Aktien Schweiz Eröffnung: Leichte Verluste - SNB hält an Kurs fest

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Donnerstag im frühen Handel seinen Abwärtstrend der vergangenen Tage weiter fort. Für den Leitindex SMI geht es damit bislang den sechsten Handelstag in Folge abwärts. Die Vorgaben aus Übersee lieferten überwiegend eine schwächere Vorgabe. Das Hauptaugenmerk auf dem hiesigen Markt gilt an diesem Tag zwei Themen: Der SNB und der Übernahmeofferte von AFG für Looser.
15.09.2016 10:15

Die Währungshüter halten wie erwartet am Status quo fest und belassen den Einlagensatz auf Giro-Konten bei -0,75%. Die BIP-Prognose für 2016 passte die SNB auf "rund +1,5%" an (alte Prognose: +1,0 bis +1,5%). Im weiteren Tagesverlauf folgt noch die Bank of England mit ihrer aktuellen geldpolitischen Entscheidung, die den Markt bewegen könnte. Hierzulande sorgt zudem noch der geplante Zusammenschluss zwischen dem Bauzulieferer AFG und der Industriegruppe Looser für starke Kursausschläge.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 9.35 Uhr 0,12% auf 8'152,76 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, tritt mit -0,02% auf 1'238,29 Punkten auf der Stelle und der breite Swiss Performance Index (SPI) fällt um 0,15% auf 8'867,36 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln notieren zur Berichtszeit 15 im Minus, 13 im Plus und zwei unverändert.

Zu den grössten Verlierern zählen die Aktien von Lonza (-0,9%), Schindler und Swisscom (je -0,7%). Die Experten von Barclays hatten sich zuvor sehr verhalten zum Telekomkonzern Swisscom geäussert. Bei dem Konzern werde der Konkurrenzdruck zunehmen, heisst es in der Studie.

Die beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch (je -0,7%) gehören ebenfalls einmal mehr zu den grössten Verlierern. Für Richemont senken auch einen Tag nach dem Geschäftsupdate zahlreiche Experten ihre Kursziele. Ihnen bereitet vor allem das schwache Abschneiden der Marke Cartier Sorgen.

Die Gewinnerliste wird angeführt von Aktien aus den unterschiedlichsten Branchen: So weisen die Anteilsscheine der Credit Suisse das grösste Kursplus (+0,8%) auf, die Julius Bär (+0,4%) und UBS (+0,3%) legen ebenfalls leicht zu. Händler verweisen hier auf eine grundsätzlich gute Entwicklung des Bankensektors auch in Europa.

Gleichzeitig gewinnen Zykliker wie Aryzta (+0,6%) und LafargeHolcim (+0,3%) ebenfalls hinzu. Aber auch Versicherertitel wie Swiss Life, Zurich Insurance und Swiss Re stehen zunächst etwas höher in der Gunst der Investoren - wie Kursgewinne zwischen 0,3 und 0,4% zeigen.

Beim Hersteller von Hörsystemen, Sonova (+0,7%), honorieren Investoren die abgeschlossene Übernahme von AudioNova, welche bereits ab dem ersten Jahr einen positiven Einfluss Gewinn pro Aktie (vor Einmalkosten) haben dürfte.

Als eher belastend erweisen sich dagegen die drei Schwergewichte Roche, Novartis (je -0,5%) und Nestlé (unv.). Dabei äussern sich die Analysten von Kepler Cheuvreux durchaus positiv zu Novartis. Sie weisen auf den anstehenden ECTRIMS-Kongress hin, bei dem der Konzern mit neusten Daten zu seinem Produktkandidaten BAF312 gegen multiple Sklerose punkten könnte.

Im breiten Markt stechen die Aktien von AFG (-12%) und Looser (+22%) nach den angekündigten Plänen ins Auge. AFG will Losser übernehmen: Die Unternehmen streben nach eigenen Angaben den Zusammenschluss zu einem führenden europäischen Gebäudezulieferer an. Die Übernahme werde die Position des Türengeschäft von AFG deutlich verbessern, kommentieren die zuständigen Analysten von Vontobel.

Auch die Aktien des Schokoladehersteller Barry Callebaut (+0,6%) setzen sich positiv ab. Hier reagieren Investoren freundlich auf die Nachricht, dass die Zusammenarbeit mit Mondelez International in Belgien ausgebaut wird.

hr/ys

(AWP)