Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne - Banken erneut unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag freundlich gestartet. Die Vorgaben von den Überseebörsen sind allerdings uneinheitlich. In den USA hatten die Aktienmärkte die Verluste im Vergleich zum Handelsschluss in Europa noch etwas ausgeweitet, während sich in Asien ein positives Bild zeigt. Im Handel ist mit Blick auf den SMI von einer Gegenbewegung auf die an den beiden vorangegangenen Handelstagen erlittenen Verluste die Rede. Diese hätten dem einen oder anderen Investor wieder Einstiegschancen geschaffen. Erneut schwach präsentieren sich jedoch die Bankenwerte.
27.09.2016 10:15

Allzu viel Optimismus herrsche jedoch nicht, hiess es weiter. Denn die Ungewissheit um die weltweite Geldpolitik bestimme weiterhin das Geschehen. Zudem würden nun immer stärker auch politische Unsicherheiten die Märkte prägen. In den USA hat mit dem ersten TV-Duell der beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht auf Dienstag die heisse Phase des Wahlkampfes begonnen. Clinton hat sich aus Sicht von Beobachtern besser geschlagen als ihr Kontrahent Trump, der nicht unbedingt zu den Favoriten der Wall Street gehört.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,24% auf 8'184,37 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht mit +0,09% auf 1'241,31 Zähler kaum verändert. Der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum legt um 0,23% auf 8'922,37 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 18 im Plus, acht im Minus und vier unverändert.

Eine grosse Stütze sind die schwergewichtigen Nestlé-Aktien, die um 0,6% zulegen, die zusammen mit Dufry (+0,6%) das Kurstableau der Blue Chips anführen. Bereits am Vortag hatte sich der defensive Nestlé-Titel besser gehalten als der Gesamtmarkt. Auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,5%) und Novartis (+0,2%) haben Oberwasser.

Einen festeren Start erwischten neben Dufry weitere Vertreter aus dem zyklischen Segment. So rücken Schindler und Lonza um je 0,4% vor und Geberit sowie Richemont um je 0,3%. Bei den Finanzwerten schneiden Swiss Life (+0,2%) am besten ab.

Unter Druck stehen hingegen die Bankenwerte Julius Bär (-1,0%), CS (-0,6%) und UBS (-0,5%), die am Vortag einen rabenschwarzen Wochenstart hingelegt hatten. Sorgen um die finanzielle Lage der Konkurrentin Deutsche Bank hatten den Finanzsektor europaweit stark belastet.

Julius Bär konnte unterdessen einen Streit über eine Schadenersatzklage in Singapur für sich entschieden. "Wieder eine Kuh vom Eis" lautet der Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Es handle sich allerdings um einen kleinen Rechtsfall. Abgesehen davon kommt die Bank bei ihrem Ziel der beschleunigten Rekrutierung von erfahrenen Kundenberatern voran, wie Präsentationsunterlagen von CEO Boris Collardi zu einer Investorenveranstaltung zu entnehmen ist. Netto dürften 2016 mehr als 100 neue Relationship Manager zu Julius Bär stossen, hiess es.

Auch Versicherungswerte wie Zurich (-0,7%) und Swiss Re (-0,2%) werden verkauft.

Im breiten Markt ziehen Cembra Money Bank um 1,1% an; für Impulse sorgt eine Analystenstudie aus dem Hause Kepler Cheuvreux. Die Experten empfehlen die Titel der auf Konsumkredite spezialisierten Banken zum Kauf.

Positiv entwickeln sich auch Aevis Victoria (+0,8%). Die im Healthcare-Bereich und in der Hotellerie tätige Gruppe kommt beim geplanten Kauf der Privatklinik Générale Beaulieu (GBH) voran. Im Rahmen der Übernahmeofferte der Spitaltochter Swiss Medical Network SA wurden Aevis Victoria bereits mehr als 45% der GBH-Aktien angedient.

Einen Kurssprung legen nachrichtenlos Kuros (+7,9%) hin. In der ersten Hälfte der Vorwoche war der Titel um über 20% nach oben geschossen. Gegenüber dem Gesamtmarkt hat der Titel allerdings auch beträchtliches Aufholpotential.

Auf der Verliererseite fallen u.a. die beiden im Rappen-Bereich gehandelten Von Roll (-4,2%) und Evolva (-1,8%) mit grösseren Abgaben auf.

cp/ra

(AWP)