Aktien Schweiz Eröffnung: SMI mit Abgaben - Pharma belastet

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten in den Donnerstagshandel gestartet. Der SMI ist nach einer noch fast gehaltenen Eröffnung tiefer in den roten Bereich gefallen. Der Leitindex wird insbesondere von den schwächeren Big-Pharma belastet. Nach guten Umsatzzahlen geben die Luxusgüteraktien Richemont etwas Unterstützung.
12.01.2017 10:15

An der Wall Street reagierten die Kurse am Vorabend zeitweise mit Abgaben auf eine Pressekonferenz von Donald Trump. Die Beobachter zeigten sich enttäuscht, dass der gewählte Präsident kaum weitere Details zur künftigen Wirtschaftspolitik nannte. Hingegen belastete eine kurze Bemerkungen die Pharmawerte. Trump äusserte sich hier abfällig über die Produktion ausserhalb der USA. Das belastet auch die Schweizer-Pharmatitel.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,50% tiefer bei 8'385,05 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,17% auf 1'331,33 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 9'133,48 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sieben im Plus und einer (Swiss Life) unverändert.

Stärkster Blue Chip ist unangefochten Richemont (+7,2%). Der Uhren- und Schmuckkonzern hat im Weihnachtsquartal einen höheren Gruppenumsatz ausgewiesen. Stark zulegen konnte das Geschäft in Asien, aber auch Europa und auch die Region Amerika sind in Lokalwährungen gewachsen. Der Absatz hat sich besser entwickelt, als von den Analysten erwartet, entsprechend werden die Zahlen gelobt. Wettbewerber Swatch (+5,8%) zeigen sich ebenfalls markant fester.

Am anderen Ende des Spektrums rangieren im SMI/SLM die Pharmawerte Galenica (-2,2%), Roche (-1,6%) und Novartis (-1,9%). Die Trump-Äusserungen hatten bereits am Vortag kurz vor Handelssschluss für Druck gesorgt. Der gewählte Präsident hatte den Eindruck erweckt, dass er tiefere Medikamentenpreise anpeilen werde. Auch Basliea (-1,6%), Santhera (-4,2%), Cosmo (-2,4%) oder Newron (-4,2%) geben ab.

Actelion (+0,8%) bilden die einzige Ausnahme. Die Basler sollen sich einem Agenturbericht zufolge mit Johnson & Johnson auf einen vorläufigen Übernahmepreis geeinigt haben. Derzeit werde aber weiter über den Wert einer zu separierenden Einheit verhandelt, welche die Forschungs- und Entwicklungsteile (R&D) von Actelion enthalten würde. Ein Deal könnte noch in diesem Monat zustande kommen, ein Scheitern der Verhandlungen sei aber weiterhin möglich, hiess es.

Die Grossbanken UBS (+0,5%) und CS (-0,1%) notieren uneinheitlich. UBS werden durch eine Anhebung auf Buy von Hold und einem auf 20 (14,50) CHF angehobenen Kursziel bei der Société Générale gestützt. Die makroökonomischen Entwicklungen würden auf ein viel stärkeres Jahr 2017 hindeuten, heisst es.

Für Zurich (-1,2%) hat die Société Générale hingegen die Bewertung auf Sell von Neutral gesenkt und das Kursziel um fünf auf 235 CHF zurückgenommen. Der Experte verweist auf die zuletzt gute Entwicklung der Aktien und rechnet mit möglichen Preisdruck im amerikanischen Geschäft nach der Trump-Wahl.

Adecco (+1,5%) profitieren von einer Heraufstufung auf Hold von Sell bei der Deutschen Bank. In einer Sektorstudie verweist der Analyst auf die jüngst besser als erwartet ausgefallenen Makrodaten in wichtigen Märkten. Der Ausblick für den Personalvermittlungsmarkt in den grossen Volkswirtschaften weise gewisse Verbesserungen auf.

Am breiten Markt hat Bossard (+1,2%) einen Umsatz leicht über den Erwartungen ausgewiesen. Die Anstieg im Schlussquartal war kräftiger als antizipiert.

Auch VAT (Aktie +3,3%) hat mit einem starken Schlussquartal die eigenen Erwartungen übertreffen können und den Umsatz um rund 24% gesteigert. Die Guidance hatte ein Plus von 18% als Maximum genannt.

Die eigenen Umsatzerwartungen hat U-Blox verfehlt und die Aktien verlieren entsprechend deutliche 11%. Begründet wird dies mit der Verunsicherung rund um die US-Wahlen. Der Ausblick für das laufende Jahr 2017 ist jedoch erneut optimistisch.

Die Partners Group (+0,9%) hat 2016 erneut höhere Neugelder verzeichnet und die verwalteten Vermögen gesteigert. Inficon (-0,5%) hat Umsatz und Betriebsgewinn gesteigert.

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(AWP)