Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gibt erneut nach - Schwergewichte belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Mittwoch den zweiten Tag in Folge Abschläge. Insbesondere die Schwergewichte halten den SMI in einem insgesamt nachrichtenarmen Umfeld in der Verlustzone. Die schwachen Vorgaben aus Übersee wirken ebenfalls eher belastend. An den Märkten nimmt laut Händlern die Nervosität wieder zu. So hatte etwa der Aluminium-Konzern Alcoa in den USA am Vortag einen enttäuschenden Start in die anlaufende Berichtssaison hingelegt. Das feuere die Sorge vor einer schwachen Gewinnentwicklung an.
12.10.2016 10:13

Am Abend steht noch das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed auf dem Programm. Nachdem an den Märkten zuletzt die Erwartung gestiegen ist, dass die Währungshüter im Dezember die Zinsen anheben werden, dürfte der Bericht sehr genau beäugt werden. Zuvor dürfte auf Konjunkturseite hierzulande noch der ZEW-Indikator der CS Beachtung finden.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,30% tiefer bei 8'111,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,16% auf 1'245,24 Punkte, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 8'859,61 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 15 im Minus, zehn im Plus und fünf unverändert.

Es sind einmal mehr die Kursverluste der beiden Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis (je -0,7%), die den Markt im Minus halten. Sie leiden besonders unter den schwachen Vorgaben der Wall Street, wo die Aktien aus der Gesundheitsbranche am Vortag wegen der Gewinnwarnung des Diagnostikspezialisten Illumina unter Druck gestanden haben.

Entsprechend geben auch die Aktien von Actelion (-0,6%) und dem Pharmazulieferer Lonza (-0,4%) nach. Auch Galenica (-0,5%) und Sonova (-0,4%) sind mit von der Partie. Im breiten Markt folgen die Aktien von Ypsomed (-1,1%), Molecular Partners (-1,0%) und Basilea (-0,9%) dem Branchentrend.

Die deutlichsten Abschläge unter den Blue Chips verzeichnen allerdings die Aktien des Logistikunternehmens Kühne+Nagel (-1,2%). Ein Händler verweist auf die Zahlen von Alcoa am Dienstag: Wenn der Aluminium-Konzern "mit derart schlechten Zahlen die Berichtssaison eröffnet, antizipieren die Marktteilnehmer weitere schlechtere Zahlen aus der Old Economy". Davon dürften dann auch die grossen Logistiker betroffen sein, lautet seine Erklärung.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé, spiegelt die Unruhe des Marktes wohl am besten wider: Die Aktien pendelten in der ersten halben Handelsstunde in einer Spanne von +0,1% bis -0,1%.

Nicht einheitlich ist auch die Entwicklung der Finanzwerte. So stehen die Anteilsscheine der Swiss Re (-0,4%), der Credit Suisse und der Zurich Insurance (je -0,2%) aktuell zwar etwas tiefer. Die Papiere von UBS (unv.) und Julius Bär (+0,3%) können sich gegen den Markt behaupten.

Bei LafargeHolcim (-0,2) schlägt ein Interview der "Financial Times" mit dem Konzern-Chef Eric Olsen zunächst keine grossen Wellen. In dem Gespräch schildert der Manager die anfänglichen Schwierigkeiten, zwei so grosse Konzerne unter einem Dach zu vereinen.

Deutliche Kursgewinne verzeichnen dagegen erneut die Aktien der beiden Uhrenghersteller Richemont (+1,0%) und Swatch (+0,8%). Sie hatten am Vortag bereits als grösste Gewinner den Handel beendet. Gute Zahlen vom Konkurrenten LVMH hatten gestützt.

Im breiten Markt gehören die Aktien des Chipherstellers AMS (-2,4)zu den grössten Verlierern, nachdem Samsung-Aktien ihre Kursverluste in Asien weiter fortgesetzt haben. Der koreanische Handyhersteller hatte am Vortag mitgeteilt, sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 ganz vom Markt zu nehmen.

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (-1,0%) hat am Vorabend zwar vorläufig für das dritte Quartal einen Gewinn ausgewiesen. In dem aktuellen Umfeld werden die Aktien aber auch stärker verkauft.

hr/ys

(AWP)