Aktien Schweiz Eröffnung: SMI gibt nach - Swatch brechen ein

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit tieferen Kursen in den Handel gestartet. Der Leitindex SMI legt am Tag des einfachen Optionsverfalls eine Verschnaufpause ein, nachdem er zuletzt gut zulegen konnte. Wenig Orientierung gebe es am Berichtstag von Seiten der Wall Street und aus Asien, meinen Händler. Derweil dürfte der Terroranschlag in der südfranzösischen Stadt Nizza wohl auf die Stimmung an den Finanzmärkten drücken und auch die sinkenden Ölnotierungen belasten. Terrorsorgen, aber vor allem auch eine Gewinnwarnung setzen den Kurs der Swatch-Aktie gleich von Beginn weg stark unter Druck.
15.07.2016 10:11

Beachtung finden am Berichtstag auch Konjunkturnachrichten, wobei das BIP-Wachstum in China mit mit 6,7% leicht über den Erwartungen zu liegen kam. Da das Ergebnis nicht zuletzt durch eine deutliche Ausweitung der Kredite erreicht worden sei, halte sich die Zufriedenheit aber in Grenzen, meint ein Händler. Zudem hätten sich die Importe, ein Indikator für den Zustand der Binnenwirtschaft, eher schwach entwickelt. Demnächst werden noch Konjunkturdaten aus Europa (Handelsbilanz, Konsumentenpreise) und am Nachmittag eine Reihe Konjunkturindikatoren aus den USA erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 9.30 Uhr 0,32% auf 8'147,72 Punkte. Damit schmilzt das Wochenplus auf aktuell 1,4%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst derzeit 0,45% auf 1'205,35 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,35% auf 8'815,37 Punkte ein. Von den 30 Blue Chips notieren deren 19 im Minus, acht im Plus und drei unverändert.

Für einen Paukenschlag hat die Swatch Group mit der Gewinnwarnung zum Halbjahr gesorgt und die Inhaberaktie bricht sogleich um 11% ein. Der Uhrenkonzern rechnet mit einem Umsatzrückgang von 12% sowie einem Gewinneinbruch von 50-60%. Auch die Analystengemeinde hatte im Vorfeld des Halbjahresabschlusses mit deutlichen Rückgängen gerechnet, allerdings nicht in diesem Ausmass. Insbesondere die Margenentwicklung sei ein "Desaster", so die Bank Vontobel.

Im Sog von Swatch verlieren Richemont 4,3%. Dabei dürfte der Anschlag in Nizza, das sowieso bereits belastete Marktumfeld für Uhren- und Schmuckverkäufer zusätzlich verschlechtern. Für die Branche sind asiatische Touristen ein wichtiges Kundensegment, doch sind die Touristenströme aus Asien nach Europa bereits mit den Terroranschlägen in Paris und Brüssel stark zurückgegangen. Nun droht ein weiterer Rückschlag.

Zu den weiteren Verlierern im SMI/SLI zählen die ebenfalls in der Reisebranche tätige Dufry, deren Aktien sich um 2,3% verbilligen. Weiter geben ABB um 0,8% nach. Die Titel des Technologiekonzerns wurden von Kepler Cheuvreux auf Hold von Buy abgestuft.

Dagegen bleiben die Banken UBS (+1,0%), Credit Suisse (+0,5%) und Julius Bär (+0,4%) weiterhin gut nachgefragt, nachdem sie bereits am Donnerstag von überraschend guten Zahlen der US-Grossbank JPMorgan profitiert hatten. Am frühen Nachmittag werden auch Citigroup und Wells Fargo Quartalszahlen vorlegen. Bei den Schwergewichten gewinnen Roche 0,3%, wogegen Novartis (-0,3%) und Nestlé (-0,4%) nachgeben.

SGS stehen mit 0,2% im Plus. Im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom kommenden Montag haben die Analysten von Barclays, UBS und der Deutschen Bank ihre Kurszielschätzungen jeweils klar angehoben. Während Barclays die Aktie weiterhin mit "Underweight" bewertet, empfiehlt die Deutsche Bank die Titel weiterhin zum "Kauf". UBS bleibt bei "Neutral".

Im breiten Markt hat sich der Spezialchemiekonzern Ems (Aktie: +2,0%) von der starken Seite gezeigt. Die Gruppe ist im Halbjahr profitabel gewachsen und hat die Erwartungen der Finanzanalysten vor allem in Sachen Gewinn übertroffen. Aufgrund der guten Entwicklung hat Ems die Gewinnprognose erhöht und eine zusätzliche Dividendenerhöhung in Aussicht gestellt. Santhera klettern mit einer Kurszielerhöhung und nach dem Einbruch vom Vortag um rund 37% um 4,3% in die Höhe.

Derweil hat bei Schaffner (unv.) der überraschende Abgang von CEO Alexander Hagemann keine Reaktion an der Börse ausgelöst. Demgegenüber büssen EFG 2,0% ein. Citigroup senkt die Titel auf "Neutral". Es bestehe zuviel Unsicherheit bezüglich den Verwalteten Vermögen, dem Buchwert und der Ertragskraft, heisst es in der Begründung.

mk/cf

(AWP)