Aktien Schweiz Eröffnung: Moderate Verluste - Banken bleiben auf Erholungskurs

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit etwas tieferen Kursen in den Tag gestartet, nachdem sich der Leitindex SMI in den vergangenen Tagen von der Baisse der Vorwoche etwas erholt hatte. Jedoch fehlt es im frühen Geschäft an wegweisenden Impulsen, wobei auch die Vorgaben aus Übersee kaum Orientierung liefern: Während sich an den asiatischen Börsen ein durchwachsenes Bild zeigt, ging es an der Wall Street am Vorabend leicht nach unten.
05.10.2016 10:15

Derzeit bestimmten erneut monetäre Spekulationen das Marktgeschehen, meint ein Händler. Für Gegenwind sorgt etwa das Gerücht, die EZB könnte schon bald die Wertpapierkäufe drosseln. Nebst der US-Notenbank Fed arbeite nun möglicherweise auch die EZB daran, die geldpolitischen Zügel etwas zu straffen, heisst es. Auf die Frage, wann die Fed ihren nächsten Zinsschritt vollzieht, dürfte der am Freitag zur Publikation anstehende Jobs Report Antworten liefern. Am Nachmittag erwarten die Anleger vom ADP-Beschäftigungsbericht Hinweise dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 09.30 Uhr 0,31% auf 8'205,17 Punkte nachdem er zu Beginn auf 8'168 Stellen abgerutscht war. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,27% auf 1'252,12 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,34% auf 8'955,02 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel stehen bis auf fünf alle im Minus.

Die grössten Kurseinbussen bei den Blue Chips gehen derzeit auf das Konto von Zyklikern wie Aryzta (-1,2%), LafargeHolcim (-0,8%) oder Kühne+Nagel (-1,0%). Aber auch die defensiven Swisscom (-0,8%), Roche, Novartis (je -0,4%) und Nestlé (-0,3%) verlieren an Wert. Der Roche-Genussschein erhält dabei von dem für Actemra/RoActemra von der FDA erteilten "Therapiedurchbruch"-Status kaum Unterstützung.

Etwas Nervosität hat sich bei Swiss Re (-0,3%) breit gemacht, nachdem der Hurrikan 'Matthew' mit voller Wucht auf Haiti getroffen ist und nun auf die US-Ostküste zusteuert. Unter dem Wirbelsturm-Risiko dürften auch die Aktien der Zurich Insurance Group (-0,3% auf 253,70 CHF) leiden. Eine Stütze bietet hier allerdings die Kurszielerhöhung auf 300 CHF (zuvor 281 CHF) durch JP Morgan. Die Analysten bekräftigen zudem das Rating mit 'Outperform' und glauben, dass die Zurich die hohen Dividendenzahlungen beibehalten wird.

ABB verlieren am Tag nach dem Capital Markets Day 0,4%. Die Anleger hatten den Entscheid, dass das Stromnetzgeschäft entgegen den Forderungen wichtiger Investoren Teil des Konzerns bleiben soll, am Vortag gut aufgenommen. Zuversichtlich äussern sich auch Analysten: Bei LBBW wird die Digitalisierung der industriellen Produktion und der Stromnetze als zentraler Werttreiber gesehen. Die Analysten heben das Kursziel leicht an.

Derweil setzen die Banken den Erholungskurs der beiden letzten Handelstage fort, nachdem vergangene Woche die Turbulenzen um die Deutsche Bank den Sektor in die Tiefe gerissen hatten. Die Titel der UBS (+1,0%) profitieren zudem von der Ratingerhöhung auf 'Strong Buy' nach 'Buy' durch S&P Global. Die S&P-Analysten wittern eine gute Einstiegschance.

Auch Julius Bär (+0,5%) legen gut zu, nachdem sie von RBC mit 'Outperform' ins Anlageuniversum aufgenommen wurden, wie am Markt zu hören ist. Nur leicht im Plus stehen die Titel der Credit Suisse (+0,2%).

Auch im breiten Markt sind Unternehmensnews äusserst dünn gesät. Am Vorabend hatte der Industriezulieferer Dätwyler (Aktie: -0,1%) den Ausbau der Produktion in den USA mit einem neuen Werk in Delaware bekanntgegeben. Die Gruppe will mit der Fertigung von hochwertigen Elastomerkomponenten für Verabreichungssysteme von injizierbaren Arzneimitteln in den USA näher an den Kunden heranrücken. Analysten begrüssen diesen Schritt.

Unter Abgabedruck stehen Tamedia (-2,2%) oder Burkhalter (-2,1%). Steigende Kurs sind etwa bei Orascom (+1,8%) oder Leclanché (+1,6%) zu sehen.

mk/cp

(AWP)