Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne - SGS nach Zahlen und Roche schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit kaum veränderten Kursen in die Sitzung gestartet, hat sich allerdings rasch in der Gewinnzone etabliert, wenn auch knapp. Nach dem turbulenten Wochenende und den Gewinnmitnahmen am Freitag scheint sich damit die Lage wieder zu beruhigen. Weder der gescheiterte Putschversuch in der Türkei noch der Anschlag in Nizza scheinen die Investoren aus dem Konzept zu werfen. Mit Blick auf die Türkei hiess es am Markt, dass das schwierige Verhältnis der Türkei zu Europa angesichts der "Säuberungsaktionen" Erdogans in naher Zukunft eher noch komplizierter werde. Hierzulande rückt nun aber auch die Halbjahresberichtssaison in den Fokus.
18.07.2016 10:15

Nach der Gewinnwarnung von Swatch am Freitag geht der Blick am Montag erneut in die Westschweiz, denn am Morgen haben SGS und Givaudan Zahlen zum Halbjahr vorgelegt. Diese werden an der Börse unterschiedlich aufgenommen. Eine Belastung für den Gesamtmarkt ist das Schwergewicht Roche mit einem Studien-Misserfolg, die Mehrheit der übrigen Blue Chips steht dagegen im Plus.

Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet um 09.30 Uhr ein Plus von 0,24% und steht bei 8'176,11 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,52% auf 1'212,1 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 8'841,32 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 23 im Plus, 5 im Minus sowie Syngenta und Lonza unverändert.

Der Putschversuch in der Türkei sei zwar gescheitert, kurzfristig dürfte aber das politische und wirtschaftliche Umfeld turbulent bleiben, heisst es in einer Einschätzung der Credit Suisse zu den Geschehnissen vom Wochenende. Zudem könnten die Ereignisse die Flüchtlingskrise in Europa weiter verschlimmern und zu einer Verschärfung der Einwanderungsdebatte führen. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des abgewehrten Putsches auf die Eurozone dürften zwar begrenzt bleiben, für einzelne Sektoren wie etwa den Tourismus könnten die Folgen indes erheblich sein.

Roche (-1,3%) zeigen sich als einer der wenigen Blue Chips schwächer und ziehen damit den gesamten Markt hinunter. Der Pharmakonzern hat am Morgen über einen Misserfolg mit einer Studie zum Medikament Gazyva berichtet. Demnach hat dieses in der Phase-III-Studie GOYA den primären Endpunkt nicht erreicht. In der Folge hat bereits die Bank Vontobel das Kursziel für den Genussschein reduziert. Die letzten vier Studien, welche verschiedene Blutkrebsarten statt mit Rituxan neu mit Gazyva behandelten, seien nun fehlgeschlagen, heisst es bei Vontobel dazu.

Im Gegensatz zu Roche verzeichnen Novartis ein Plus von 0,5%. Novartis wird die Halbjahreszahlen am morgigen Dienstag vorlegen, die Zahlen von Roche folgen dann am mit Zahlen reich befrachteten Donnerstag.

Noch grössere Einbussen als Roche erleiden SGS (-5,1%), vor allem wegen enttäuschender Gewinnzahlen zum Halbjahr. Obschon sich das organische Umsatzwachstum in der ersten Jahreshälfte beschleunigt hat, liegt das am Montag veröffentlichte Ergebnis sowohl auf den Stufen bereinigter EBITDA und EBIT als auch beim Reingewinn nach Minderheiten hinter den Erwartungen zurück. Für Gesprächsstoff sorgt vor allem aber die überraschende Margenwarnung. Nachdem die Aktien von SGS am Freitag noch auf den höchsten je erreichten Stand geklettert waren, kommt es nun zu Gewinnmitnahmen.

Die Aktien des zweiten Westschweizer Unternehmens mit Zahlen, Givaudan, ziehen dagegen um 2,1% an. Entgegen den Erwartungen stellte sich im ersten Semester keine Wachstumsverlangsamung ein, was in Analystenkreisen positiv beurteilt wird. Lichtblick ist aber vor allem die Margenentwicklung, welche selbst die kühnsten Annahmen übertrifft. Die ZKB hat im Anschluss daran das Rating für die Aktien auf "Übergewichten" erhöht.

Zusammen mit Givaudan liegen CS (+2,4%) sowie die Zykliker Adecco (+2,0%) und LafargeHolcim (+1,9%) an der Spitze. Die weiteren Banken UBS (+1,6%) und Julius Bär (+1,8%) sind ebenfalls gesucht.

Im breiten Markt büssen Schaffner nach dem überraschenden Abgang des CEO vom vergangenen Freitag weitere 2,7% ein. Nach jeweils einer kleineren Akquisition stehen Straumann 0,9% tiefer, wogegen Emmi um 1,1% anziehen. Energiedienst stehen nach den Semesterzahlen vom Freitag unverändert.

cf/rw

(AWP)