Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet fester - Britische Notenbank im Blick

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse ist am Donnerstag mit Aufschlägen in den Handelstag gestartet. Die Vorgaben aus den US-Börsen sind leicht positiv, nach Börsenschluss in Europa haben sich die dortigen Indizes noch etwas nach oben bewegt. An den asiatischen Börsen ging es in der Nacht auf Donnerstag eher nach oben - offenbar beeindrucke die Angst vor den Brexit-Folgen die dortigen Anleger nicht, so ein Kommentator.
14.07.2016 10:15

Der Blick der Märkte geht dennoch nach Grossbritannien, wo die britische Premierministerin Theresa May die wichtigsten Posten der neuen Regierung besetzt hat. Im Zentrum des Marktinteresses steht die Bank of England (BoE), die kurz nach Mittag ihre Zinsentscheidung bekannt geben wird. Eine Mehrheit der Beobachter erwartet, dass die Notenbank auf den "Brexit-Schock" nun bereits an diesem Donnerstag mit einer Senkung der Leitzinsen reagiert. Hierzulande nimmt derweil die Berichtssaison langsam Fahrt auf.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 9.30 Uhr 0,35% im Plus auf 8'170,46 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,49% auf 1'208,05 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) notiert 0,26% höher auf 8'839,75 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren deren 23 im Plus, fünf im Minus und zwei unverändert.

Zu den Gewinnern im frühen Handel gehören eine Reihe von konjunkturabhängigen Titeln sowie die Grossbankenwerte: UBS (+1,7%) und CS (+1,4%) setzen ihre Erholung von den vergangene Woche erreichten Jahrestiefs weiter fort und auch die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (+1,3%) legen deutlich zu. Deutlich fester zeigen sich Zykliker wie Richemont (+1,5%), LafargeHolcim (+1,4%), ABB (+1,0%) oder Adecco (+0,9%).

Eher uneinheitlich zeigen sich die Versicherungswerte, bei denen Swiss Life (+0,6%) sowie Zurich (+0,4%) zulegen, während Swiss Re (-0,1%) nachgeben. Das Aktienresearch von Bernstein hat im Nachgang der Brexit-Abstimmung seine Einschätzung "Marketperform" für die Swiss Re-Titel bekräftigt.

Die Titel des Agrokonzerns Syngenta (+0,5%), für den ein Kaufangebot aus China vorliegt, legen zu. Bei den Agrounternehmen dreht sich derweil das Übernahmekarussell weiter. Der US-Konzern Monsanto, der von der deutschen Bayer umworben wird, hat offenbar Gespräche mit BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrochemie-Sparten wieder aufgenommen. Marktbeobachter interpretierten die Überlegungen als "Giftpille" in den Übernahmeverhandlungen.

Bei den defensiven Schwergewichten notieren Nestlé unverändert, während Roche (+0,2%) und Novartis (+0,1%) leicht über dem Vortagesschluss gehandelt werden. Die Analysten von Jefferies haben in einer Branchenstudie ihre Kaufempfehlungen für beide Pharmatitel bekräftigt, Novartis sei aber weiterhin der bevorzugte Wert in Europa. Die Novartis-Generikatochter Sandoz gab am Vorabend die Zulassung eines Biosimilars für das Amgen-Rheumamittel Enbrel bekannt, während die Augenheiltochter Alcon eine "multifokale Kontaktlinse" vor allem für ältere Menschen lanciert.

Am breiten Markt hat der Dentalimplantathersteller Straumann (Aktie -0,5%) mitgeteilt, seine Kaufoption für den südkoreanischen Implanthathersteller MegaGen auszuüben. Allerdings muss zur Bestimmung des Kaufpreises noch ein Schiedsgericht in Seoul angerufen werden. Für Analysten kommt der Entscheid zur Ausübung nicht unerwartet, sie hoffen auf eine schnelle Einigung.

Der Private Equity-Anbieter Partners Group (+1,4) hat für das erste Halbjahr 2016 einen deutlichen Anstieg der Kundennachfrage und der verwalteten Vermögen vermeldet und passt seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben an. Mit den Zahlen hat der Anbieter die Erwartungen am Markt insgesamt übertroffen. Einen Umsatz- und Gewinnanstieg hat das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (+0,1%) vermeldet, wobei die Erwartungen der Analysten leicht höher lagen.

Einen Kurssturz erleiden die Santhera-Aktien (-29%). Das Liestaler Pharmaunternehmen vermeldet einen Rückschlag bei einem Zulassungsantrag für sein Medikament Raxone in den USA. Das Biopharma-Unternehmen Addex (-2,6%) wird derweil von der SIX wegen fehlerhafter Halbjahres- respektive Jahresabschlüssen gerügt.

tp/cf

(AWP)