Aktien Schweiz Eröffnung: SMI leichter - Quartalszahlen geben den Ton an

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Donnerstag im frühen Handel erneut nach. Allerdings kann der Leitindex das Minus noch innerhalb der ersten halben Handelsstunde etwas eindämmen. Dennoch zeichnet sich damit der fünfte Handelstag in Folge mit Verlusten ab. Am Markt werfe die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl ihre Schatten voraus und sorge für erhöhte Nervosität, heisst es von Händlerseite. Hierzulande drücken zudem die deutlichen Verluste der Credit Suisse-Aktien nach Zahlen auf die Stimmung.
03.11.2016 10:15

Dagegen habe die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Vorabend, die Zinsen nicht zu verändern und den Markt stattdessen auf einen Zinsschritt im Dezember vorzubereiten, kaum Einfluss. Auch in den USA war es im Anschluss nur kurzzeitig zu stärkeren Abgaben gekommen. Neben der CS stehen am Schweizer Markt noch die Blue Chips Swisscom, Swiss Re und Dufry mit Zahlen im Fokus

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr um 0,21% im Minus bei 7'684,43 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,30% auf 1'192,80 Punkte ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,08% auf 8'433,39 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Minus, 11 im Plus und SGS unverändert.

CS (-4,0%) sind derzeit grösster Verlierer. Die Grossbank hat im dritten Quartal 2016 zwar in einem schwierigem Umfeld einen kleinen Gewinn erzielt. Auf Analystenseite fallen die Urteile dennoch zum Teil sehr verhalten aus. Bei Bernstein monieren die Experten die Qualität dieses Gewinns, den sie in erster Linie Einmaleffekten zuschreiben. Die Aktien der UBS (-0,7%) und auch von Julius Bär (-0,3%) werden in Sippenhaft genommen.

Auch Swisscom (-1,5%) büssen an klar Terrain ein. Vom Quatalsergebnis des Telekomkonzerns zeigen sich weder Investoren noch Analysten überzeugt. Der Umsatz hat wie von Analysten prognostiziert stagniert, während der Gewinn stärker als erwartet stieg. Bei Morgan Stanley heisst es in einem ersten Kommentar, der Konzern habe beim EBITDA schwächer als erwartet abgeschnitten und man sehe eine grundsätzliche Verschlechterung.

Ebenfalls auf der Verliererseite stehen Zykliker wie Schindler (-0,9%), LafargeHolcim (-0,8%) und Adecco (-0,6%). Richemont geben mit einem Minus von 0,5% etwas stärker als der Markt nach. Der Uhrenhersteller wird zusammen mit dem Baustoffhersteller LafargeHolcim am morgigen Freitag über den jüngsten geschäftsverlauf informieren. Die Erwartungen für den Uhrenhersteller sind alles andere als zuversichtlich.

Ganz anders sieht die Kursreaktion bei Dufry aus: Mit einem Kursplus von zeitweise 9% sind die Papiere der mit Abstand grösste Gewinner unter den Blue Chips. Der Reisedetailhändler hat in den ersten neun Monaten dank der vollen Konsolidierung von World Duty Free (WDF) den Umsatz deutlich gesteigert. Unterm Strich blieb aufgrund der Integrationskosten aber wie erwartet nur ein minimaler Gewinn. Bei Baader Helvea nennt man die Entwicklung positiv. Vor allem beim Freien Cashflow habe Dufry sehr gut abgeschnitten.

Der Rückversicherer Swiss Re (+0,2%) hält sich ebenfalls im Plus nach Zahlen. Der Konzern hat im dritten Quartal 2016 wie erwartet einen tieferen Gewinn erzielt, die Marktvorgaben hat die Gruppe jedoch übertroffen. "Exzellent" lautet der erste Kommentar des Analysten von Kepler Cheuvreux. Der Nettogewinn habe die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Die beiden Versicherer Swiss Life (+0,2%) und Bâloise (+0,1%) stemmen sich ebenfalls erfolgreich gegen den Markt.

Unterstützung kommt zudem von zweien der drei Schwergewichte. Novartis (+0,2%) und Nestlé (+0,1%) legen leicht zu. Roche (-0,2%) fallen mit dem Markt. Hier hatten vier von insgesamt 118 Patienten in einer ersten Phase-III-Studie mit dem Hämophilie-Produktkandidaten ACE910 von Roche schwere Nebenwirkungen erlitten.

Etwas fester zeigen sich noch Actelion (+0,6%). Das Unternehmen erwirbt von dem privaten US-Unternehmen ReveraGen den Wirkstoff Vamorolone, der zur Behandlung von Muskeldystrophie Duchenne (DMD) eingesetzt werden kann.

Im breiten Markt gewinnt das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed nach Zahlen 2,6% hinzu. Dagegen gehören Gesundheitstitel wie Santhera, Evolva und Newron mit Kursabschlägen zwischen 4,4 und 1,9% zu den deutlichsten Verlierern.

Das Gegenstück bilden die Anteilsscheine von Gottex, die von sehr tiefem Niveau um 12% anspringen. Der Vermögensverwalter hat Zusagen über 6,2 Mio von Investoren erhalten.

hr/cf

(AWP)