Aktien Schweiz Eröffnung: SMI mit Verlusten - Adecco unter starkem Abgabedruck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Dienstag die Konsolidierung des Vortages weiter fort. Im Einklang mit allen wichtigen Aktienmärkten und mangels richtungsweisender Vorgaben tendiert der Schweizer Markt leicht schwächer. Angesichts der starken Kursentwicklung der vergangenen Woche stellt die Gegenbewegung für Marktbeobachter aber eine logische Reaktion dar. Impulse erhalten dürfte der Markt am Nachmittag, wenn sich die am Montag feiertagsbeding geschlossene Wallstreet wieder ins Geschehen einmischt. Zudem werden in den USA Zahlen zum Auftragseingang der dortigen Industrie veröffentlicht.
05.07.2016 10:15

Die Aktienmärkte hätten in der letzten Woche die durch den Brexit verursachte Verunsicherung zwar überraschend rasch abstreifen können, heisst es in einem Kommentar eines Marktbeobachters. Die Sorgen um möglichen Auswirkungen des EU-Ausstiegs Grossbritanniens auf die europäische und globale Wirtschaft würden aber unterschwellig weiter in den Köpfen der Marktteilnehmer vorhanden bleiben. Entsprechend ist jederzeit wieder mit hohen Volatilitäten zu rechnen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.45 Uhr um 0,97% tiefer bei 7'978,87 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 1,11% auf 1'172,04 und der breite Swiss Performance Index (SPI) auf 1,02% auf 8'616,52 Punkte nach. Alle 30 Blue Chips stehen im Minus.

Die mit Abstand grössten Kursverluste verzeichnen dabei Adecco, die 4,0% einbüssen. Morgan Stanley empfiehlt die Papiere neu zum Verkauf und JPMorgan senkte das Kursziel für die Valoren. Die Aktien des Personaldienstleisters hatten wegen des starken UK-Exposure des Unternehmens stark unter dem Brexit. Trotzdem bestehe weiteres Abwärtspotential, meint etwa Morgan Stanley.

Stark unter Druck stehen auch die Banken- und Versicherungswerte: So verlieren Credit Suisse 1,3%, UBS 1,4% und Julius Bär 1,7%, während Swiss Re 1,5%, Swiss Life 1,8% und Zurich 1,6% nachgeben. Zu UBS und Julius gab es kursrelevante Nachrichten. So muss die UBS Informationen zu Kunden aus Frankreich an die Steuerverwaltung liefern. Auslöser ist eine Anfrage für internationale Amtshilfe in Steuersachen aus Frankreich. Julius Bär hat derweil den im Dezember 2015 angekündigten Kauf der Commerzbank International S.A. Luxembourg (CISAL) abgeschlossen.

Mit 1,3% im Minus stehen LafargeHolcim. Der Baustoffkonzern hat für das zum Verkauf stehende Geschäft Lafarge India laut einer indischen Wirtschaftszeitschrift fünf definitive Gebote erhalten. Die Offerten lägen dabei aber mit 1,15 Mrd bis 1,29 Mrd CHF unter den ursprünglichen Preisvorstellungen.

Die Swisscom (-0,3%), respektive deren Tochter Fastweb, ist dagegen offenbar aus dem Rennen um Mobilfunkkapazitäten in Italien. Die stehen zum Verkauf, sollten sich in dem Land die Mobilfunkmarken "Wind" und "3 Italia" verschmelzen.

Am breiten Markt fallen VonRoll mit einem Kurssprung von 20,7% auf. Die Industrie-Gruppe besinnt sich auf das Kerngeschäft und will in Zukunftsmärkte investieren. Ausserdem plant das Unternehmen Massnahmen zur Fixkostenreduktion. Dazu gehört auch ein weltweiter Stellenabbau und die Verlagerung von Produktionseinheiten.

Zu den wenigen Valoren im grünen Bereiche gehören auch Burkhalter mit einem kleinen Plus von 0,2%. Das Unternehmen hat zwei Elektrofirmen gekauft und tätigte damit die 17. und 18. Akquisition Seite dem Börsengang 2008.

Im Minus stehen dagegen EFG International, die 0,1% nachgeben. Die Privatbanken-Gruppe plant wegen der BSI-Übernahme eine weitere Kapitalerhöhung im Umfang von 15 Mio Namenaktien und plant für die Zeit nach der Fusion eine neue Managementstruktur.

Unter Gewinnmitnahmen leiden Sulzer (-1,8%), die am Montag nach der Bekanntgabe einer Akquisition zweistellig zugelegt hatten. Das Schlusslicht bilden indes Burckhardt Compression, die -7% oder 21 CHF verlieren. Die Titel werden allerdings Ex-Dividende von 10 CHF gehandelt.

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(AWP)