Aktien Schweiz Eröffnung: Richtungsloser Start - Nestlé weiter unter Druck

Am Schweizer Aktienmarkt notieren die Indizes am Freitagmorgen nach einem eher richtungslosen Start leicht im Minus. Die Wall Street hat am Vorabend nur schwache Impulse geliefert: Die US-Indizes schlossen am Donnerstagabend trotz zwischenzeitlicher neuer Rekordhochs nur wenig verändert. Die Märkte in Asien gaben in der Nacht auf Freitag nach. Insgesamt würden die Anleger auch im Hinblick auf bevorstehende Leitzins-Erhöhungen in den USA wieder vorsichtiger, meinte ein Analyst.
17.02.2017 10:00

Weiterhin im Fokus bleiben an den Märkten die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten grossangelegten Steuersenkungs- und Ausgabenprogramme. Zwar dürfte Trump den Worten Taten folgen lassen, es bleibe aber fraglich, inwieweit er damit die bereits eingepreisten Erwartungen erfüllen könne, so ein Marktbeobachter. Hierzulande gibt es nur wenig Neuigkeiten von Unternehmensseite, für etwas Volatilität könnte der "kleine Verfallstag" bei den Derivaten sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,08% tiefer bei 8'460,44 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten gibt um 0,05% auf 1'346,70 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt 0,03% Zähler auf 9'296,57 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus, zehn im Plus und vier unverändert.

Belastet werden die Indizes von Abgaben der schwergewichtigen Nestlé (-0,5%). Bereits am Vortag hatten die Aktien des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns nach einem enttäuschenden Jahresergebnis und einem verhaltenen Ausblick unter Druck gestanden. Am Freitagmorgen hat nun eine Reihe von Research-Häuser weitere Kommentare veröffentlicht und die Kursziele dabei mehrheitlich leicht nach unten revidiert. Fast alle Analysten - darunter UBS, Goldman Sachs oder Deutsche Bank - bleiben aber bei ihren Kaufempfehlungen.

Deutliche Abschläge entfallen unter den Bluechips etwa auch auf Aryzta (-1,4%), die sich zuletzt nach den Management-Abgängen etwas erholt hatten. Auch eine Reihe von Zyklikern notiert tiefer, darunter ABB (-0,4%), Richemont und LafargeHolcim (je -0,3%).

Bei den Pharma-Schwergewichten legen Novartis (+0,3%) zu, während Roche (-0,1%) etwas nachgeben. Das Jefferies-Aktienresearch hat die Kaufempfehlung für beide Pharma-Schwergewichte bei je leicht angehobenem Kursziel bekräftigt: Bei Novartis setzt der Experte auf anziehende Umsätze des Herzmittel Entresto. Bei Roche geht er von einem positiven Ausgang der "seit langem erwarteten" wichtigen "Aphinity"-Studie zu den Brustkrebsmedikamenten des Pharmakonzerns aus. Die japanische Roche-Tochter Chugai teilte zudem einen Zulassungsantrag für das Immun-Therapeutikum Atezolizumab bei Lungenkrebs mit.

Deutliche Aufschläge zeigen Clariant (+0,9%). Am Vortag hatten die Titel nach einem durchzogenen Jahresergebnis des Chemiekonzerns noch nachgegeben. Die Analysten von Goldman Sachs unterstreichen in einer Studie allerdings die verbesserte Ertragsqualität und attestieren dem Unternehmen gutes Wachstumspotenzial - entsprechend erhöhen sie ihre Empfehlung auf "Buy" von "Neutral". Anderer Meinung ist allerdings etwa das Bernstein-Research, das bei "Underperform" bleibt.

Die stärksten Kursgewinne im SMI verzeichnen allerdings Credit Suisse (+1,2%). Für Unterstützung sorgen positive Studien von Morgan Stanley sowie Merrill Lynch. Morgan Stanley stuft das CS-Rating im Nachgang zur Zahlenvorlage vom Dienstag auf "Overweight" hoch. Die MS-Analysten sehen für die CS-Titel ein Kurspotenzial von rund 20%. Derweil notieren UBS unverändert, während die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (-0,6%) klar nachgeben.

Am breiten Markt hat die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (unv.) ihren Geschäftsbericht 2016 vorgelegt, die vorläufige Zahlen und die Dividende waren allerdings bereits bekannt. Die Cembra Money Bank (+0,2%) hat die Übernahme des waadtländischen Rechnungsfinanzierers Swissbilling für "unter 10 Mio CHF" bekanntgegeben. Die Vontobel-Analysten sprechen von einer "bescheiden dimensionierten" Transaktion.

tp/ys

(AWP)