Aktien Schweiz Eröffnung: SMI in etwa auf Vortagesschluss - Galenica tiefer

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im frühen Handel noch keine eindeutige Richtung eingeschlagen. Der SMI bewegte sich in der ersten halben Stunde um den Schlusskurs vom Vortag. Die Ausschläge des Gesamtmarkts und der einzelnen Titel halten sich allerdings in engen Grenzen. Bei den einzelnen Titeln richtet sich das Augenmerk auf Galenica, nachdem der Gesundheitskonzern am Morgen Halbjahreszahlen veröffentlicht hat.
09.08.2016 10:12

Den generell lustlosen Handel erklären sich Analysten mit mangelnden Impulsen. So ging an den US-Börsen am Vorabend der Schwung verloren, nachdem der breite S&P-500-Index zu Handelsbeginn eine weiteres Rekordhoch markiert hatte. Die Vorgaben aus Asien sind uneinheitlich. Die Investoren werweissen zudem nach wie vor über die möglichen Folgen des US-Arbeitsmarktberichts vom letzten Freitag. Sie sind sich uneinig, ob dieser einen nächsten Zinsschritt in den USA begünstigt oder nicht.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,11% höher bei 8'177,43 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,08% auf 1'220,38 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,12% auf 8'891,03 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 18 im Plus, elf im Minus und einer (SGS) unverändert.

Im Fokus sind Galenica, die nach der Vorlage des Halbjahresberichts um 0,8% nachgeben und damit so stark wie kein anderer Blue Chip. Auf den ersten Blick übertraf das Unternehmen beim Umsatz zwar die Konsensschätzungen. Für Gesprächsstoff sorgt in Expertenkreisen hingegen der Ausblick für das gesamte Jahr. Schon im März verursachte der Gesundheitskonzern an der Börse mit überraschend tiefen Gewinnprognosen Nervosität. Nun erhöhe das Unternehmen diese Prognosen auf vergleichbarer Basis zwar, warne gleichzeitig aber vor hohen Vorabinvestitionen im Zusammenhang mit der milliardenschweren Übernahme von Relypsa, heisst es in ersten Kommentaren. Das wird als Zeichen dafür verstanden, dass das Übernahmeangebot kein Schnäppchen ist.

Dahinter verlieren CS (-0,7%) am meisten, und auch UBS (-0,2%) sind bei den Verlierern anzutreffen. Die beiden Grossbankenpapiere beenden damit den Aufwärtstrend der letzten Tage.

Relativ klar im Minus sind ausserdem Adecco (-0,6%). Der weltgrösste Stellenvermittler wird am Mittwoch Zwischenergebnisse vorlegen.

Das Gewinnerfeld wird auf der anderen Seite von Schindler (+0,7%) angeführt. Die Titel erhalten Unterstützung durch einen neuen Analystenkommentar von Kepler Cheuvreux, in dem das Kursziel leicht erhöht und das "Buy"-Rating bestätigt wird.

Leichte Gewinne verzeichnen dahinter Bâloise und Swiss Re (je +0,5%). Letztere erhalten etwas Rückenwind von den neusten Munich-Re-Zahlen, die deutlich besser als erwartet ausfielen. Swiss Re hat den Semesterbericht bereits vor anderthalb Wochen veröffentlicht.

Bei LafargeHolcim (+0,4%), die an den beiden vorangehenden Handelstagen jeweils am stärksten von allen SMI/SLI-Titeln zugelegt hatten, scheint die Luft nun etwas draussen zu sein. Das Jahreshoch bleibt gleichwohl in Griffweite.

Die defensiven Schwergewichte, die am Vortag den SMI ins Minus gedrückt hatten, zeigen sich uneinheitlich. Roche und Nestlé legen um 0,2% zu, Novartis geben hingegen um 0,1% nach.

Auch am breiten Markt ist relativ wenig los. Die Industriegruppe Looser (+2,7%) gab bekannt, sie wolle sich in Zukunft auf die Geschäftsbereiche Industriedienstleistungen und Türen konzentrieren und das Beschichtungsgeschäft bis Ende Jahr verkaufen; letzteres macht rund ein Drittel des Umsatzes aus. Insgesamt wurde die Nachricht positiv gewertet.

Bucher (+0,7%) kündigte eine kleine Übernahme in Australien an. Ausserdem liegen von der Genfer Kantonalbank (unv.) die Halbjahreszahlen vor. Am Vorabend hatten ausserdem die Beteiligungsfirmen Castle Alternative (ungehandelt) und Spice (unv.) Eckwerte zum Halbjahr publiziert.

rw/cf

(AWP)