Aktien Schweiz Eröffnung: SMI im Plus - Abnehmende Zinssorgen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit anziehenden Notierungen in den Handelstag gestartet. Der Leitindex SMI hat sich somit wieder deutlich über der 8'200-Punkte-Marke etabliert, unter die er am Vortag zeitweise gefallen war, und macht die Vortagesverluste zu einem grossen Teil wett. Händler verweisen auf die sehr guten Vorgaben von der Wall Street, welche eine Folge von abnehmenden Zinssorgen waren. Von Unternehmensseite liegen hierzulande nur wenige Nachrichten vor.
13.09.2016 10:15

Als Urheberin der generell wieder besseren Börsenstimmung gilt Lael Brainard. Das Fed-Direktoriumsmitglied hatte am Vorabend die zuletzt aufgekommenen Befürchtungen über eine baldige Zinserhöhung in den USA gedämpft. Es sei "Vorsicht" bei der Rückführung der lockeren Geldpolitik geboten, sagte sie. Am Freitag hatte sich ein anderes Fed-Mitglied noch gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen und an der Wall Street für den stärksten Rutsch seit dem Brexit-Votum gesorgt. Am heutigen Dienstag beginnt wie üblich eine einwöchige Schweigephase der Notenbankmitglieder vor der Fed-Sitzung von Mitte nächster Woche.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 9.30 Uhr 0,40% auf 8'238,98 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,42% auf 1'252,06 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46% auf 8'952,66 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Titel notieren zur Berichtszeit 24 im Plus, fünf im Minus und einer (Bâloise) unverändert.

LafargeHolcim (+1,0%) grüssen bei den Blue Chips aktuell von der Ranglistenspitze. Sie hatten am Vortag im Zuge aufkommender Konjunktursorgen noch zu den grössten Verlierern gezählt. Mit Julius Bär (+0,8%) sowie den beiden Grossbankentitel von CS und UBS (je +0,7%) sind weitere Vortagesverlierer im vorderen Bereich anzutreffen. Das gilt auch für Galenica (+0,8%).

Relativ gut halten sich Swatch (+0,7%). Sie profitieren von den neusten Wirtschaftsdaten aus China, einem der wichtigsten Märkte für den Uhrenhersteller. Die Zahlen zeichnen ein wieder positiveres Bild der aktuellen Wirtschaftslage: Im August konnten sowohl die Industrieproduktion, als auch der Umsatz im Einzelhandel stärker als erwartet zulegen. Richemont fallen mit +0,4% nicht gross auf.

Leicht besser als der Markt notieren ABB (+0,6%), nachdem der schwedische Grossaktionär Cevian die Forderung nach einer Abspaltung der Sparte Power Grids bekräftigt hat.

Die Schwergewichte entwickeln sich unterschiedlich gut. Während Roche (+0,6%) und Novartis (+0,5%) klar anziehen, hinken Nestlé (+0,1%) dem Markt etwas hinterher.

Im Mittelfeld sind Lonza (+0,4%) anzutreffen. Der Life-Science-Konzern vermeldete am Morgen den Abschluss der im August angekündigten Übernahme des US-Unternehmens InterHealth Nutraceuticals. Hingegen animiert bei Schindler (-0,1%) die Übernahme eines Mehrheitsanteil an der Vertriebsfirma für XJ-Lifte in Singapur die Investoren nicht zu Käufen.

Im Minus sind nebst Schindler aktuell nur noch Swiss Life, Swiss Re, Syngenta (je -0,1%) sowie Aryzta (-0,4%).

Am breiten Markt vollführen die Aktien von Partners Group (+9,3%) nach der Vorlage starker Halbjahreszahlen einen Kurssprung. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hat mit den Ergebnissen alle Markterwartungen übertroffen. Entsprechend euphorisch sind die Analystenkommentare.

Die Aktien der Vaudoise Versicherung (-3,0%) verlieren auf der anderen Seite nach Vorlage von enttäuschenden Semesterzahlen. Der Gewinn brach von höheren Schadenskosten in der Nichtlebensversicherung und Reservestärkungen im Lebensgeschäft belastet um rund einen Drittel ein.

Ausserdem liegen Semesterzahlen des Immobilienunternehmens BFW (ungehandelt) vor. Von der Biotechfirma Basilea (+2,7%) gibt es zudem ein neues Lizenzabkommen und vom Pharmaunternehmen Santhera (+1,1%) eine neue Studie.

rw/ra

(AWP)