Aktien Schweiz Eröffnung: SMI etwas tiefer - Warten auf Trump-Pressekonferenz

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zur Wochenmitte kaum verändert begonnen und tendiert nach der ersten halben Handelsstunde leicht tiefer. Die Vorgaben aus Übersee waren gemischt: An der Wall Street lässt der Sprung über 20'000 Punkte weiter auf sich warten. Dagegen konnte die US-Technologiebörse Nasdaq am Dienstag ihre Kletterpartie fortsetzen und ein neues Rekordhoch erklimmen. Die Börsen in Asien tendierten am Mittwoch indes uneinheitlich. In den ersten Handelstagen des neuen Jahres konnte der SMI bislang jeweils zulegen und notiert derzeit 2,6% im Plus.
11.01.2017 10:15

Die Marktteilnehmer würden mit Spannung auf die erste Pressekonferenz des neuen US-Präsidenten Donald Trump nach dem Wahlsieg im November warten, die kurz vor Europa-Schluss beginnen soll, so ein Experte. Man erhoffe sich weitere Details zur künftigen Wirtschaftspolitik der neuen Regierung. Diese Art politische Events sowie die Berichtssaison in den USA dürften in den kommenden Tagen im Mittelpunkt stehen, so ein weiterer Marktbeobachter. Letztere beginne am Freitag mit den Q4-Zahlen von gleich dreien der US-Grossbanken.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,22% tiefer bei 8'430,48 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,23% auf 1'330,12 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,18% auf 9'182,04. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, sechs im Plus und drei unverändert.

Für etwas Bewegung sorgen einige Finanzanalysen. Die mit Abstand grössten Gewinner sind ABB (+1,3%), nachdem Merrill Lynch für die Aktien des Industriekonzerns das Rating auf "Buy" von "Neutral" erhöht hat. Die Analysten der US-Bank rechnen unter anderem mit einer verbesserten Nachfrage im Bereich Rohstoffe sowie aus den Ländern China und USA. Weitere Gründe sind ein erwarteter Rückgang von Kosten. Ausserdem sollte das vor einigen Monaten angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd USD (2017-2019) nun beginnen, heisst es.

Fester stehen zudem noch Lonza (+1,0% auf 186 CHF). Die Credit Suisse erhöhte das Kursziel auf 200 und belässt das Rating auf Neutral.

Zudem profitieren die schwergewichtigen Nestlé (+0,8%) etwas von einer Ratingänderung. Die UBS empfiehlt die Aktien des Nahrungsmittekonzerns neu ebenfalls zum Kauf. Der Konzern sei mit seinen vom internen Wachstum getriebenen Volumenzahlen nämlich weiterhin eines der besten Unternehmen aus dem Sektor, heisst es.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,7%) und Roche (-0,6%) ziehen dagegen den SMI zurück. Für Novartis senkte die Credit Suisse das Rating auf "Neutral" von zuvor "Outperform". Mit Kürzungen bei den Schätzungen werde den Wechselkursentwicklungen sowie den jüngsten enttäuschenden Studiendaten wie etwa zu Fovista Rechnung getragen, heisst es. Aber auch die geringer erwarteten Umsätze der Generika-Tochter Sandoz und höhere Marketing-Investitionen für Entresto und Cosentyx spielten mit hinein.

Bei Roche sorgt eine Meldung von der Konkurrenz für negative Kommentare: Die US-Gesundheitsbehörde hat für eine "first-line" Kombinationstherapie bei Lungenkrebs von Merck den Status für eine beschleunigte Prüfung erteilt. Damit könne Roche in dem Bereich weiter ins Hintertreffen geraten, heisst es am Markt.

Noch tiefer stehen jedoch Actelion (-1,3%), die am Vortag getragen von Spekulationen bezüglich der erwarteten Übernahme durch Johnson&Johnson um 1,6% in die Höhe kletterten. Am Dienstag hätten am Markt im Tagesverlauf mögliche höhere Übernahmepreise von gegen 300 CHF kursiert, heisst es im Handel. Nach dem Plus von fast 60% 2016 stand die Aktie in diesem Jahr bis zum Schluss am Vortag bereits wieder an die 5% im Plus.

Abgaben verbuchen unter den Bluechips ausserdem noch LafargeHolcim (-0,7%), Richemont und Swatch (je -0,6%). Richemont legen am (morgigen) Donnerstag Quartalszahlen vor.

Am breiten Markt sind GAM (-3,3%) deutlich tiefer gestellt, nachdem es offenbar zwei Rating-Abstufungen auf jeweils "Underperform" gab, wie es im Handel heisst. Das Rating für Evolva (-5,2% auf 0,55 CHF) wurde zudem von Credit Suisse auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt.

Fester stehen dagegen unter anderem Wisekey (+5,1%), Dottikon (+3,3%) und Santhera (+2,9%).

ys/cf

(AWP)