Aktien Schweiz Eröffnung: Ohne klare Richtung - Bankenaktien weiter unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch ohne klare Richtung in den Handel gestartet. Nach einer negativen Eröffnung drehte er im frühen Handel dank der Unterstützung der defensiven Index-Schwergewichte leicht ins Plus. Nach wie vor beschäftigen sich die Investoren mit möglichen negativen Folgen des Brexit. Zudem bereiten ihnen die Probleme der italienischen Banken Sorgen, worunter vor allem die Finanzwerte leiden. Am Nachmittag könnten noch Konjunkturzahlen aus den USA Impulse liefern.
06.07.2016 10:15

Bereits am Vortag hat der Brexit-Blues wieder die Stimmung an den Aktienmärkten dominiert. Unterlegt wurde sie durch Äusserungen von Mark Carney, Gouverneur der Bank of England. Dieser deutete in einer Rede an, dass die britische Abstimmung über den EU-Austritt eine negative Auswirkung auf das globale Wachstum haben werde. Zudem warnte auch der New Yorker Fed-Präsident William Dudley vor einem potenziellen Ansteckungsrisiko des Brexit. Da aber überhaupt keine Klarheit darüber herrscht, wie und wann der Brexit abgewickelt wird, dürfte nach Ansicht von Marktbeobachtern die Nervosität der Investoren in nächster Zeit hoch bleiben.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr um 0,17% höher bei 7'914,44 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,03% auf 1'164,06 und während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,07% auf 9'476,45 Punkte nachgibt. Von den 30 Blue Chips stehen 19 im Minus und elf im Plus.

Im Fokus des Interesses liegen weiterhin die Bankenvaloren. Denn die Marktteilnehmer scheinen in den italienischen Finanzinstituten, deren Probleme nach Ansicht von Beobachtern möglicherweise eine neue Finanzkrise auslösen könnten, ein neues Thema gefunden zu haben. Zuletzt gab es Meldungen, wonach Italiens drittgrösste Bank, Monte Paschi, eine staatliche Rettung benötigen könnte.

UBS erleiden dabei deutliche Einbussen von 1,5% und notieren damit wieder auf einem Niveau, das zuletzt vor vier Jahren verzeichnet worden war. Die Valoren waren bereits gestern mit einem Minus von 3,9% aufgrund eines Amtshilfegesuchs in Steuersache Frankreich aus dem Handel gegangen. Macquarie hat die UBS-Titel neu auf "Underperform" von "Neutral" zurückgestuft.

Credit Suisse verlieren 1,2% und fielen damit unter die Marke von 10 CHF. Dem Titel drohe nun der Ausstieg aus dem Stoxx Europe 50, heisst es in einem Marktkommentar. Wer von einem Jahr zum Amtsantritt von Tidjane Thiam als CEO bei der CS zugegriffen hat, musste noch rund 26 CHF für eine Aktie hinlegen. Und Marktbeobachter schliessen nicht aus, dass die Papiere weitere neue Tiefs ausloten könnten.

Julius Bär stehen 0,5% tiefer. An der Privatbankengruppe hat sich erstmals der amerikanische Vermögensverwalter T. Rowe Price als Aktionär mit einem Anteil von 3,1% bekanntgegeben.

Die Titel des Baustoffkonzerns LafargeHolcim (-1,2%), die am Vortag mit einem Minus von 2,3% aus dem Handel gingen, lassen erneut Federn. Die Ratingagentur Moody's hat aber trotz Brexit-Risiken das Kreditrating Baa2 bestätigt. Das langsame Wirtschaftswachstum nach dem Brexit-Abstimmungsresultat werde die Ergebnisse der Konzerne zwar belasten, jedoch nicht in solchem Masse, dass das Rating beeinflusst werde, begründete Moody's den Schritt.

Auf der Gewinnerseite haben Schindler (+1,3%) die Nase vorn. Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler und der US-Konzern GE gehen eine strategische Partnerschaft ein, um gemeinsam das Potenzial des industriellen Internets für Innovationen im Lift-, Rolltreppen- und "Smart-Building"-Bereich zu erschliessen.

Im Plus notieren auch Actelion (+0,1%) nach Produktnews. Das Biopharma-Unternehmen startet eine Phase-III-Studie mit seinem Mittel Macitentan bei Kindern mit Lungenbluthochdruck. Das global angelegte Programm wird von der US-Gesundheitsbehörde FDA und von der EU befürwortet.

Leichte Gewinne von 0,1% verzeichnen zudem Geberit. Das Sanitärtechnikunternehmen verteilt die Aufgaben des Bereichs Produkte per September neu auf die Bereiche Operations sowie Product Management & Innovation auf. In diesem Zusammenhang wird Martin Baumüller, der die Leitung des Konzernbereichs Marketing & Brands übernimmt, zum neuen Konzernleitungsmitglied ernannt.

Im breiten Markt richten sich die Blicke auf Georg Fischer, die 0,7% einbüssen. Der Industriekonzern hat für die Division Automotive einen globalen Auftrag für PKW-Strukturteile im Umfang von 84 Mio EUR erhalten.

Das Telemedizinunternehmen LifeWatch (-7,1%) schreibt für das erste Quartal 2016 aufgrund von Rechts- und Sonderkosten rote Zahlen. Mit den Zahlen gab das Unternehmen auch eine Anpassung der Strategie, der Guidance sowie Details zur geplanten Kapitalerhöhung bekannt.

Stark unter Druck stehen zudem Von Roll (-10,3%), die damit einen Teil der Vortagesgewinne preisgeben, sowie AMS (-5,7%) nach einer Abstufung durch Barclays.

sig/cp

(AWP)