Aktien Schweiz Eröffnung: SMI bleibt unter Druck - Gewinnmitnahmen bei ABB

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag erneut mit Kursverlusten eröffnet und setzt damit den zuletzt gesehenen Abwärtstrend fort. Schwächelnde Ölpreise, durchwachsene Unternehmenszahlen und Verluste an den Börsen in Asien drückten auf die Stimmung, heisst es im Handel. In der Schweiz haben derweil eine Reihe von Unternehmen Geschäftszahlen präsentiert, so auch ABB, Clariant und Sika. Dabei leiden vor allem ABB unter deutlichen Gewinnmitnahmen.
27.10.2016 10:15

Die weltweiten Verluste an den Aktien- und gleichzeitig an den Anleihemärkten könnten Anzeichen für "etwas Grösseres" sein, befürchtet ein Händler. So setze sich mit Blick auf das Jahresende hin verstärkt die Meinung durch, dass die US-Notenbank noch im Dezember den nächsten Zinsschritt durchführen werde. Anlass zu dieser Annahme hätten gute Daten sowohl zur Produktion als auch aus dem Dienstleistungssektor der weltgrössten Volkswirtschaft gegeben. Am Nachmittag werden mit den Angaben zum US-Auftragseingang die nächsten Wirtschaftsdaten erwartet. Grössere Beachtung dürften aber am morgigen Freitag die BIP-Zahlen zum dritten Quartal finden.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,51% auf 7'852,59 Punkte. Zu Beginn der Woche lag der SMI noch über der Marke von 8'000 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst derzeit 0,68% auf 1'221,51 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,61% auf 8'585,02 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus und nur sechs im Plus.

Bei den Blue Chips stehen am Berichtstag jene Unternehmen im Fokus, die Geschäftszahlen vorgelegt haben; allen voran ABB (-6,4%). Der Industriekonzern hat im dritten Quartal die schwache Nachfrage in einzelnen Absatzmärkten zu spüren bekommen, deutlich weniger Aufträge an Land gezogen und damit die Markterwartungen klar verfehlt. Zudem habe der Wechsel des Finanzchefs überrascht, hiess es. Bereits hat die Bank Vontobel das Rating auf 'Hold' von 'Buy' zurückgestuft. Im herausfordernden Umfeld sei das Aufwärtspotenzial der Aktie begrenzt.

Ebenfalls unter Druck stehen Clariant (-1,9%). Der Chemiekonzern hat im dritten Quartal weniger umgesetzt, den operativen Gewinn aber gehalten. Mit den Zahlen hat die Gruppe die Vorgaben der Analysten knapp verfehlt.

Besser als ABB und Clariant schnitt Sika ab. Der im Übernahmekampf steckende Bauchemie- und Klebstoffhersteller hat die Ergebnisse im dritten Quartal auf neue Rekordwerte gesteigert und sich auf Gewinnebene besser als von Analysten erwartet entwickelt. Der Ausblick sei aber von Vorsicht geprägt, so ein Analyst. Die Aktie verliert 0,3%.

Deutlich unter Druck stehen auch die Aktien von SGS (-1,9%). Der Warenprüfkonzern führt in Polen während zwei Tagen ein Investorentreffen durch. Die Uhrentitel von Swatch geben um 2,2% und jene des Branchennachbars Richemont um 1,5% nach. Zu Reden gibt der Entscheid der Weko, die mit Swatch im Jahr 2013 getroffene Regelung zu Lieferpflichten für Eta-Uhrwerke beizubehalten. Swatch überlegt sich nun, die Preise für Eta-Werke anzuheben. Der Weko-Entscheid werde die Flexibilität von Swatch weiter einschränken, meint ein Analyst.

Credit Suisse (-0,2%) und UBS (-0,4%) geben leicht nach. Die Deutsche Bank hat die Anleger mit guten Quartalszahlen überrascht, die vor allem vom anziehenden Handelsgeschäft getragen werden. Die UBS veröffentlicht am morgigen Freitag den Quartalsbericht. Im Vorfeld dazu hat die Commerzbank das Kursziel deutlich zurückgenommen.

Die Index-Schwergewichte Novartis (-0,4%), Nestlé und Roche (je +0,1%) geben dem SMI etwas Halt.

Auch im breiten Markt haben einige Unternehmen Zahlen vorgelegt. So etwa der Dentalimplantathersteller Straumann, der die Umsatzerwartungen getroffen und die Guidance bestätigt hat, an der Börse aber 2,6% verliert. Gar um 6,6% brechen Bucher ein. Die Gruppe musste Rückgänge sowohl im Umsatz als auch im Auftragseingang vermelden und der Ausblick wird in Analystenkreisen als "düster" bezeichnet.

Bei Logitech (-2,0%) kommt es nach den starken Kursavancen des Vortages (+17%) nun zu Gewinnmitnahmen, während Implenia dank neu gewonnener Aufträge nur um 0,4% nachgeben. Gut im Plus stehen Evolva (+2,3%). Das auf Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte spezialisierte Unternehmen konnte das für die Hefe-Herstellung wichtige CRISPR-Cas9-Genome-Editing einlizenzieren.

Zahlen vorgelegt haben auch die Bank Vontobel (-0,3%) und Molecular Partners (-0,2%).

mk/cp

(AWP)