Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet klar höher - J&J-Angebot für Actelion

Der Schweizer Aktienmarkt ist klar höher in den Handel gestartet und der SMI liegt nur noch wenige Punkte vom 52-Wochenhoch entfernt. Dabei steht vor allem Actelion nach dem Kauf-Angebot durch die amerikanische Johnson&Johnson im Fokus. Aber auch die Vorgaben aus Übersee treiben den SMI weiter an. An der Wall Street hatte der Dow Jones am Vortag bereits im frühen Handel die Marke von 20'000 Punkten überschritten und bis Handelsende nochmals deutlich zugelegt.
26.01.2017 10:15

Auch die Börsen in Asien schlossen sich dem positiven Trend an. Die Investoren setzten auf eine Fortsetzung der Trump-Rally, welche die Märkte nach der Wahl des neuen US-Präsidenten seit Anfang November kräftig angetrieben hatte, heisst es am Markt. Die Aussicht auf Deregulierung in der Wirtschaft allgemein und in der Finanzbranche im Speziellen treiben die Aktienkurse. Am Vortag hatte der neue Präsident sein Vorhaben einer Mauer zu Mexiko aufgegleist.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,85% höher bei 8'458,85 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 1,17% auf 1'355,71 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,77% auf 9'227,37 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Plus und zehn im Minus.

Actelion notieren nach dem 30-Mrd-USD-Gebot von J&J 20% höher auf 273,80 CHF. Der US-Konzern bietet 280 USD pro Aktie in bar, was einem Aufschlag von rund 23% zum gestrigen Schlusskurs entspricht. Der Actelion-Verwaltungsrat unterstützt das Angebot einstimmig und CEO Jean-Paul Clozel soll Chef der abgespaltenen neuen Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft R&D New Co werden.

Auch Vortagesgewinner Novartis (+1,5%) zeigt sich erneut im Aufwind. Der in Aussicht gestellte Verkauf der Augenheilsparte Alcon und der geplante Aktienrückkauf hatten den Kurs angetrieben. Für die Novartis-Aktien hat die Deutsche Bank das Kursziel auf 76 von 82 CHF gesenkt und bewertet sie weiter mit Hold. Auch das zweite Pharmaschwergewicht Roche (+0,9%) gehört zu den Gewinnern.

Etwas kräftiger legen auch noch Lonza (+1,1%) im Nachgang der Zahlen vom Mittwoch zu. Galenica und Sika (je +0,9%) finden sich ebenfalls im oberen Bereich der Rangliste. Im Mittelfeld liegen hingegen die beiden Grossbanken CS (+0,6%) und UBS (+0,4%) sowie einige Versicherer wie Swiss Life (+0,6) oder Bâloise (+0,8%). Die UBS wird am (morgigen) Freitag den Jahresbericht vorlegen.

Auch Analystenkommentare sorgen für etwas Bewegung. Für Julius Bär (+1,4%) hat HSBC das Kursziel auf 49 von 40 CHF angehoben und die Hold-Bewertung bestätigt. Für ABB (+0,8%) steigt das Kursziel bei Morgan Stanley um 40 Rappen auf 24,60 CHF. Bei Dufry (+0,2%) hebt Vontobel das Kursziel deutlich auf 160 von 135 CHF. Zudem hat der Reisedetailhändler durch ein Joint Venture mit dem kolumbischen Unternehmen DFASS eine neue Konzession in Bogota erhalten.

Richemont (-0,6%) sind nach erneut negativer Daten zu den Schweizer Uhrenexporten grösster Verlierer, während Swatch (+0,4%) sogar etwas zulegen können. Im Dezember betrug der Rückgang der Uhren-Ausfuhren 4,6%, im Jahr 9,9%.

Auch die als eher defensiv geltenden Nestlé (-0,5%) liegen im Hintertreffen, ebenso wie Syngenta (-0,4%), SGS, Givaudan, LafargeHolcim oder Schindler (je -0,3%).

Im breiten Markt erwägt Sunrise (+3,4%) den Verkauf von Telekommasten, um eine schnellere Entschuldung der Gesellschaft zu ermöglichen. Analysten spekulieren nun auf eine Sonderausschüttung. Meyer Burger (+2,6%) hat erneut einen Auftrag aus Asien gemeldet und baut dort Anlagen im Wert von rund 18 Mio CHF.

Der Maschinenbauer Starrag (+7,6%) hat deutlich höhere Order verzeichnet und dem Umsatz leicht gesteigert. Zudem wurde eine Kooperation mit dem Spezialisten für Zahnrad-Bearbeitungsmaschinen Klingelnberger angekündigt.

Auch die Schlatter Gruppe (ungehandelt) hat im vergangenen Geschäftsjahr einen markant höheren Bestellungseingang verzeichnet und rechnet unter dem Strich mit einem kleinen Gewinn.

Der Milchverarbeiter Hochdorf (-1,4%) hat 2016 den Umsatz gehalten und rechnet damit, die prognostizierte EBIT-Bandbreite von 4,0 bis 4,2% zu erreichen.

yr/ra

(AWP)