Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gehalten im frühen Handel

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitag im frühen Handel leicht schwächer. Der Leitindex SMI hat nach einem positiven Auftakt nun ins Minus gedreht und gibt leicht ab. Auch am dritten Handelstag nach der Präsidentschaftswahl in den USA dürfte die Repositionierung der Anleger weitergehen. Bei den Investoren und Analysten werden weiter fleissig Szenarien formuliert, wie sich der noch mit vielen Fragezeichen behaftete wirtschaftspolitische Kurs von Donald Trump auswirken könnte. In den vergangenen beiden Tagen hatten bereits Pharmatitel, Bankenwerte und Zykliker mit starkem US-Geschäft profitiert.
11.11.2016 10:15

Die US-Börsen hatten am Vortag uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte den Dow Jones auf Rekordhoch zogen, sah die technologielastige Nasdaq Abgaben. Die Unternehmen klassischer Industrien dürften von der Wirtschaftspolitik Trumps stärker profitieren als Facebook, Alphabet oder andere Firmen der New Economy, heisst es. Hierzulande gibt es einige Unternehmensmeldungen aus der zweiten Reihe und die österreichische KTM will seine Hauptkotierung schon am Montag an die Schweizer Börse verlegen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr mit -0,03% kaum verändert bei 7'926,74 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,11% auf 1'241,98 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt wiederum um 0,13% auf 8'648,87 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus und 16 tiefer.

Die Gewinnerliste im SMI/SLI wird von CS (+2,2%) angeführt. UBS und Julius Bär (je +0,5%) folgen mit einigem Abstand. Die politischen Beobachter rechnen in der US-Finanzbranche mit einem geringeren Regulierungsdruck und auch etwaige Strafen bei den hängigen Rechtsverfahren könnten geringer ausfallen, so die Spekulationen von Marktbeobachtern.

Ebenfalls am oberen Ende der Kursliste rangieren Swatch (+0,8%), Galenica (+0,5%), ABB (+0,3%) oder Adecco (0,3%).

LafargeHolcim (-1,9%) müssen nach einer starken Wochenperformanz Einbussen verbuchen. Hier hat Vontobel, auch unter Verweis auf die Infrastrukturpläne von Trump, das Kursziel bei einer bestätigten Buy-Einstufung angehoben.

Die Schwergewichte Novartis und Roche (je -0,9%) halten den SMI zurück. Bereits am Donnerstag hatten die Pharmawerte nach dem starken Anstieg vom Mittwoch an Fahrt verloren. Nestlé (+0,4%) zeigt sich nach der verhaltenen Entwicklung der Vortage freundlich.

Abgaben verbuchen Actelion (-0,9%), Clariant (-0,7%) und Lonza (-0,6%). Bei Syngenta (-0,2%) könnten sich durch den Machtwechsel in den USA Steine bei der geplanten Übernahme durch ChemChina in den Weg legen, heisst es. Die Aussichten auf protektionistische Massnahmen Trums gegen China und andere Niedriglohnstaaten belasten den Logistiker Kühne+Nagel (-0,6%) und auch Dufry (-1,0%) zeigt sich erneut schwächer.

Im breiten Markt ziehen Meyer Burger (+0,9%) etwas stärker an, nachdem der Kurs aufgrund der angekündigten Kapitalerhöhung in den vergangenen Tagen eingebrochen war. Das Unternehmen hat weitere Details zum geplanten Refinanzierungsprogramm bekanntgegeben und die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal bestätigt. Vontobel hat hier das Kursziel auf 2,47 CHF von 5 CHF mehr als halbiert, und bestätigt das Hold-Rating.

Die Immobilienunternehmen SPS und PSP (je -0,1%) haben Zahlen vorgelegt. SPS hat den Ertrag nach neun Monaten gesteigert und bestätigt die Ziele. PSP hat den Liegenschaftsertrag gegenüber dem Vorjahr gehalten und Fortschritte bei der Profitabilität gemacht. Trotz solider Zahlen stehen die defensiven Titel derzeit nicht auf den Kauflisten der Anleger.

AFG (+4,1%) ist mit der Übernahme von Looser offenbar erfolgreich. Nach Ablauf der Angebotsfrist hält der Bauzulieferer 88,2% der kotierten Looser-Aktien.

Zehnder (-7,6%) hat die Umsatz- und EBITDA-Guidance gesenkt. Das schwache Pfund und eine geringere Nachfrage in Frankreich werden als Grund genannt. Demgegenüber hat der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (unv.) seine Prognose leicht angehoben. Neu wird ein Umsatz leicht über 1,40 Mrd CHF erwartet. Man passe die Guidance angesichts der "ziemlich starken" Geschäftstätigkeit an, hiess es.

Der österreichische Fahrzeugkonzern KTM Industries will sich am Montag an der SIX Swiss Exchange listen lassen. Damit will die Gruppe einen besseren Zugang zu hiesigen und internationalen institutionellen Anlegern erhalten. Der Hauptaktionär Pierer Industrie will einen "begrenzten" Teil seiner Aktien institutionellen Anlegern anbieten. Zugleich meldete KTM einen um 10% höheren Umsatz und einen um 21% höheren Gewinn nach neun Monaten und in Wien legen die Titel um 5,8% auf 4,60 EUR zu.

yr/tp

(AWP)