Aktien Schweiz Eröffnung: SMI mit kleinem Plus - Wenige Impulse

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag mit leichten Gewinnen gestartet. Nachdem es mit dem SMI am Montag und Dienstag deutlich abwärtsgegangen war, hatte sich der Leitindex bereits zur Wochenmitte stabilisiert. Für den Berichtstag lieferten die Vorgaben aus Übersee indes wenig Orientierung: An der Wall Street ging zwar die Rekordjagd weiter, an den asiatischen Aktienmärkten war das Bild jedoch uneinheitlich. Während auf Konjunkturseite am Vormittag in Deutschland das Ifo-Geschäftsklima auf der Agenda steht, wird in den USA Thanksgiving gefeiert, und die Börsen bleiben geschlossen.
24.11.2016 10:15

Auch hierzulande ist es sehr ruhig. SNB-Präsident Thomas Jordan sagte indes in einem Zeitungsinterview, dass trotz insbesondere in den USA gestiegener Zinsen die Schweizer Geldpolitik darauf ausgerichtet bleibe, den Druck auf den Franken zu reduzieren. Der Negativzins bleibe "zentrales Element". Der Euro kostet weiter weniger als 1,06 USD, und zum Franken notiert die europäische Gemeinschaftswährung aktuell bei 1,072 CHF.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 9.30 Uhr 0,29% auf 7'774,90 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,21% auf 1'234,41 Zähler zu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,26% auf 8'518,83 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus und sieben im Minus.

Die schwergewichtigen Novartis (+0,7%) legen erneut klar zu nach einem Plus von knapp 1% am Vortag. Am Dienstag hatten Novartis - wie auch Roche (+0,3%) - noch um gut 3% im Minus geschlossen, womit sie sich wieder ihren kurz vor der US-Präsidentschaftswahl erreichten Jahrestiefstwerten angenähert hatten.

Roche gaben am Mittwoch weiter leicht ab, nachdem ein Rückschlag bei Eli Lilly in der Alzheimer-Forschung weltweit auf das Sentiment der Branche drückte. Der US-Pharmakonzern ist mit einem experimentellen Medikament in der Phase III gescheitert und wird keine Zulassung mehr anstreben. Eli Lilly sowie Aktien von Wettbewerbern mit ähnlichen Kandidaten gaben stark ab. Die Forschung nach einem Heilmittel von Alzheimer gilt als riskant. Auch Roche forscht in diesem Bereich.

Das Resultat bei Eli Lilly sei nicht überraschend, da schon die früheren Alzheimer-Versuchsreihen uneinheitliche Erfolge gezeigt hätten, heisst es in einem Kommentar der Credit Suisse am Donnerstag. Roche habe mit Crenezumab und Gantenerumab zwei Amyloid-Beta-Antikörper in späten Phasen der klinischen Versuchsreihen. Angesichts der Umsatzerwartungen für diese zwei Präparate von insgesamt 193 Mio CHF im Jahr 2020 gebe es allerdings nur ein begrenztes Abwärtspotenzial im Fall ähnlicher negativer Meldungen, dafür aber ein hohes Aufwärtspotenzial im Fall positiver Meldungen.

Der dritte Pharma-Blue-Chip Actelion (+0,8%) legt ebenfalls klar zu. Am Vortag ging der Titel bereits mit +1,8% aus dem Handel. Der Pharmakonzern stehe vermehrt wieder im Zentrum von Übernahmespekulationen, heisst es am Markt. Das Unternehmen habe Übernahmeinteressen auf sich gezogen, sagte etwa eine mit der Sache vertraute Person laut dem Händlerportal "Streetinsider.com". Beim potentiellen Käufer dürfte es sich um einen grossen amerikanischen Pharmakonzern handeln. Es sei aber eher unwahrscheinlich, dass Patron Jean-Paul Clozel zum Verkauf bereit wäre, so eine erste Meinung im Handel.

Neben Novartis und Roche schieben auch Nestlé (+0,2%) den SMI mit am stärksten an.

Die Titel des Gesundheitskonzerns Galenica (+1,1%) stehen indes aktuell an der Spitze der Blue Chips. Fester notieren zudem auch Richemont (+0,7%) und Julius Bär (+0,5%). Die Grossbanken tendieren uneinheitlich: Während CS (+0,4%) etwas gewinnt, geben UBS (-0,4%) im gleichen Umfang ab.

Grösste Verlierer sind Kühne+Nagel (-0,7%), die grössten Gewinner vom Vortag. Leichte Verluste verbuchen zudem noch Aryzta (-0,5%) und Swisscom (-0,4%). Für die Aktie des Telekomkonzerns senkte die UBS das Kursziel bei bestätigtem "Neutral"-Rating. Zwar sollte es Swisscom gelingen, seinen Marktanteil in der Schweiz zu verteidigen, allerdings werde der Druck durch Roaming im Mobilfunk, subventionierte Geschäftsmodelle und einen Rückgang im Festnetzgeschäft immer grösser, heisst es.

Am breiten Markt legte Carlo Gavazzi (Aktie unv.) Zahlen zum ersten Semester 2016/17 per Ende September vor: Die Erwartungen der Analysten wurden mit dem Umsatz nicht ganz erreicht, mit dem EBIT dagegen klar übertroffen.

Comet (+1,5%) kann am Tag nach dem Investorentag weiter zulegen. Vontobel bestätigt im Nachgang die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel kräftig.

ys/rw

(AWP)