Aktien Schweiz Eröffnung: SMI senkt Sinkflug fort - Verunsicherung vor US-Wahlen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch im frühen Handel seinen Sinkflug fortgesetzt. Im Vorfeld der US-Wahlen scheint die Verunsicherung die Finanzmärkte im Griff zu haben, umso mehr als der als unberechenbar geltende Kandidat Donald Trump zuletzt in den Umfragen deutlich Boden gut gemacht hat. Am Vorabend hatten bereits die US-Börsen klar nachgegeben und die asiatischen Börsen verzeichneten in der Nacht auf Mittwoch deutliche Abschläge. Derweil legt der als "sicherer Hafen" geltende Schweizer Franken deutlich zu.
02.11.2016 10:15

Im Blickpunkt der Märkte steht zudem die Sitzung der US-Notenbank Fed, deren Resultate am Abend nach Börsenschluss in Europa publiziert werden. Ein Zinsschritt kurz vor der US-Wahl wird zwar nicht erwartet. Allerdings werden die Marktteilnehmer darauf achten, welche Signale das Fed bezüglich der erwarteten Leitzinserhöhung im Dezember aussendet. Daneben wird am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht in den USA auf Beachtung stossen, der als Indikation für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag gilt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr um 0,45% im Minus bei 7'726,71 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,76% auf 1'202,20 Punkte ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 8'467,73 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Minus, drei im Plus und einer (Roche) unverändert.

Die stärksten Abschläge unter den Bluechips erleiden Finanzwerte. Insbesondere CS (2,6%) und UBS (-2,4%) geben im Einklang mit anderen europäischen Grossbankentiteln deutlich ab und auch die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,8%) erleiden klare Verluste. Versicherungswerte wie Zurich (-1,1%), Swiss Re (-0,9%) oder Swiss Life (-0,8%) geben ebenfalls deutlich nach.

Klar schwächer präsentieren sich auch viele zyklische Werte, allen voran die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim (-1,3%), der am Freitag die Ergebnisse zum dritten Quartal publiziert. Verluste erleiden auch Adecco (-0,9%) oder Clariant (-1,0%). Die Aktien des Chemiekonzerns werden von den Analysten der britischen Barclays nach Quartalsergebnissen weiterhin mit "Equal Weight" eingestuft. Im Minus notieren zudem Sika (-1,0%), die zu Wochenbeginn nach dem Gerichtsentscheid des Zuger Kantonsgerichts im Kampf um die Kontrolle des Bauchemiekonzerns stark angestiegen waren.

Derweil bekräftigt Goldman Sachs sein "Neutral"-Rating für die ABB-Aktien (-0,8%) nach als "schwach" bewerteten Zahlen zum dritten Quartal des Industriekonzerns. Für die Geberit-Titel (-0,7%) bleibt das Goldman Sachs-Aktienresearch nach Quartalszahlen dagegen bei seiner Kaufempfehlung.

Besser halten sich im SMI für einmal die defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (unv.), die in den vergangenen Wochen starke Abgaben hinnehmen mussten. Die Analysten von Berenberg haben am Mittwoch ihr "Buy"-Rating für die Roche-Titel bekräftigt, wobei sie nicht zuletzt auf anstehende Studiendaten zum Brustkrebs-Mittel Perjeta verweisen. Die schwergewichteten Nestlé (-0,1%) geben nur leicht nach.

Am breiten Markt werden die Zahlen des Schokolade-Produzenten Barry Callebaut (Aktien +0,7%) zu dem per Ende August abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015/16 positiv aufgenommen, auch wenn die Ergebnisse insgesamt etwas unter den Erwartungen lagen. Das Management zeigt sich aber zuversichtlich und bestätigt die Mittelfrist-Ziele zu Wachstum und EBIT.

Das Industrieunternehmen OC Oerlikon (Titel -3,4%) muss im dritten Quartal 2016 aufgrund seiner schwachen Segmente "Manmade Fibers" und "Drive Systems" einen Umsatz- und Gewinnrückgang ausweisen und verfehlt damit die Erwartungen recht deutlich. Die Guidance für das laufende Jahr wird vom Management aber dennoch bestätigt.

Der Bankensoftware-Spezialist Temenos (-1,4%) hat vorbörslich den Termin für die Aufnahme des angekündigten Aktienrückkaufprogramms am morgigen Donnerstag angekündigt. Er will bis Ende 2017 rund 2,4% seines Aktienkapitals am Markt zurückkaufen.

tp/cf

(AWP)