Aktien Schweiz Eröffnung: SMI leicht im Minus - Zahlenflut am breiten Markt

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit etwas tieferen Notierungen in den Handel gestartet. Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag blieben die Investoren vorsichtig, hiess es im Handel. Im Hinblick auf die sehr wahrscheinliche Leitzinserhöhung in den USA wollten sich die Investoren nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Eine Fortsetzung der Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau sei daher keine Überraschung.
07.03.2017 10:15

US-Konjunkturdaten werden bereits heute Nachmittag erwartet, beispielsweise die Handelsbilanz für den Monat Januar. In Europa schauen die Anleger auf den am Morgen bekanntgegebene Auftragseingang der deutschen Industrie im Monat Januar, welcher unter den Erwartungen ausfiel. In der Schweiz stehen zahlreiche Jahresabschlüsse von kleineren und mittelgrossen Unternehmen auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,17% auf 8'650,18 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,15% auf 1'369,26 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 9'526,76 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Minus, elf im Plus und drei unverändert.

Die grössten Verluste unter den Blue Chips erleiden die Grossbankvaloren von UBS (-0,9%), und auch CS (-0,3%) setzen ihre Talfahrt fort, nachdem insbesondere sie schon am Vortag unter starkem Abgabedruck gelitten hatten. Grund war, dass die Konkurrentin Deutsche Bank den Markt mit der Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung geschockt hatte. Auch die Papiere der Privatbank Julius Bär (-0,4%) sind heute schwach.

Belastet wird der Gesamtmarkt ausserdem von den beiden Pharmaschwergewichten Novartis (-0,7%) und Roche (-0,3%). Bei ersteren dürfte eine neue Analysteneinschätzung für Abgaben sorgen. Laut Händlern hat Exane BNB das Rating für Novartis auf 'Underperform' von 'Neutral' gesenkt.

Auf der Verliererseite finden sich auch Swisscom (-0,3%), für die JP Morgan die Einstufung 'Underweight' bestätigt, gleichzeitig jedoch das Kursziel leicht erhöht. Swisscom werde in den nächsten 12 bis 24 Monaten bei einem verschärften Wettbewerb eine steife Brise ins Gesicht wehen, heisst es zur Begründung.

Auf der anderen Seite fallen auf der positiven Seite die traditionell volatilen Papiere von Aryzta mit einem Kursgewinn von 1,3% auf. Gemäss Marktteilnehmern positionieren sich die Anleger im Vorfeld der Halbjahreszahlen, die nächste Woche publiziert werden.

Zudem legen die schwergewichtigen Nestlé um 0,5% und stützen den Gesamtmarkt somit etwas.

Relativ deutliche Gewinne verzeichnen ausserdem noch Clariant (+0,5%) und Sika (+0,4%).

Im breiten Markt ist viel los. Lindt & Sprüngli (PS: -1,0%, Namenaktie: -0,7%) sinken. Der Schokoladenproduzent hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 mehr verdient und erhöht die Dividende deutlich. Die Kilchberger haben den Analystenkonsens auf den Gewinnstufen nicht ganz getroffen. Jedoch weist der zuständige Analyst bei der Bank Vontobel auf den höher als erwartet ausgefallenen Free Cashflow und "spektakuläres Wachstum" in Schlüsselmärkten wie Deutschland und Grossbritannien hin.

Ebenfalls Abgaben nach den Jahreszahlen verzeichnen PSP (-2,8%). Der Immobilienkonzern hatte bereits am Vorabend seinen Zahlenkranz fürs Geschäftsjahr 2016 präsentiert. Der zuständige ZKB-Analyst bezeichnete den Zahlenkranz als "verhalten" und spricht von einem "relativ hohen Leerstand" und "limitiertem Gewinnwachstumspotenzial". Auch Bucher (-2,4%%) und Santhera (-0,7%) geben nach Zahlen ab.

Forbo (+3,9%) legen nach der Publikation der Jahreszahlen und einer Dividendenerhöhung zu. Auch die Titel der VP Bank (+2,1%) steigen, nachdem das Liechtensteiner Finanzinstitut die Prognosen übertroffen hat. Logitech (+0,9%) reagieren positiv auf optimistische Prognosen des Unternehmens fürs kommende Geschäftsjahr und die Ankündigung eines Aktienrückkaufs.

pr/rw

(AWP)