Aktien Schweiz Eröffnung: Schwächer, vor allem wegen Pharmawerten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit tieferen Kursen in die Sitzung gestartet. Nach einem knapp gehaltenen Start haben die schwachen Pharmawerte, vor allem Novartis, den Gesamtmarkt tiefer in die rote Zone gezogen. Die Vorgaben aus den USA sind mehr oder weniger neutral, in Tokyo haben die Aktien zum Wochenstart dagegen zugelegt. Insgesamt gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Richtungssuche auch in der neuen Woche weitergeht, nachdem der SMI in der vergangenen Woche die Gewinne aus dem Trump-Rally verteidigt hat.
21.11.2016 10:15

Für die Märkte stünden auch in der neuen Woche die wirtschaftlichen Pläne und die Ernennungen von Trump im Fokus, hiess es in Börsenkreisen. Dabei seien die Investoren auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen einer Positionierung für fiskalische Stimuli für die US-Wirtschaft einerseits und der Vermeidung von zu viel Risiko andererseits, denn die Unsicherheit über die tatsächlich von der Trump-Administration kommenden Massnahmen sei weiterhin gross. Für steigende Nervosität könnte zudem das in zwei Wochen anberaumte Verfassungsreferendum in Italien sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) rutscht bis um 9.30 Uhr um 0,57% auf 7'859,48 Punkte ab. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,27% auf 1'244,92 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,48% auf 8'606,71 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln geben 16 nach und 11 legen zu, während Dufry, CS und Zurich unverändert notieren.

Grösster Verlierer sind derzeit Novartis mit einem Minus von 1,8%, welche damit die Talfahrt vom Freitag fortsetzen. Der Pharmakonzern hat am Morgen und übers Wochenende als einziger Blue Chip News geliefert. So will Novartis das US-Unternehmen Selexys Pharmaceuticals Corporation und dessen SelG1 Antikörper für insgesamt bis zu 665 Mio US-Dollar übernehmen und sich damit eine 2012 erworbene Option sichern. In Marktkreisen hiess es dazu, dass die Übernahme eine Verbesserung der hämatologischen Pipeline sei, aber "nicht gerade ein Schnäppchen", wie es die ZKB formulierte.

Bereits am Freitag wurde bekannt, dass Novartis Tests mit einer intelligenten Kontaktlinse beim Menschen verschoben hat. Belastet werde der Pharmasektor aber auch von negativen Vorgaben aus den USA, hiess es. So fallen auch Roche um 1,0% überdurchschnittlich zurück.

Nennenswerte Abgaben verzeichnen auch Swatch (-0,9%) oder Sonova (-0,7%).

Dahinter büssen auch UBS (-0,6%) etwas an Terrain ein, wogegen CS (unv.) nach einem negativen Start auf den Schlussstand vom Freitag vorgerückt sind. Bernstein hat die Kursziele sowohl für CS auf 9 von 6 CHF als auch für UBS auf 10 von 8 CHF erhöht. Im Rahmen einer Branchenstudie hat das Institut aber für beide Titel das Rating "Underperform" bestätigt. Die CS gab zudem am Morgen den offiziellen Start der neuen Schweizer Tochtergesellschaft Credit Suisse (Schweiz) AG bekannt. Dieser ist gemäss der Bank erfolgreich verlaufen.

Auf der Gewinnerseite schwingen Adecco (+1,3%) obenaus, nachdem HSBC das Rating auf "Buy" von "Hold" und auch das Kursziel deutlich erhöht hat. Der Arbeitsmarkt in Grossbritannien habe sich als widerstandsfähiger erwiesen als gedacht und auch in Europa seien bislang keine Brexit-Folgen zu erkennen, hiess es unter anderem zur Begründung.

Dahinter legen die Versicherungswerte Swiss Re (+0,8%), Swiss Life (+0,5%) und Bâloise (+0,4%) zu, während Zurich wie eingangs erwähnt stabil bleiben. Auch für Zurich hat Bernstein das Kursziel im Anschluss an den Investorentag von vergangener Woche auf 230 von 200 CHF erhöht. Das Rating wurde indes ebenfalls mit "Underperform" bestätigt. Die Skepsis bleibe auch nach dem Investorentag bestehen, hiess es dazu.

Für die Aktien von Clariant (-0,2%) und Givaudan (+0,2%) hat Goldman Sachs hat die Abdeckung wieder aufgenommen und beide Titel mit "Neutral" eingestuft. Nestlé (-0,2%) werden von einer Kurszielsenkung und einer Bestätigung des Ratings "Underperform" durch die Credit Suisse etwas gebremst.

Im breiten Markt fallen Orascom DH mit einem Minus von 4,7% etwas auf. Das Unternehmen hat in Oman eine Vereinbarung mit der Regierung für ein neues Geschäftsviertel abgeschlossen.

Leclanché (+1,8%) legen dagegen zu, nachdem das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit der chinesischen Narada Power eingegangen ist. Leclanché lizenziert seine Batterie-Technologie nach China aus, gleichzeitig beteiligt sich Narada Power an Leclanché.

Schweiter (+3,8%) werden von einer Aufstufung durch die UBS auf "Buy" von "Neutral" etwas gestützt. Das Unternehmen zeige in Sachen Kundenbeziehungen, Vertriebsnetze, Produktivitätsgewinne nach den jüngsten Investitionen, Fokus auf höhermargige Produkte und Synergien von der Übernahme von Polycasa eine starke Leistung, hiess es dazu.

cf/rw

(AWP)