Aktien Schweiz Eröffnung: SMI leicht im Minus - Actelion geben stark nach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Laut Händlern haben viele Investoren im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank vom Mittwochabend eine abwartende Haltung eingenommen und nehmen nach dem markanten Anstieg vom Vortag Gewinne mit. Dies gelte umso mehr, weil die Vorgaben aus Übersee nicht sehr ausgeprägt seien. Am hiesigen Markt sorgt einmal mehr Actelion für Gesprächsstoff: Der Kurs der Biotech-Aktien fällt deutlich, nachdem Johnson & Johnson aus dem Bieterrennen ausgestiegen ist.
14.12.2016 10:15

Von der US-Notenbank wird am Abend - nach Handelsschluss in Europa - allgemein der zweite Zinsschritt seit der weltweiten Finanzkrise erwartet. Dieser sei in den Kursen längst eingepreist, heisst es dazu im Handel. Gespannt sind die Investoren daher vor allem auf den Ausblick und dabei auf Aussagen und Andeutungen, ob es zu mehr als zwei Zinsschritten im kommenden Jahr kommen wird. "Falls die US-Notenbank überraschend viele Zinserhöhungen andeuten sollte, könnte die Volatilität etwas steigen", schreiben die Analysten der Credit Suisse in einem Kommentar.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,31% tiefer bei 8'137,33 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,50% auf 1'287,76 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,31% auf 8'855,72 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sechs im Plus und zwei unverändert.

Die mit Abstand grössten Verluste unter den Blue Chips erleiden Actelion mit -5,9%. In der Nacht auf Mittwoch ist bekannt geworden, dass der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgibt. Die Actelion-Papiere sind seit Ende November, als die Übernahmegerüchte aufkamen, um knapp ein Drittel gestiegen.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hat sich hingegen das Angebot des französischen Sanofi-Konzerns konkretisiert. Das Allschwiler Unternehmen bestätigt, dass Gespräche mit "einer weiteren Partei" geführt würden. Unter Analysten sind die Meinung über die Wahrscheinlichkeit eines solchen Deals jedoch geteilt. "Die Gerüchteküche dürfte mit dieser Ankündigung weiter brodeln und es bleibt unklar, ob es zu einem offiziellen Angebot kommen wird", bilanziert die ZKB. Wie es gerüchteweise weiter heisst, könnte Actelion auch mit Roche (-0,3%) in Verhandlungen über eine strategische Beteiligungsnahme stehen. Der Basler Pharma- und Diagnostikkonzern wurde in den vergangenen Wochen immer wieder als möglicher "weisser Ritter" ins Spiel gebracht.

Relativ deutliche Verluste verzeichnen dahinter LafargeHolcim (-1,8%), die eine negative Analysteneinschätzung zu spüren bekommen. Für die Titel des Betonkonzerns lautet die Empfehlung der Merrill-Lynch-Experten nur noch auf "Neutral" statt "Buy". Das Management müsse nun erst einmal den Beweis vorlegen, dass die höheren Kosten und Währungseffekte durch Preissteigerungen aufgefangen werden könnten, schreibt der zuständige Analyst.

Grössere Verluste weisen dahinter noch Sika und Dufry (je -0,9%), Sonova (-0,8%) und UBS (-0,7%) aus. Für die Grossbank haben die Kepler-Experten ihre Einstufung im Rahmen eines Branchenupdates auf "Reduce" von "Hold" gesenkt.

Die schwergewichtigen Nestlé (-0,1%) und Novartis (+0,1%) verhindern ein weiteres Abrutschen des Marktes, nachdem sie am Vortag massgeblich für das deutliche Plus des Gesamtmarktes verantwortlich gewesen waren.

Die kurze Gewinnerliste wird von der Credit Suisse (+0,8%) angeführt, für welche die Kepler-Experten in der oben erwähnten Branchenstudie das Kursziel leicht erhöht und ihre Kaufempfehlung bestätigt haben. Minimal im Plus sind ausserdem noch Syngenta und Swiss Re (je +0,2%) sowie ABB und Aryzta (je +0,1%).

Am breiten Markt sind Nachrichten eher Mangelware. Der Bankensoftware-Hersteller Temenos (+4,6%) erhält einen laut eigenen Angaben strategisch wichtigen Auftrag in den USA. Beim Vermögensverwalter GAM (-0,5%) kommt es zu Veränderungen im Top-Management, und der Flughafen Zürich (unv.) erhöht seine Prognose für das Passagierwachstum im laufenden Jahr.

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(AWP)