Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Gewinne vor US-Zinsentscheid

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit festeren Kursen gestartet und hat damit an die freundliche Entwicklung vom Vortag angeknüpft. Etwas Unterstützung bieten die Vorgaben aus Übersee, während die hiesigen Indexschwergewichte bremsen. Vor den Zinsentscheiden in den USA am späten Abend und in Japan am Freitag hält die seit Tagen zu beobachtende Zurückhaltung unter den Investoren allerdings vorerst an.
27.07.2016 10:15

Von der US-Notenbank werden mehrheitlich keine Veränderung bei der Ausgestaltung ihrer Geldpolitik erwartet. Allerdings könnte der Ton angesichts zunehmender konjunktureller Verbesserungen etwas weniger "dovish" ausfallen als zuletzt, hiess es im Handel. Impulse aus der Makroebene dürften im Handelsverlauf US-Daten bereithalten, darunter die Angaben zum Auftragseingang für langlebige Güter.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 9.30 Uhr 0,29% auf 8'250,89 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,50% auf 1'223,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29% auf 8'937,64 Zähler zu. Bei den 30 Blue Chips stehen 25 im Plus, vier unverändert und einzig Givaudan im Minus.

Die prozentual grössten Gewinne verbuchen Richemont mit +2,0%, und auch die Aktien des Branchennachbarn Swatch (+1,1%) sind gesucht. Am Vortag hatten die Titel noch Federn gelassen. Händler verweisen auf die Zahlen des Konkurrenten LVMH, die überzeugt hätten.

Zu den Gewinnern gehören auch die Grossbankenwerte UBS (+0,9%) und CS (+0,4%), die im Zuge der Ergebnispublikationen in der zweiten Wochenhälfte in den Fokus rücken. Die Deutsche Bank hat bereits heute ihre Zahlen veröffentlicht und dabei im ersten Halbjahr ihres "Übergangsjahres" einen Überschuss erwirtschaftet und die Kapitalausstattung verbessert. Neben den Kosten für den Umbau habe auch allerdings auch die allgemeine Unsicherheit an den Kapitalmärkten das Ergebnis belastet, wie es von der Bank hiess. Neben den Zahlenausweisen dürfte zum Wochenschluss das Resultat des Stresstests der EU-Banken Impulse für den Sektor bereithalten.

Julius Bär (+1,3%) litten am Vortag unter Gewinnmitnahmen nach einer starken Entwicklung zu Wochenbeginn nach der Zahlenvorlage und legen nun wieder etwas zu. Gewinn von über einem Prozent verzeichnen noch Lonza (+1,3%) und Adecco (+1,2%).

Unauffällig zeigen sich Swisscom (+0,3%), nachdem bekannt wurde, dass der Telekomkonzern über seine italienische Tochter Fastweb ein Joint Venture mit Telecom Italia im Bereich Glasfasernetzgeschäft eingeht. Dies erlaube es beiden Gesellschaften, den relativ teuren Fiber-to-the-Home-Ausbau (FTTH) koordiniert zu betreiben, merkt die Zürcher Kantonalbank an. Insgesamt werde die Position von Fastweb im sich schnell veränderten italienischen Telekommarkt gestärkt.

Die Indexschwergewichte Nestlé (+0,1%), Roche und Novartis (beide unverändert) kommen nicht auf Touren und bremsen den Gesamtmarkt damit etwas aus. Einziger Verlierer ist die Givaudan-Aktien, die um 0,3% nachgibt. Mit Blick auf die bisherige Jahresperformance schneidet der Titel aber weiterhin deutlich besser als der Gesamtmarkt ab.

Während zahlenseitige Impulse zu den Blue Chips keine vorhanden sind, traten im breiten Markt diverse Unternehmen zum Zahlenrapport an. Am stärksten schneiden dabei EFG mit +13,1% ab. Die Vermögensverwalterin hat zwar das schwierige Marktumfeld zu spüren bekommen und einen leichten Ertragsrückgang verzeichnet. Beim Bruttoertrag und den verwalteten Vermögen schloss das Institut aber am oberen Rand der Markterwartungen ab. Seit Jahresbeginn resultiert für die Aktie allerdings immer noch ein Minus von rund 60%.

Auch die Ergebnisse der beiden Industrieunternehmen Starrag (+5,1%) und Bucher (+2,8%) kommen bei den Aktionären gut an. Im Blick sind nach Zahlen noch die Titel von Calida (+0,3%) und der WKB (-0,9%).

Bei den Verlierern geben EMS (-2,2%) nach einer Rückstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Reduce" etwas deutlicher nach.

cp/uh

(AWP)