Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet Erholung auf breiter Front

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit festeren Kursen in die neue Woche gestartet und lanciert damit nach zwei schwachen Wochen einen Erholungsversuch. Auf Erholungskurs befinden sich dabei auch die beiden Grossbanken, welche am Freitag und auch über die gesamte vergangene Woche arg unter Druck gestanden hatten. In Marktkreisen wird allerdings davon ausgegangen, dass der Druck auf die Aktienkurse anhalten und die Volatilität weiter ansteigen werde. Die Vorgaben aus den USA vom Freitag sind derweil eher neutral, während in Japan die Börsen zum Wochenauftakt wegen eines Feiertags geschlossen blieben.
19.09.2016 10:15

In dieser Woche werden sowohl die amerikanische als auch die japanische Notenbank über die neuesten geldpolitischen Entscheide berichten, beide am Mittwoch. Von beiden Instituten werden keine wichtigen Änderungen erwartet. "Ziemlich sicher" werde das Fed auch dieses Mal zuwarten und den Zinsschritt auf Dezember vertagen, heisst es beispielsweise in einer Einschätzung der Zürcher Kantonalbank. Es sei aber zu erwarten, dass das Fed durchblicken lasse, die Zinsen noch in diesem Jahr anzuheben.

Der Swiss Market Index (SMI) legt bis um 09.30 Uhr 0,70% auf 8'187,05 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, zieht um 0,74% auf 1'240,15 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,68% auf 8'910,86 Punkte. Die 30 wichtigsten Titel stehen alle im Plus.

An der Spitzen der Blue Chips befinden sich LafargeHolcim (+1,7%). HSBC hat das Kursziel für den Zementkonzern leicht erhöht und die Einstufung "Buy" bestätigt. Darüber hinaus kommen wohl auch Impulse von einem Interview des VR-Präsidenten Beat Hess in der "SonntagsZeitung". Dieser bezeichnete die Integration der beiden Unternehmen Lafarge und Holcim als weitgehend abgeschlossen. Nun werde man sich auf die Länderaktivitäten konzentrieren und herausfinden, wo man sich allenfalls zurückziehen wolle.

Auch ABB (+0,8%) waren in der Wochenendpresse prominent vertreten, wobei weiterhin über die Kernfrage für Investoren - Abspaltung der Sparte Stromnetzte oder nicht - spekuliert wird. So wollen verschiedene Medien wissen, dass der Verwaltungsrat an der Sparte Stromnetze festhalten will. ABB wird Anfang Oktober anlässlich eines Investorentages darüber berichten.

Leicht überdurchschnittliche Gewinne von je 1,4% zeigen auch Galenica, Richemont und Lonza. Gestützt wird der Gesamtmarkt von den ebenfalls gesuchten Novartis (+0,8%). Das Unternehmen hat am Samstag positive Studienresultate zu einem Produktekandidaten bei der Behandlung einer speziellen Form Multipler Sklerose und am Montag neue Daten für das Herzmittel Entresto bekannt gegeben. Roche (+0,7%) hinken indes dem Nachbarn in Basel nicht weit hinterher.

Unter Beobachtung stehen am Montag auch die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (+0,9%) und UBS (+0,5%), nachdem diese am Freitag wegen einer hohen Forderung der US-Justizbehörden an die Deutsche Bank wegen dubioser Hypothekengeschäfte stark gelitten hatten. In der Wochenendpresse wurde über die Höhe möglicher Vergleichsforderungen gegenüber den Schweizer Banken spekuliert. JP Morgen beispielsweise hat laut der "NZZaS" für die Credit Suisse einen Wert von gut 3 Mrd USD errechnet und für die UBS einen solchen von knapp 1 Mrd USD.

Am Tabellenende sind Schindler (+0,3%), nach der Ankündigung einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekomkonzern Huawei, sowie Clariant (+0,4%) und Syngenta (+0,2%) zu finden. Der Agrochemiekonzern hat eine Auseinandersetzung mit der US-Umweltschutzbehörde EPA rund um den Verkauf von nicht korrekt deklarierten Pestiziden beigelegt und zahlt dafür gut 1,2 Mio USD.

Im breiten Markt ziehen Charles Vögele um 2,9% auf 6,43 CHF an, nachdem eine Investorengruppe um den italienischen Modekonzern OVS ein Angebot über 6,38 CHF je Aktie für den defizitären Kleiderverkäufer deponiert hat. Der Verwaltungsrat von Charles Vögele empfiehlt den Aktionären die Annahme des Angebotes, obwohl die Prämie gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag lediglich bei gut 2% liegt.

Georg Fischer verzeichnen ein Plus von 2,0%, nachdem der Industriekonzern einen weiteren Grossauftrag für Sparte Automotive vermeldet hat. Im Fokus stehen weiter Burckhardt Compression (+0,8%) nach einer kleineren Akquisition oder BVZ, welche nach der Präsentation der Halbjahreszahlen noch nicht gehandelt sind.

cf/uh

(AWP)