Aktien Schweiz Eröffnung: Leichtes Minus - Syngenta nach Zahlen unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zum Wochenschluss etwas schwächer eröffnet. Der SMI war nach einem starken Mittwoch bereits am Vortag leicht zurückgefallen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Vortag keine neuen Hinweise für die weitere Geldpolitik in der Eurozone geliefert. Er habe sich vielmehr alle Optionen offen gehalten, heisst es unter Händlern. "EZB hält ihr Pulver bis im Herbst trocken" lautet eine Analystenschlagezeile am Freitag.
22.07.2016 10:15

Auch an den US-Börsen kam es zur Verschnaufpause nach neun freundlichen Handelstagen mit vielen Rekorden. Auf die Stimmung in den USA drückten enttäuschende Quartalsbilanzen grosser Namen. Zudem waren einige Konjunkturdaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die asiatischen Börsen folgten der Wall Street in die Verlustzone. In der mit zahlreichen Firmenabschlüssen befrachtet gewesenen Woche präsentierten auch zum Wochenschluss noch acht Schweizer Unternehmen Zahlen zum Geschäftsverlauf - darunter meist beachtet Syngenta.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,44% tiefer bei 8'146,38 Punkten. Auf Wochenbasis steht der SMI damit bislang ganz leicht im Minus. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,48% auf 1'204,69 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,43% auf 8'822,31 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 28 im Minus und lediglich Sika im Plus sowie LafargeHolcim unverändert.

Besonders stark verlieren Swatch (-2,5%), und auch Richemont (-1,5%) geben klar ab. Swatch hatten den Vortag nach der Zahlenvorlage mit leicht festeren Kurs abgeschlossen. Am Donnerstag war jedoch auch bekannt geworden, dass im Juni die Uhrenexporte weiter eingebrochen sind. Der Abwärtstrend hat sich zuletzt gar wieder beschleunigt.

Natixis senkte nun im Nachgang das Rating für Swatch auf "Neutral" von zuvor "Buy". Die operative Leistung im ersten Semester 2016 sei so enttäuschend wie noch nie ausgefallen, heisst es. Die zuständige Analystin sieht wenig ermutigende Perspektiven für den Uhrenhersteller. Zudem trudeln weitere Kurszielsenkungen aus anderen Häusern ein.

Grössere Verluste verzeichnen im frühen Handel zudem noch Julius Bär (-1,0%), Givaudan (-0,9%), Galenica und Adecco (je -0,8%). Julius Bär legen am kommenden Montag Halbjahreszahlen vor.

Syngenta (-0,3%) verlieren nach Halbjahreszahlen etwas. Der Agrochemiekonzern hat deutlich weniger Umsatz und Gewinn gemacht als im Vorjahr und damit die Erwartungen am Markt verfehlt. Die Rede ist beim Unternehmen von schwierigen Marktbedingungen: niedrige Rohstoffpreise sowie wirtschaftliche und währungsbedingte Herausforderungen.

Roche (-0,6%) und Actelion (-0,3%) - ebenfalls mit Abschlüssen am Vortag - büssen ebenfalls ein. Das gilt auch für den zweiten schwergewichtigen Pharmawert Schwergewichte Novartis (-0,5%). Bei Nestlé (-0,1%) sind die Verluste moderater.

Ebenfalls besser als der Gesamtmarkt halten sich unter den SMI/SLI-Werten ausserdem ABB (-0,1%), nachdem die Titel bereits am Vortag das grösste Plus von mehr als 2% erreicht haben. Deutsche Bank erhöht im Nachgang auf "Hold" von zuvor "Sell". Hinzu kommen zahlreiche Kurszielerhöhungen.

Der Analyst bei der Deutschen Bank verweist auf besser als erwartet ausgefallene Fortschritte bei den Massnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich sowie der soliden Margen-Performance im zweiten Quartal. Die Aktie sei aber nach wie vor hoch bewertet, eine Verkaufsempfehlung sei jedoch nicht mehr gerechtfertigt.

Einzig positiv notieren dagegen Sika (+0,1% auf 4'266). Für die Titel bestätigte Bernstein in einer Sektorstudie das "Outperform"-Rating und erhöhte das Kursziel auf 5'053 CHF deutlich. Das Wachstum in den USA sei stark und dürfte im zweiten Jahresviertel gar zu einem zweistelligen Wert ansteigen, heisst es mit Blick auf die Zahlenvorlage am nächsten Freitag.

Am breiten Markt notieren Gottex (-3,1% auf 0,31 CHF) deutlich tiefer. Der Vermögensverwalter hat vorbörslich stark rückläufige ertragsgenerierende Vermögen im zweiten Quartal publiziert.

Auch Cassiopea (-1,0%) verlieren nach einem höheren Verlust im ersten Semester, ebenso Lindt&Sprüngli (PS -0,8%). Der Schokoladehersteller hat allerdings mehr umgesetzt und verdient und die strategischen Jahresziele bestätigt. Jedoch liegen die vorgelegten Zahlen beim organischen Wachstum unter den Schätzungen. Der Gewinn traf die Erwartungen.

Deutlich zulegen können dagegen CPH (+6,7%) nach Halbjahreszahlen sowie Airesis (+8,0% auf 1,08 CHF). Letztere Aktien profitieren offenbar von einer Beteiligung (78%) an der französischen Sportmarke Le Coq Sportif, wo sich das Wachstum im ersten Halbjahr beschleunigt hat.

ys/cp

(AWP)