie an den Tagen zuvor. Für das leicht positive Grundsentiment sorgen die Pharmaschwergewichte sowie Actelion. Letztere stehen im Fokus, weil die erst vor kurzem abgebrochenen Gespräche mit Johnson & Johnson wieder aufgenommen wurden. Insgesamt verläuft das Geschäft mit Ausnahmen von einigen Spezialsituationen in ruhigen Bahnen.
22.12.2016 10:15

Der Anstieg des SMI scheint zumindest für den Moment etwas gebremst. Der Leitindex hat sich seit Monatsbeginn von unter 7'800 Punkten auf einen Stand wie zuletzt im September emporgearbeitet. Nach vier Tagen mit steigenden Kursen folgte am Mittwoch allerdings erstmals wieder eine Verschnaufpause mit minim rückläufigen Kursen. Das Geschehen hat sich zuletzt mangels Impulsen abgeflacht, was sich unmittelbar vor den Weihnachtstagen auch nicht mehr gross ändern dürfte. Immerhin werden am heutigen Nachmittag in den USA noch zahlreiche Konjunkturdaten publiziert.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr 0,14% höher bei 8'245,02 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,30% auf 1'303,41 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,18% auf 8'974,33 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 14 im Minus sowie Bâloise unverändert.

Actelion werden als einsamer Spitzenreiter derzeit 7,4% höher gehandelt als am Vortag, als der Titel bereits um über 6% angezogen hatte. Das Unternehmen hält sich mit einer überraschenden Wende in Sachen Johnson & Johnson (J&J) im Gespräch und die Übernahmefantasien wach. Man stehe in exklusiven Verhandlungen mit Johnson & Johnson über eine "mögliche strategische Transaktion", teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Dies nur eine Woche, nachdem J&J die Gespräche für beendet erklärt hatte, weil kein Mehrwert für die Aktionäre zu generieren sei. Für die Actelion-Aktien hat S&P Global das Rating aufgrund der Meldung vom Mittwochabend auf "Hold" von "Sell" erhöht, dies bei einem Kursziel von 215 CHF. Das im frühen Geschäft markierte neue Allzeithoch von Actelion liegt allerdings bereits bei über 232 CHF.

Gestützt - wenn auch nur leicht - wird der Gesamtmarkt von den Pharmaschwergewichten: So stehen Roche (+0,3%) etwas höher, nachdem das Unternehmen über verschiedene Studiendaten berichtet hat. So gab es vielversprechende Resultate in Phase-III-Studien zum MS-Medikament Ocrevus bei der Behandlung von MS, während mit Emicizumab in einer weiteren Phase-III-Studie bei der Behandlung von Hämophilie der primäre Endpunkt erreicht wurde. Die Bank Vontobel bezeichnet insbesondere die Daten zu Emicizumab als positiv, erhofft sich aber mehr Details zum Nutzen-Risiko-Profil.

Novartis (+0,2%) folgen dicht dahinter. Der zweite im SMI gelistete Pharmamulti hat am Vorabend Stellung genommen zu der in Kolumbien verordneten Preissenkung für das Krebsmedikament Glivec. Novartis will sich dagegen wehren. Weiter haben die Basler über den Verkauf des Krebsmittels Odomzo berichtet, was zunächst eine Einmalzahlung von 175 Mio USD einbringt sowie später Meilensteinzahlungen.

Überdurchschnittlich gesucht sind noch Lonza (+2,2%), während Swiss Re (+0,6%) und Dufry (+0,5%) bereits mit einigem Abstand folgen. Für Dufry hat Goldman Sachs das Kursziel etwas erhöht und das Rating "Buy" bestätigt.

Auf der Verliererseite gaben Aryzta (-1,2%), Galenica (-0,9%) und UBS (-0,6%) am meisten nach. Der Bankensektor, wo sich CS (-0,2%) etwas besser halten, wird nach wie vor von den Finanzsorgen im Zusammenhang mit der italienischen Monte dei Paschi belastet.

Im breiten Markt verzeichnen Emmi ein Minus von 0,3%. Der Milchverarbeiter hat am Morgen die Übernahme von 80% am spanischen Ziegenmilchverarbeiter Lácteos Caprinos bekanntgegeben. Die Akquisition ist mit einem zusätzlichen Umsatz von rund 13 Mio EUR zwar klein, sie wird aber beispielsweise von der Bank Vontobel als strategisch sinnvoll bezeichnet und bei der ZKB als "klein aber fein".

Pax Anlage und Perrot Duval stehen jeweils nach Zahlen praktisch unverändert.

cf/rw

(AWP)