Aktien Schweiz Eröffnung: Schwacher Start - Ölpreise, Gewinnmitnahmen belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt beginnt die neue Handelswoche so, wie er die vergangene beendet hat - im Minus. Nachdem der Leitindex SMI mit einem Abschlag von einem halben Prozent gestartet war, hat er dieses im frühen Handel noch etwas ausgeweitet. Als Hauptbelastungsfaktor nennen Händler die Vorgaben aus Übersee.
26.09.2016 10:15

An der Wall Street hatte zum Wochenschluss ein rückläufiger Ölpreis belastet. In Asien setzten sich die Verluste fort und trugen somit zur insgesamt schwächeren Vorgabe bei. Der Ölpreis dürfte bis zum OPEC-Treffen Mitte dieser Woche auch weiterhin ein wichtiger Einflussfaktor für die Börsen sein, prognostiziert ein Händler. Entsprechend sollte jene Unternehmen im Blick behalten werden, die von Preisbewegungen beeinflusst werden, wie etwa Chemie-Unternehmen oder auch Industriekonzerne.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.30 Uhr 1,03% auf 8'187,51 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 1,16% auf 1'242,63 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,01% auf 8'918,21 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen lediglich Adecco nach einer Hochstufung durch die RBC im Plus, der Rest im Minus.

Wie bereits zum Wochenschluss, verzeichnen die Aktien von Aryzta (-3,1%) auch zum Start in die neue Woche die grössten Ausschläge - allerdings dieses Mal nach unten. Der Backwarenkonzern hat mit seinem verhaltenen organischen Wachstum im vierten Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen klar verfehlt. Bei Vontobel fühlt sich der zuständige Analyst nach den Zahlen in seiner insgesamt vorsichtigen Einschätzung des Unternehmens bestätigt. Zum Wochenschluss hatte die Ankündigung über personelle Veränderungen den Aktien zu einem Kurssprung verholfen.

Mit etwas Abstand folgen die Aktien aus der Finanzbranche, wobei die beiden Grossbanken UBS (-2,3%) und Credit Suisse (-1,9%) deutlicher Federn lassen als die Versicherer Zurich Insurance (-1,6%), Swiss Re (-1,5%) und Bâloise (-1,4%). Allerdings gehörten die Mehrzahl dieser Papiere in der vergangenen Woche zu den grössten Gewinnern, so dass es sich hier durchaus um Gewinnmitnahmen handeln kann.

Neben den Finanztiteln trennen sich Investoren aber auch von Zyklikern wie LafargeHolcim (-1,4%) und den beiden Uhrenherstellern Swatch (-1,2%) und Richemont (-1,1%). Zum Vergleich: LafargeHolcim haben die vorangegangene Handelswoche mit einem Kursplus von mehr als 7% beendet.

Kursverluste von 1,1% beim Pharmaschwergewicht Roche und ein Minus von 0,8% bei Novartis verstärken den Abwärtsdruck im Markt. Das dritte Schwergewicht Nestlé hält sich mit -0,7% etwas besser. Für den Nahrungsmittelhersteller erwarten die Experten von Bryan Garnier für das dritte Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 3,5%. Das liege zwar im Rahmen des Trends des ersten Halbjahres, doch deutlich unter ihren früheren Annahmen von 5,5%.

Vergleichsweise etwas besser als der Gesamtmarkt präsentieren sich die Spezialchemie-Aktien von Sika (-0,2%) und auch der Agrochemie-Konzern Syngenta (-0,8%) hält sich überdurchschnittlich. Der Chemiesektor dürfte zum Wochenstart durch die Übernahmepläne des deutschen Spezialchemiekonzerns Lanxess im Fokus stehen. Lanxess will den US-Konkurrenten Chemtura für insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro kaufen.

Im breiten Markt sind die Aktien des Cybersecurity-Unternehmens Wisekey (+2,3%) einen Blick wert. Das Unternehmen hat Bernard Vian zum General Manager der Vault-IC in Frankreich ernannt.

Kursgewinne verzeichnen zudem noch die Papiere vom Gesundheitsunternehmen Evolva (+1,7%) und von der BLKB (+1,6%). Cham Paper Group ziehen um 0,8% an. Der Spezialpapier-Hersteller kann sein Immobilienprojekt an seinem ehemaligen Produktionsstandort in Cham umsetzen. Die Stimmberechtigten der Gemeinde haben an der Abstimmung vom Wochenende beiden Vorlagen für die Entwicklung des Areals zugestimmt.

Auf der Verliererseite finden sich mit den Aktien von Basilea (-3,4%) und Kuros (-2,4%) sowie Cassiopea (-1,7%) zahlreiche Vertreter aus der Gesundheitsbranche.

hr/ra

(AWP)