Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gibt nach - Schwergewichte belasten, UBS stützen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitag zu Handelsbeginn deutlich tiefer. Eher schwache Vorgaben aus den USA und Kurseinbussen bei den Index-Schwergewichten lasten schwer auf den Leitindex SMI, der erneut unter die Schwelle von 7'900 Punkten fällt und die Woche wohl mit "rotem Vorzeichen" abschliessen wird. Die positiven Überraschungen heissen Lonza und UBS, die nach Angaben zur Geschäftsentwicklung kräftig zulegen und so der Börse etwas Halt geben.
28.10.2016 10:15

Auch die Wall Street habe eine Flut von Quartalsberichten zu verdauen, meinen Händler. So hat beispielsweise am Vorabend der Internet-Gigant Alphabet einen Gewinnsprung verzeichnet, während der Onlinehändler Amazon die Anleger mit Zahlen enttäuschte. Frische Impulse dürften im Verlauf von der Konjunkturseite kommen. Dabei warten die Anleger mit Spannung auf die Publikation der ersten Schätzung zum US-BIP für das dritte Quartal gewartet. Ökonomen gehen von einer deutlichen Belebung aus. Zudem steht auch noch das von der Uni Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 09.30 Uhr um 0,80% tiefer bei 7'861,14 Punkten. Um das Niveau von Ende letzter Woche doch noch erreichen zu können, fehlen dem Index nun bereits rund 175 Zähler. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst derzeit 0,56% auf 1'223,52 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,59% auf 8'609,53 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Minus und nur vier im Plus.

Bei den Blue Chips zieht die UBS mit Quartalszahlen das Interesse der Investoren auf sich. Die Aktien gewinnen im frühen Handel 1,0%, nachdem die Grossbank im dritten Quartal etwas mehr verdient hat als von Analysten geschätzt. Die tiefen Zinsen und die Zurückhaltung der Kunden in der Vermögensverwaltung stellen die UBS zwar weiterhin vor grosse Herausforderungen, doch begrüssen Analysten gleichzeitig die Fortschritte auf der Kostenseite. Die Aktien der Branchennachbarin Credit Suisse verlieren dagegen 0,6%. Die CS hat den Quartalsbericht bereits vorgelegt.

Am Vorabend hatte Lonza (Aktie: +3,5%) im Rahmen eines Business Update über die Geschäftsentwicklung berichtet. Der Basler Pharmazulieferer hat im dritten Quartal eine starke Dynamik gesehen, insbesondere im Bereich Pharma&Biotech. Und auch für den Rest des Jahres versprühte das Management um CEO Richard Ridinger Optimismus. Lonza erwartet nun, die für das Geschäftsjahr 2018 ausgegebenen Ziele bereits 2017 zu erreichen.

Geberit verlieren dagegen nach Vorlage von Geschäftszahlen 1,3%. Der Sanitärtechniker habe zwar im dritten Quartal eine organische Wachstumsbelebung gemeldet, doch falle diese schwächer als erhofft aus, meinen Händler. Gewinnmitnahmen seien die Folge davon. Allerdings liegen die Titel seit Jahresbeginn immer noch mit über 20% im Plus.

Grössere Kursabgaben sind auch noch bei weiteren Zyklikern wie LafargeHolcim (-1,6%), Clariant oder Dufry (beide -1,0%) zu sehen. Aber auch die Index-Schwergewichte Nestlé (-1,0%), Roche (-0,9%) und Novartis (-0,8%) stehen unter Abgabedruck. Am Vortag hatten sie den SMI mit ihren Avancen noch in die Gewinnzone geführt.

ABB (-0,9%) weiten die deutlichen Abgaben des Vortages aus. Im Anschluss an die Quartalsberichterstattung haben eine Reihe von Analysten ihre Einschätzungen für die Papiere des Industriekonzerns gesenkt. Zuletzt reduzierten JP Morgan und Société Générale die Kursziele. Die Schwäche beim Auftragseingang sowie die angespannten Endmärkte dürften auch im ersten Quartal 2017 hindurch weiter auf dem Umsatzwachstum lasten, heisst es im Kommentar der französischen Bank.

Auch SGS (-1,0%) bleiben unter Druck. Am zweitägigen Investorentreffen führte der Warenprüfkonzern die Erwartungen an das organische Wachstum ans untere Ende der Bandbreite von 2,5-3,5% heran.

Im breiten Markt hat der Spinnereimaschinenhersteller Rieter zuletzt die Investitionszurückhaltung in der Türkei zu spüren bekommen und mit den Angaben zum Auftragseingang der ersten neun Monaten der Erwartungen verfehlt. Der Ausblick bleibt von Vorsicht geprägt und die Aktie gibt um 0,6% nach.

Ebenfalls Zahlen ausgewiesen haben die Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments (+0,2%), die Glarner Kantonalbank (unv.) und Gottex (-4,4%) am Vorabend. Ypsomed (-1,1%) macht derweil ein schwacher Ausblick des dänischen Insulinherstellers Novo Nordisk zu schaffen.

mk/cp

(AWP)