Aktien Schweiz Eröffnung: SMI mit weiteren Verlusten - Sika mit Kurssprung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zum Wochenauftakt mit Verlusten eröffnet. Am Freitag hatte der SMI bereits die fünfte Woche in Folge mit einem Minus beendet. Klare Impulse von den Überseebörsen fehlten zum Wochenauftakt - trotz schwacher Wirtschaftsdaten aus Japan. Die überraschende Stagnation bei der Industrieproduktion dürfte auch ein Thema bei der am Montag begonnenen, zweitägigen Sitzung der japanischen Währungshüter sein. Indes habe die Meldung über wieder aufgenommene Ermittlungen des FBI zur E-Mail-Affäre der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vom Freitag die Aktienmärkte aufgeschreckt, heisst es in einem Kommentar am Montag.
31.10.2016 10:15

Zudem sei es den führenden Ölförderländern über das Wochenende nicht gelungen, die im letzten Monat vereinbarten Pläne zur Senkung der Rohölförderung abzuschliessen. Im weiteren Wochenverlauf konzentriere sich die Aufmerksamkeit auf die Sitzung des Fed am Dienstag und Mittwoch, wobei die Anleger auf eine geldpolitische Orientierungshilfe hoffen. Der Markt geht derzeit von einem weiteren US-Zinsschritt im Dezember aus. Hierzulande stehen Sika nach den Ereignissen am Freitagabend im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr um 0,65% tiefer bei 7'857,53 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,42% auf 1'225,45 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,46% auf 8'609,44 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren ausser drei alle im Minus.

Ausreisser sind Sika (+13%) mit einem zweistelligen Plus. Der Kurs hat am Freitag im Vorfeld des für nachbörslich angekündigten Gerichtsentscheids im Übernahmekampf um gut 4% nachgegeben. Die Verantwortlichen des Baustoffherstellers konnten allerdings einen Etappensieg erringen: Das Zuger Kantonsgericht hat die Anfechtungsklage der Schenker-Winkler Holding (SWH) gegen die Beschlüsse der Generalversammlung 2015 abgewiesen. Die Richter stellten fest, dass die von Sika gegen den grössten Aktionär verhängte Stimmrechtsbeschränkung rechtens war, und haben damit dem Sika-Verwaltungsrates im Abwehrkampf gegen Saint-Gobain den Rücken gestärkt.

Der französische Baukonzern hält jedoch an der Übernahme fest, und die in der Familienholding SWH organisierten Gründererben kündigten an, das Zuger Urteil an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen. Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg will indes nach den zwei Jahren Rechtsstreitigkeiten gemeinsam eine Lösung finden. Sein Ziel ist es, dass Sika das Aktienpaket der Familie übernimmt, wie er in der Sonntagspresse sagte. Zu den genauen Gegebenheiten des Angebots wollte Hälg sich noch nicht äussern. Ob solch eines Erfolg haben kann, ist offen.

Vontobel hält ein Angebot von Sika selbst an die Erbenfamilie bei einer gleichzeitigen Entschädigungszahlung an Saint-Gobain für ein wahrscheinliches Szenario. Neu empfiehlt der zuständige Analyst die Aktien zum Kauf.

Ganz leicht im Plus stehen zudem einzig noch Actelion und Givaudan (+0,1%).

Grösste Verlierer sind dagegen die Luxusgütertitel Swatch und Richemont (je -1,4%). Zudem stehen die Grossbankenwerte UBS (-1,0%) und CS (-0,9%) unter Druck. UBS haben am Freitag nach der Zahlenvorlage zum dritten Quartal noch 2,4% zugelegt. Insgesamt gehörten unter den SMI-Titeln die Finanztitel zu den grössten Gewinnern. CS und UBS legten mit 3,2% bzw. 5,2% am stärksten zu.

Für Credit Suisse überprüft die UBS das "Buy"-Rating und Kursziel. Der zuständige Analyst geht bei der Grossbank, die am Donnerstag Zahlen vorlegt, von einem knappen Verlust im dritten Quartal aus. Anders als bei den US-Konkurrenten sehe er bei der CS im Bereich FICC (Fixed Income, Commodities und Currencies) einen starken Rückgang.

Grösster Belastungsfaktor sind allerdings die schwergewichtigen Novartis, Nestlé (je -0,6%) und Roche (-0,7%).

Syngenta (-0,7%) zeigen sich ebenfalls im Rahmen des Gesamtmarkts. Die EU-Kommission will die angestrebte Übernahme durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina ausführlich unter die Lupe nehmen und leitet eine vertiefte Prüfung ein, wie am Freitag bekannt wurde. Schon am vergangenen Montag kam heraus, dass sich der Abschluss des Deals verzögert, und Syngenta gaben im Laufe der Woche bereits 5,5% ab.

Am breiten Markt verlieren Panalpina (-2,4%) überdurchschnittlich, nachdem die Deutsche Bank die Aktien neu zum Verkauf empfiehlt.

VAT (+4,0%) und Valartis (+2,2%) können dagegen von Unternehmensnews profitieren. Der Ostschweizer Vakuumventil-Hersteller hat für das dritte Quartal einen deutlich höheren Umsatz und Auftragseingang ausgewiesen und zudem die Wachstumsprognose für das laufende Jahr angehoben.

Die Valartis-Gruppe sieht sich nach dem Vollzug der Übernahme ihrer Liechtensteiner Tochtergesellschaft als vollständig saniert und schuldenfrei an.

ys/cf

(AWP)