Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet fester - Actelion mit Übernahmefantasie

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Nachdem der SMI bereits am Vortag die Marke von 8'000 Punkten kurz überwunden hatte, kann sich der Leitindex im frühen Handel klar darüber etablieren. Damit setzt sich die am Mittwoch eingeleitete Erholungsbewegung ersteinmal fort. Actelion steigen nach Übernahmegerüchten weiter stark an, Schub geben auch die Indexschwergewichte Roche, Nestlé und Novartis. Aufgrund fehlender Vorgaben aus den USA rechnen die Händler jedoch ansonsten mit einem eher ruhigen Handel.
25.11.2016 10:15

Die Vorgaben von den asiatischen Aktienmärkten lieferten eine leichte Stütze. Demgegenüber gaben die Ölpreise im Vergleich zum Vortag etwas nach. In der kommenden Woche berät die OPEC über die Verteilung der geplanten Förderkürzung. In den USA blieben die Aktienmärkte am Donnerstag aufgrund des Thanksgiving-Feiertags geschlossen. Am heutigen Black Friday, der traditionell für das Shopping genutzt wird, öffnet die Wall Street nur für einen verkürzten Handel. Die Daten dieses Verkaufswochenendes gelten als Indikator für das Weihnachtsgeschäft und die Konsumentenstimmung.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 9.30 Uhr 0,58% auf 7'843,76 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,35% auf 1'243,81 Zähler zu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44% auf 8'582,59 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren elf im Plus und 19 im Minus.

Der Actelion-Kurs wird durch Meldungen zu Gesprächen mit dem US-Pharma- und Konsumgüterriesen Johnson & Johnson um 9,2% in die Höhe getrieben. Bereits am Vortag waren die Titel nach Übernahmegerüchten mit +1,9% Tagesgewinner. Laut einer Bloomberg-Meldung interessiert sich J&J für die Basler und es gebe bereits Kontakte zwischen den Firmen. Ist an der Geschichte etwas daran, könnte dies andere Interessenten anlocken und einen Bieterwettbewerb lostreten, meinen Experten.

Stärker im Plus rangieren erneut Galenica (+2,6%), die sich damit weiter vom Anfang November markierten bisherigen Jahrestief erholen können. Schub geben dem SMI zudem die Schwergewichte Nestlé, Roche (je +1,0%) und Novartis (+0,8%). Auch eine Reihe anderer Pharma-Werte aus der zweiten Reihe wie Basilea (+2,1%) oder Newron (+4,6%) zeigen sich fester, die in den vergangenen Tagen deutlicher abgegeben hatten.

Adecco (+0,2%, 62,40 CHF) können trotz eines höheren Kursziels von 70 CHF bei Barclays nicht mithalten. Trotz der etwas flauen Ergebnisse zum dritten Quartal sähen das gegenwärtig Geschäfts- und makroökonomische Umfeld robust genug aus, um die Herabstufungen nach dem Brexit-Votum teilweise wieder rückgängig zu machen, heisst es. Die Bewertung lautet Overweight.

Die Verliererliste wird von LafargeHolcim (-0,8%) angeführt. Tiefer starteten auch Dufry, ABB (je -0,6%) sowie Schindler und Aryzta (je -0,4%). Aryzta veröffentlicht am kommenden Montag das Q1-Resultat. Neben Zürich (-0,6%) liegen auch die Banken Julius Bär (-0,8%), UBS (-0,4%) und CS (-0,3%) etwas tiefer.

Am breiten Markt stehen Meyer Burger (+7,9%) nach dem Abgang des langjährigen Chefs Peter Pauli und der heutigen Gläubigerversammlung im Fokus. Neuer CEO wird Hans Brändle, der frühere Chef der Oerlikon-Beschichtungssparte Coating. Der VRP Peter Wagner wird durch seinen Stellvertreter Alexander Vogel ersetzt. Ob der personelle Neustart das Vertrauen der Gläubiger und Aktionäre in den Refinanzierungsplan stärken wird, wird sich an der heutigen Versammlung und der a.o. GV am 2. Dezember weisen.

Helvetia (+2,3%, 535 CHF) werden von Goldman Sachs auf Buy von Neutral hochgestuft und das Kursziel auf 630 von 607 CHF deutlich angehoben. Die Aktien seien unterbewertet, heisst es in einer Branchenstudie.

Bei Sulzer (+3,6%, 107 CHF) sorgt eine Bewertungsanhebung durch Baader Helvea vom Vorabend für Unterstützung. Die Titel wurden auf Buy von Hold heraufgestuft und das Kursziel deutlich auf 120 von 85 CHF angehoben. Der Transformationsprozess des Unternehmens habe sich beschleunigt und das Geschäftsportfolio würde sich zu einer höheren Gewinnqualität verschieben, hiess es.

Dottikon (+0,9%) legen nach einer Umsatz- und Gewinnsteigerung im ersten Semester des Geschäftsjahres zu. Der Pharmazulieferer rechnet mit weiteren Steigerungen.

Bei den Verlierern fällt u.a. der Börsenneuling KTM mit -4,4% etwas deutlicher zurück.

yr/cp

(AWP)