Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste nach starken Vorwochen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zum Wochenauftakt etwas tiefer eröffnet. Nach dem starken Lauf der vergangenen zwei Wochen kommt es auch zu Gewinnmitnahmen. Der Blick auf die Überseebörsen mahne zur Vorsicht, heisst es am Markt. So waren der Dow Jones Industrial und der S&P 500 zuletzt auf ihren Rekordständen nicht mehr weiter vorangekommen. Auch der japanische Nikkei stagniert auf dem höchsten Niveau seit einem Jahr.
19.12.2016 10:15

Der SMI verbuchte in den vergangenen zwei Wochen ein Plus von knapp 6%, womit aber immer noch ein Jahresminus von knapp 7% bleibt. Dass der Schweizer Leitindex in den letzten zwei Wochen noch rund 600 Punkte aufholen kann und 2016 somit noch mit positiver Performance beendet, scheint eher unwahrscheinlich. Es kündigt sich von Unternehmensseite eine eher ruhige Vorweihnachtswoche an.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,32% tiefer bei 8'201,44 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,32% auf 1'296,15 Zähler zu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt 0,16% auf 8'931,51 ab. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sechs im Plus und zwei unverändert.

Grösste Verlierer sind Actelion (-3,1%). Die Titel bleiben weiter im Blick, nachdem die Transaktionsgespräche mit Johnson&Johnson in der vergangenen Woche ein jähes Ende fanden und Sanofi als neuer Käufer in den Fokus gerückt ist. Eine Übernahme könnte bereits in dieser Woche angekündigt werden, schrieb Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen am vergangenen Freitag. In der Folge gingen die Titel des Pharmakonzerns mit einem Plus von 10% ins Wochenende.

Laut einem Bericht der "Schweiz am Sonntag" macht sich unter den Actelion-Investoren zudem Unmut über CEO Jean-Paul Clozel breit. Denn es heisst: "Am Markt sind alle bereit für eine Übernahme - nur Clozel nicht." Vom Verwaltungsrat wird nun gefordert, aktiv zu werden. Wenn es hart auf hart kommt, könnten sonst die Aktionäre eine ausserordentliche GV fordern, um den VR auszuwechseln, oder von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Aktien gemeinsam einem Bieter wie Sanofi anzudienen.

Klar schwächer zeigen sich im frühen Handel zudem - ohne besondere Vorkommnisse - noch Sika (-0,6%).

Die grösste Belastung für den SMI sind neben Actelion allerdings Novartis (-0,5%) und Roche (-0,4%), wobei alle drei Schwergewichte in der Vorwoche weiter kräftig aufholen konnten. Bei den Pharma-Schwergewichten gibt es allerdings eher positive News: Roche hat für sein Medikament Alecensa (Alectinib) in der EU eine bedingte Zulassungsempfehlung erhalten. Und für Novartis bestätigte Jefferies derweil die Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel.

Nestlé (unv.) halten sich indes auf dem Niveau vom Freitagsschluss.

Während CS (-0,2%) leicht abgeben, schieben sich UBS (+0,7%) an die Spitze der Blue Chips. In der Vorwoche haben UBS allerdings knapp 3% abgegeben. Im Steuerstreit mit Frankreich erhält die Grossbank offenbar durch ein neues französisches Gesetz die Möglichkeit, sich von einem ihrer grössten Rechtsrisiken ohne Schuldeingeständnis freizukaufen, wie die "Sonntagzeitung" schrieb.

Unter den SMI/SLI-Titeln legen ausserdem Swisscom und Galenica (je +0,4%) noch leicht zu.

Am breiten Markt sind Leonteq (-26%) massiv von einer Gewinnwarnung belastet. Der Vorsteuergewinn beim Finanzdienstleister dürfte angesichts geringer Kundenaktivität nur noch ein Viertel des Vorjahresniveau erreichen. Auch ist die Dividende für 2016 in Gefahr. Mitte November hatte es am Investorentag noch geheissen, dass mindestens 1,75 CHF je Aktie - wie für 2015 - ausgeschüttet werden soll. Man werde in den kommenden Wochen weitere Sparmassnahmen prüfen sowie die Dividendenpolitik für 2016, heisst es am Montag. ZKB senkt als Reaktion das Rating auf "Untergewichten".

Zulegen können dagegen Kuros (+5,6%) und Evolva (+12%). Das Biotechunternehmen Kuros kündigt mit Xpand Biotechnology eine Übernahme im Bereich der Knochenheilkunde an. Alle 15 Mitarbeiter sollen übernommen werden, womit sich die Mitarbeiterzahl von Kuros verdoppelt.

Evolva hat unterdessen vom US-Patentamt einen positive Bescheid über sogenannte Gewährbarkeit einer Patentanmeldung für den Stevia-Süssstoff erhalten. Das Patent wird voraussichtlich Anfang 2017 erteilt.

ys/rw

(AWP)