Aktien Schweiz Eröffnung: SMI leicht im Minus - Nestlé belasten

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex SMI verpasste damit den erstmaligen Sprung im laufenden Jahr über die 8'500-Punkte-Marke. Hauptschuldige für das Minus des Gesamtmarkts sind die schwergewichtigen Nestlé-Aktien, die nach der Publikation des Jahresergebnisses deutlich nachgeben. Ausserdem liegen von diversen weiteren Unternehmen Zahlen vor.
16.02.2017 10:15

Grundsätzlich sei die Stimmung am Markt nach wie vor recht gut, heisst es in Händlerkreisen. Die Aussichten auf weitere Zinserhöhungen in den USA, welche wegen der steigenden Inflationszahlen wahrscheinlicher geworden sind, kommen am Aktienmarkt gut an. Sie werden als Indiz für eine robuste Wirtschaftsentwicklung gesehen. Einen weiteren Hinweis auf den Zustand der US-Konjunktur wird am Nachmittag der Philly Fed Index geben, der zu den wichtigsten US-Frühindikatoren zählt.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,10% tiefer bei 8'477,36 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten gibt um 0,05% auf 1'350,37 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,10% auf 9'281,68 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Minus, 12 im Plus sowie drei unverändert.

Das Verliererfeld wird seit Handelsstart von den Nestlé-Papieren (-1,4%) angeführt, die mit ihrem Gewicht von gut einem Fünftel den SMI allein um rund 25 Punkte nach unten ziehen. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern ist im vergangenen Geschäftsjahr unter den Markterwartungen gewachsen und hat auch weniger verdient als von Analysten geschätzt. Für Enttäuschung am Markt sorgt zudem der vorsichtige Ausblick des Managements unter dem neuen CEO Ulf Schneider. Der Konzern will 2017 organisch um 2% bis 4% wachsen und eine stabile operative Ergebnismarge erzielen. Damit liege die Guidance etwas unter dem bisherigen Konsens, schreibt etwa der Experte der UBS. Immerhin soll die Dividende wiederum leicht erhöht werden.

Ebenfalls bei den grössten Verlierern haben sich Clariant (-1,3%) eingereiht. Der Spezialitätenchemiehersteller hat mit seinem am Morgen veröffentlichten Jahresabschluss die Erwartungen der Analysten zwar in etwa erfüllt. Nach den deutlichen Kursfortschritten seit November würden manche Investoren nun aber Kursgewinne mitnehmen, weil positive Überraschungen ausgeblieben seien, heisst es im Handel.

Abgesehen davon gibt kein weiterer Titel im SMI/SLI mehr als 1% nach. Überdurchschnittliche Verluste verzeichnen Sika (-0,7%) sowie LafargeHolcim und Swiss Life (je -0,6%).

Gefangen haben sich hingegen nach anfänglichen Verlusten Julius Bär (unv.). Die Analysten von Berenberg haben ihr Rating auf "Hold" von "Buy" gesenkt. Die Privatbank habe in der Vorwoche mit den vorgelegten Zahlen zwar besser als erwartet abgeschnitten, dennoch sehe er kurzfristig einigen Gegenwind auf die Bank zukommen, begründet dies der zuständige Experte.

Bei den Grossbankentitel von CS (-0,2%) und UBS (unv.) ist zudem eine gewisse Verunsicherung der Investoren zu spüren. Ein Mitglied der US-Notenbank hat in einem Zeitungsbericht höhere Kapitalanforderungen für grosse Finanzinstitute gefordert und damit einen Widerspruch zu den mutmasslichen Plänen der neuen US-Regierung geschaffen.

Keinen grossen Effekt hat die offizielle Publikation des öffentlichen Kaufangebots für Actelion (+0,2%) durch Johnson&Johnson. Die Übernahme des Biotechunternehmens durch den US-Konzern verläuft demnach gemäss dem vorgezeichneten Fahrplan.

Deutlicher Gegensteuer geben die beiden Pharmaschwergewichte von Novartis (+0,7%) und Roche (+0,6%), zu denen aber keine Nachrichten vorliegen.

Die deutlichsten Gewinne verbuchen Aryzta (+1,7%), die damit die Erholung nach dem Köpferollen im Management fortsetzen. Mehr als 1% im Plus sind ausserdem nur noch Galenica (+1,3%). Zu den grössten Gewinnern zählen ausserdem die beiden Luxusgüterpapiere von Richemont (+0,8%) und Swatch (+0,6%).

Am breiten Markt haben diverse Gesellschaften Zahlen vorgelegt, womit ein erster Höhepunkt in der laufenden Berichtsaison erreicht wird. Relativ gut kommen dabei nur die Ergebnisse der St. Galler Kantonalbank (+0,4%) und von Phoenix Mecano (+0,1%) an. Happige Verlusten erleiden hingegen Kudelski (-7,6%), Straumann (-3,0%), Lem (-2,9%). Auch die Resultate der Waadtländer Kantonalbank (-0,5%) erhalten keinen Applaus.

rw/cf

(AWP)