Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit Aufschlägen - Banken gefragt

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit einem leichtem Plus in die neue Handelswoche gestartet. Gestützt werde die Stimmung von den grundlegend positiven Konjunkturerwartungen, hiess es. Die Vorgaben aus dem US-Freitagshandel waren positiv und auch die asiatischen Börsen legten zu, trotz überraschend schwacher Exportzahlen aus Japan.
20.02.2017 10:15

Die deutschen Produzentenpreise verbuchten den stärksten Anstieg seit fünf Jahren und befeuerten damit die Erwartung eines Inflationsschubs auch in der Eurozone. Am Nachmittag könnten noch die Daten zum Konsumentenvertrauen in der EU für Impulse sorgen. Wenig Neues wird unterdessen am Berichtstag aus den USA erwartet, wo am 'Presidents Day' die Börsen geschlossen bleiben. Auch das Warten auf konkrete Einzelheiten des von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Steuerprogramms geht weiter, sorgt aber immerhin für die positive Grundstimmung.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.35 Uhr 0,22% höher bei 8'525,05 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten gewinnt 0,51% auf 1'354,63 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,23% auf 9'330,42 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Plus und vier im Minus.

Gefragt zeigen sich die Valoren der Grossbanken. CS (+1,8%) ist stärkster Gewinner und kann nach oben aus dem Marktschnitt ausbrechen und damit an den positiven Trend der Vorwoche anschliessen. Die UBS (+1,2%) stösst die Dienstleistungen in der Fondsadministration in Luxemburg und in der Schweiz an das US-Unternehmen Northern Trust Corporation ab. Die Transaktion mache Sinn, habe aber weder die Grössenordnung noch die strategische Dimension, um den Aktienkurs spürbar beeinflussen zu können, heisst es von Analystenseite.

Auch die Assekuranzen bewegen sich mit Zürich (+1,1%), Bâloise (+0,9%) Swiss Life und Swiss Re (je +0,7%) allesamt weit oben auf der Gewinnerliste. Auch Zykliker wie LafargeHolcim (+1,3%) oder die Uhrenwerte Richemont (+1,5%) und Swatch (+0,9%) legen zu. ABB (+0,4%) haben mit einem asiatischen Unternehmen eine Kooperation im Bereich Gebäudeautomation für Hotels vereinbart.

Abgaben muss das SMI-Schwergewicht Nestlé (-0,6%) hinnehmen. Bei den Valoren hatte am Freitag das milliardenschwere Gebot von Kraft für Unilever für Fantasie bei den Investoren und Kursauftrieb gesorgt und damit die negativen Reaktionen nach der Vorlage der Jahreszahlen ausgeglichen. Mit dem nun erfolgten Rückzug der Offerte durch den US-Konzern büssen die Nestlé-Aktien einen Teil der Gewinne wieder ein, hiess es bei Händlern.

Auch die volatilen Aryzta (-0,8%) sowie Galenica (-0,5%) und Novartis (-0,1%) notieren tiefer.

Roche (GS +0,2%) hat am Wochenende Daten zu einer Phase-III-Studie zu Tecentriq in Kombination mit Avastin zur Behandlung einer Form von Nierenkrebs veröffentlicht. Die Analysten werten die Daten nur leicht positiv, da es sich um einen relativ kleinen Markt handle.

Am breiten Markt legen Basilea (+0,7%) nach Zahlen zu. Im Vorjahr hatte das Unternehmen die Einnahmen gesteigert und den Betriebsverlust verringert. Der Ausblick fällt optimistisch aus. Das Unternehmen will die Produktverkäufe steigern und das zweite Standbein Onkologie ausbauen.

Für die Aktien von Temenos (+1,6%, 75,20 CHF) haben im Nachgang der Zahlen sowohl die CS (auf 86 von 75 CHF) als auch Goldman Sachs (auf 80 von 78 CHF) ihre Kursziele angehoben. Die Resultate für das vierte Quartal hätten die Erwartungen bei den Lizenzeinnahmen und beim Umsatz übertroffen.

Burckhardt Compression (-3,9%) führt aufgrund der schwachen Nachfrage nach Kompressoren am Standort Winterthur Kurzarbeit ein. Betroffen sind rund 200 der insgesamt 700 Mitarbeiter.

Aevis (+1,1%) hat bei seiner Offerte für Lifewatch (ungehandelt, Schluss Freitag 12,65 CHF) den Angebotsprospekt vorgelegt. Demnach werden die Aktien des Telemedizinanbieters zwischen 12,40 und 13,60 CHF bewertet.

yr/cf

(AWP)