Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Minus - Pharma-Schwergewichte drücken

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwoch im frühen Handel mit leichten Verlusten. Der SMI hatte zunächst etwas im Plus eröffnet, drehte dann aber kurze Zeit später ins Minus. Zuvor war der Leitindex drei Tage in Folge gestiegen - besonders stark am Montag, als die Befürchtungen vor einem möglichen Brexit wieder etwas geringer geworden sind. Investoren würden die Möglichkeit eines Ausstiegs aus der EU am (morgigen) Donnerstag weiter "auspreisen", obwohl die Umfragen weiterhin auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürworter und Gegner deuteten, so ein Marktkommentar.
22.06.2016 10:15

Während andere europäische Börsenplätze in der etwas entspannteren Stimmung klar zulegen, belasten hierzulande die Pharma-Schwergewichte den Markt. Da keine bedeutenden Konjunkturdaten anstünden, stehe weiter das Brexit-Referendum im Mittelpunkt des Interesses an den Märkten, so ein Analyst. Auch die Volatilität bleibt hoch, was sich auch am VSMI-Index (+2,7% auf 27,8) ablesen lässt.

Der Swiss Market Index (SMI) sinkt gegen 09.35 Uhr 0,22% auf 7'918,60 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,09% auf 1'201,77 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,27% auf 8'570,27 Zähler. Von den 30 Blue Chips notieren 19 tiefer, acht fester und drei unverändert.

Die grössten Gewinner sind Zurich (+1,3%), nachdem Merrill Lynch das Rating auf "Buy" nach "Neutral" erhöht hat. Der zuständige Experte des US-Hauses vertraut nun stärker darauf, dass das Zurich-Management die Kehrtwende bei der Profitabilität schaffen wird. Zudem dürfte der Konzern die Reserven adäquat sichern und so eine stabile Dividende ermöglichen, heisst es. Immerhin biete die Aktie eine potenzielle Dividendenrendite von 7,3% und gehöre damit zu drei führenden Unternehmen im Sektor.

Weiter profitieren Julius Bär (+1,0%) und Schindler PS (+0,8%) von Hochstufungen. Die Bär-Aktien werden von Citigroup neu zum Kauf empfohlen. Die langfristigen Aussichten seien weiterhin intakt und es empfehle sich, in der Schwächephase zu kaufen, heisst es. Im bisherigen Hoch legten die Titel des Vermögensverwalters gar 2,9% zu.

Schindler wurde derweil von RBC auf "Sectorperform" von zuvor "Underperform" hochgestuft. Mit Blick auf die erwarteten Fortschritte bei der Marge herrsche nun mehr Gewissheit als noch vor einem Jahr, so die Begründung der Experten der kanadischen Bank. Der Markt in China befinde sich aber nach wie vor in einer Phase der zyklischen Abkühlung und gleichzeitig werde die Konkurrenz härter. Ein starker Kursanstieg sei deshalb momentan unwahrscheinlich und die Prämie der Papiere von 45% zum Sektor nach wie vor hoch.

LafargeHolcim (Aktie +0,6%) wehrt sich indes gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Zementwerk in Syrien. Die französische Zeitung "Le Monde" hat dem Konzern in einem Artikel vorgeworfen, "zweifelhafte Arrangements" mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingegangen zu sein. Die Priorität der damaligen Lafarge sei die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeitenden gewesen, betonte LafargeHolcim in einer Stellungnahme.

Gewinne verzeichnen zudem noch Dufry (+0,6%), CS (+0,3%) und Swiss Re (+0,2%).

Swisscom (-0,2%) bewegen sich im Rahmen des Gesamtmarktes. Der Telekomkonzern sieht sich mit einem gerichtlichen Nachspiel wegen des Verkaufs der Inseratevermarkterin Publicitas an die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius 2014 konfrontiert. Vor dem Handelsgericht Zürich sind mehrere Klagen hängig, wie ein Swisscom-Sprecher einen FuW-Artikel bestätigte. Aurelius beschuldigt Swisscom, nicht umfassend über den Wegfall der NZZ als Kunde informiert zu haben, was der Telekomkonzern bestreitet. Swisscom erhebt ihrerseits Forderungen an Aurelius aus dem Konkurs des Outsourcing-Unternehmens Xentive.

Die schwergewichtigen Nestlé (-0,1%) verlieren leicht, während Novartis (-0,5%) und Roche (-0,7%) den SMI stark belasten. Verlierer sind zudem Swatch (-0,8%), Sonova (-0,6%) und Galenica (-0,5%). Richemont (-0,4%) halten sich geringfügig besser. Die Luxusgütertitel hatten bereits am Vortag deutlich abgegeben.

Am breiten Markt geben Gottex (-8,7%) und Santhera (-3,7%) am stärksten ab. Auch Huber+Suhner (-1,2%) geben deutlicher ab. Am Vortag hatten sie nach der Zahlenvorlage zum Halbjahr noch 6% zugelegt.

ys/uh

(AWP)