Aktien Schweiz Eröffnung: SMI setzt Aufstieg fort - LafargeHolcim an der Spitze

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt setzt zum Wochenstart den Ende letzter Woche begonnenen Aufstieg fort. Der Leitindex SMI kam dabei in der ersten halben Handelsstunde der 8'100-Punkte-Marke sehr nahe, vermochte sie aber nicht zu überschreiten. Als Auslöser für die aufgehellte Stimmung gelten die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag, welche die Brexit-Sorgen etwas in den Hintergrund rücken liessen. Im Fokus sind zudem nach einer Veräusserung LafargeHolcim.
11.07.2016 10:11

Der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni trieb die US-Aktienindizes am Freitagabend auf Rekordkurse. Der Dow Jones Industrial schloss auf dem bislang höchsten Schlussstand im laufenden Jahr. Auch an den Börsen Asiens zeigten die Kurse in der Folge nach oben. Händler verwiesen dabei auch auf den Sieg des Regierungslagers in der japanischen Oberhauswahl. Am Markt werde nun mit weiteren Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gerechnet.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr um 0,71% höher bei 8'095,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,87% auf 1'184,89 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,85% auf 8'748,41 Stellen. Von den 30 Blue Chips liegen bis auf ABB alle im Plus.

Die mit Abstand grössten Avancen unter den Blue Chips verzeichnen LafargeHolcim (+2,9%). Der Zementkonzern kommt mit der Bereinigung seines Portfolios voran. Er hat mit dem indischen Mischkonzern Nirma Limited eine Vereinbarung zum Verkauf der Lafarge-India-Werke geschlossen. Die Unternehmensteile, die der französisch-schweizerische Konzern wegen der regulatorischen Bedingungen der Fusion verkaufen muss, werden mit 1,4 Mrd USD bewertet - und damit eher höher als erwartet.

Dahinter folgen die Papiere der Credit Suisse (+2,4%). CS-Chef Tidjane Thiam sprach in einem Interview mit der Sonntagspresse von Fortschritten beim Umbau seines Instituts. Das Programm zur Reduktion des Handelsgeschäfts sei im zweiten Quartal beschleunigt worden. An den ambitionierten Gewinnzielen will der Konzernchef zudem nicht rütteln. Angesichts des abgesackten Aktienkurses mahnte er die Investoren zur Geduld. Offen liess er die Frage, ob Kunden in jüngster Zeit bei der CS Geld abgezogen haben.

Auch andere Finanztitel, die in der Vorwoche infolge neuer Brexit-Turbulenzen markante Einbussen erlitten hatten, legen überdurchschnittlich zu. So gewinnen Julius Bär 1,5%, UBS 1,4%, Zurich 1,4%, Swiss Life 1,3% und Swiss Re 1,0%. In der Wochenendepresse war auch noch ein Interview mit UBS-Chef Sergio Ermotti publiziert worden. Er kritisierte darin die Schweizer Regierung und bezeichnete die von Frankreich geforderte Herausgabe von Kundendaten als "politisiertes Verfahren".

Abgesehen davon notieren nur noch Dufry (+1,7%), Lonza und Aryzta (je +1,4%) sowie Adecco (+1,2%) mehr als 1% höher.

Wenig beeindruckt zeigen sich die Syngenta-Investoren von der Verlängerung der Angebotsfrist von ChemChina bis 13. September. Die Aktie steigt nur um 0,7% auf 372,20 CHF. ChemChina hatte im März das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 USD in bar je Namenaktie zuzüglich einer Dividende von 16 CHF pro Papier.

Die Schwergewichte verhindern einen stärkeren Anstieg des SMI. Novartis legen um 0,8%, Roche um 0,6% und Nestlé um 0,5% zu - und finden sich damit in der zweiten Hälfte der Rangliste. Die auf Hautkrankheiten spezialisierte Nestlé-Tochter Galderma hat für ein Aknemittel die rezeptfreie Zulassung in den USA erhalten.

Als einzige Blue-Chips-Aktie notieren ABB vorbörslich im Minus, und zwar mit 2,0% oder 0,38 CHF. Die Papiere werden am Berichtstag jedoch Ex-Dividende (0,74 CHF) gehandelt.

Am breiten Markt gibt es weitere Vorboten der Berichtssaison. Interroll (+3,1%) und Myriad (+1,3%) haben erste Hinweise auf die Geschäftsentwicklung im ersten Semester gegeben, die mit Applaus bedacht werden. Ausserdem gibt es eine Heraufstufung für AMS (+3,6%)durch ZKB auf "Übergewichten". Huber+Suhner notieren 0,8% im Plus; CEO Urs Kaufmann hat sich in einem Interview mit AWP zuversichtlich zum Geschäftsgang geäussert.

rw/cf

(AWP)