Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet im Plus - Zurückhaltung vor US-Wahl

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Aufschlägen in den Handel am Dienstag gestartet. Der Leitindex SMI kann damit an die Vortagesbewegung anschliessen. Die heute stattfindende US-Präsidentschaftswahl bleibt vordringlichstes Thema. Die Hoffnung, dass Hillary Clinton im Rennen gegen den republikanischen Widersacher Donald Trump am Ende die Nase vorne haben wird, hatte am Vortag für einem deutlichen Anstieg gesorgt.
08.11.2016 10:15

Der Dow Jones hatte die Gewinn am Vorabend auch nach Handelsschluss in Europa noch ausgebaut. Ein Dämpfer kam von Konjunkturzahlen aus China, was die asiatischen Märkte etwas zurückhielt. In der Volksrepublik haben sich die Exporte im Oktober deutlich und die Importe geringer abgeschwächt. Laut Experten deutet dies darauf hin, dass der schwächere Renminbi den Handel nicht ankurbeln kann. Hierzulande stehen Adecco nach Quartalszahlen im Fokus. Bei Meyer Burger belastet eine geplante Kapitalerhöhung.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz nach 09.30 Uhr 0,25% höher bei 7'754,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,28% auf 1'210,71 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,28% auf 8'504,13 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 26 im Plus und nur vier im Minus.

Adecco steigen nach Zahlen um 0,5%. Der Umsatz des Personalvermittlers ist im dritten Quartal etwas langsamer gewachsen als im Vorquartal. Der Druck auf die Margen hielt im Berichtszeitraum an, und das operative Ergebnis war in der Folge rückläufig. Die Analysten sehen das organische Wachstum arbeitstagebereinigt im Rahmen der Erwartungen und die Entwicklung in den Monaten September und Oktober sei ermutigend. Die Marge habe aber enttäuscht.

Stärkste Blue Chips sind Galenica (+1,0%), die sich damit weiter von dem am Freitag markierten 16-Monatstief lösen können. Auch Dufry, Sonova (je +0,7%) oder Sika (+0,6%) finden sich in der Rangliste auf vorderen Plätzen.

Julius Bär führt mit +0,7% die Finanztitel an, gefolgt von UBS mit +0,6%. CS sind demgegenüber mit -0,3% grösster Verlierer. Hier hat Independent Research zwar das Kursziel leicht angehoben, die Verkaufen-Bewertung wurde jedoch bestätigt. Die Grossbank profitiere geringer als die Wettbewerber vom positiven Marktumfeld im Wertpapierhandel, heisst es.

LafargeHolcim (+0,6%) schreiben die positive Entwicklung seit der Zahlenvorlage am vergangenen Freitag fort. Seitdem haben die Titel damit rund 6,3% an Wert gewonnen. SGS (+0,6%) wurden von Merrill Lynch auf Neutral hochgestuft.

Am unteren Ende rangieren Swisscom, Richemont oder Givaudan (je -0,1%). Die Schwergewichte Roche (+0,3%), Nestle (+0,1%) und Novartis (+0,3%) sorgen für wenig Bewegung. Für Letztere hat Berenberg das Kursziel aufgrund niedrigerer Umsatzerwartungen um 5 CHF auf 80 CHF gesenkt.

Im breiten Markt reagieren die Aktien des Solarzellen-Ausrüsters Meyer Burger mit Abgaben von 14% auf die angekündigte Kapitalerhöhung um 160 Mio CHF. Zudem will das Unternehmen die Konditionen einer Wandelanleihe ändern und weitere Massnahmen zur Refinanzierung treffen. Ein gleichzeitig gemeldeter Grossauftrag und positive Zahlen zu den ersten neun Monaten des Jahres können dem nicht entgegenwirken. Bereits am Freitag war die Aktie nach Gerüchten um bevorstehende Kapitalmassnahmen unter hohen Volumen zeitweise um mehr als 20% eingebrochen.

Burckhardt Compression (-8,4%) hat mit schwachen Halbjahreszahlen die Erwartungen klar verpasst. Während der Umsatz dank einer Akquisition in China wuchs, ging der Auftragseingang zurück. Auch Gewinn und Margen lagen unter den Vorjahreswerten. Das Unternehmen leidet weiter unter einer schwachen Nachfrage aus dem Öl&Gas-Sektor.

Dormakaba (+2,9%) verstärkt sich unterdessen mit einem Zukauf in den USA. Für 142,5 Mio USD wird der Türen- und Beschlägehersteller Mesker mit einem Umsatz von zuletzt 67 Mio übernommen. Das entspricht knapp 3% des Gruppenumsatzes des Konzerns.

yr/tp

(AWP)