Aktien Schweiz Eröffnung: SMI mit Abgaben - nur Uhrenhersteller im Plus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Abgaben in den Handel gestartet. Die Kauflust der vergangenen Tage, die von der Erwartung einer späteren Zinsanhebung des Fed getragen wurde, hat sich damit zunächst einmal verflüchtigt. Ein stärkerer Einbruch wird von Händlern aber nicht erwartet. Insgesamt sei das Konjunkturbild derzeit eher positiv geprägt und auch der weiterhin festere Ölpreis stütze das Sentiment, heisst es.
08.06.2016 10:15

Nachdem in den USA der Dow Jones am Dienstag die 18'000 Punkte-Marke getestet hatte und in Folge klar darunter rutschte, waren die Vorgaben von dieser Seite eher negativ. Die japanische Wirtschaft hat im ersten Quartal ein Wachstum von 1,9% erreicht. Auch aus China kamen mit überraschend positiven Importdaten gute Nachrichten. Zudem hat die Notenbank ihre Wachstumsprognose mit +6,8% im laufenden Jahr bestätigt, die Inflationserwartung jedoch angehoben. Während der Nikkei leicht zulegte, gaben die chinesischen Börsen etwas nach. Aus Europa stehen am Morgen noch Daten zur Industrieproduktion in Grossbritannien an und in den USA findet sich einzig der wöchentliche Energiebericht auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,66% auf 8'161,55 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,58% auf 1'235,66 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,61% auf 8'835,63 Punkte. Von den 30 Blue Chips liegen aktuell 27 im Minus, zwei im Plus und Geberit als einzige unverändert.

Die Schwergewichte Novartis (-1,1%) und Roche (-0,8%) belasten den SMI, obwohl beide Unternehmen mit leicht positiven News aufwarten. Novartis hat für Cosentyx neue Daten an einem Rheumatologiekongress vorgelegt. Roche hat in der EU die Zulassung für Avastin in einer weiteren Kombination für eine spezielle Art von Lungenkrebs erhalten. In der Nachschau auf die ASCO-Konferenz verweisen Analysten jedoch darauf, dass positive Überraschungen ausgeblieben seien. Auch Nestlé bewegen sich mit -0,5% im negativen Bereich.

Die grösste Abgaben im SMI/SLI verbuchen im frühen Handel Julius Bär (-1,2%), gefolgt von Credit Suisse (-1,1%). Auch Sonova, Zurich (je -1,0%), ABB und Aryzta (je -0,9%) verbuchen grössere Verluste. Die zweite Grossbank UBS (-0,7%) weist ein geringeres Minus auf.

Unter den Blue Chips können einzig die Luxusgüteraktien Swatch (+1,5%) und Richemont (+0,8%) zulegen. Hier sorgen die Konjunkturdaten aus China offenbar für etwas Rückenwind. Für Geberit (unv. auf 383 CHF) hat Goldman Sachs das Kursziel um fünf auf 420 CHF angehoben und die Bewertung lautet weiter 'Buy'. Bei dem Sanitärkonzern wird eine nachhaltige Erholung erwartet.

Für Schindler (-0,4%, 184,30 CHF) hat Goldman Sachs das Kursziel um fünf auf 165 CHF erhöht und bewertet den Titel weiter mit 'Neutral'. Der Investitionsgütersektor habe weiter ein durchschnittliches Abwärtspotenzial, so die Experten.

Im breiten Markt hat CS für Kudelski (unv., 19,70 CHF) das Kursziel deutlich auf 19 CHF angehoben, dies bei einer 'Neutral'-Bewertung. Nach der Akquisition von Milestone Systems und einer Lizenzvereinbarung mit Yahoo hat der Analyst seine EBIT-Schätzung erhöht. Zudem hat der Anbieter für Pay-TV-Sicherheitssoftware am Vorabend einen Auftrag vom portugiesischen Kabelanbieter NOS gemeldet. Dies sei zwar nur ein kleinerer Auftrag, belege aber die gute Marktposition des Unternehmens auch im etablierten europäischen Markt, heisst es bei Baader Helvea.

Addex Therapeutics ziehen um 4,3% auf 2,42 CHF an, nachdem das Unternehmen eine positive Studie des Research-Hauses Van Leeuwenhoeck publiziert hat, die einen NPV von 6,50 CHF errechnet. Burckhard Compression (-1,8%) setzen den gestrigen Kursrutsch nach Zahlen moderater fort.

yr/cp

(AWP)